Berchtesgadener Alpen

Berchtesgadener Hochthron (1973 m)

Berchtesgadener Hochthron
Aufstieg 5:00 h Abstieg 3:00 h
C/D
1200 Höhenmeter
Tourbeschreibung Druckversion
Bilder (70) Gipfelbuch (2)
Karte

Parkplatz bei Ettenberg (780 m) - Scheibenkaser (1400 m) - Berchtesgadener Hochthron (1973 m) - Stöhrhaus (1894 m) - Scheibenkaser (1400 m) - Parkplatz bei Ettenberg (780 m)

Charakter (über Hochthronsteig): Sehr schwieriger Klettersteig (C/D). Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und gute Kondition erforderlich. Für Ungeübte und Kinder ist dieser Steig keinesfalls geeignet. Höchste Erhebung am Untersberg.

Besondere Ausrüstung: Steinschlaghelm, komplette Klettersteigausrüstung

Anfahrt: Von München geht es auf der A8 nach Salzburg, dann weiter Richtung Villach bis zur Ausfahrt Salzburg Süd. Dort weiter Richtung Berchtesgaden bis zur Ortschaft Marktschellenberg. Den Wegweisern nach Ettenberg folgen. Etwa 5 km später erreicht man den Wanderparkplatz an dem unsere Tour beginnt. Alternativ kann man auch die A8 in Bad Reichenhall verlassen und über Bischofswiesen, Berchtesgaden nach Marktschellendorf fahren. Die Fahrt dauert einfach 30 Minuten länger, dafür ist keine Vignette für die österreichische Autobahn notwending.

Karte: Kompasskarte 14 - Berchtesgadener Land, Chiemgauer Alpen (1:50 000)

Aufstieg: Vom Wanderparkplatz geht es auf einer breiten Forststraße entlang eines Baches durch den Wald. Später wird der breite Weg (466) zum schmalen Pfad. Schon bald lässt sich zwischen den Baumwipfeln immer wieder ein herrlicher Blick auf das Panorama vom Dachstein- bis zum Watzmann erhaschen. Nach 1 3/4 Stunden ist der Scheibenkaser, eine unbewirtschaftete Almhütte, erreicht. Wir folgen rechts an der Hütte vorbei dem ausgeschilderten Weg Richtung Klettersteig. Während wir die nächsten 20 Minuten durch Latschen und Schotterfeld auf den Anseilplatz zugehen, lassen sich in der über uns liegenden Wand schon die ersten Klettersteiggeher erkennen. Vom Anseilplatz, der in einer kleinen Mulde in der Wand liegt trennen uns nur wenige Meter vom eigentlichen Klettersteig.

Klettersteig: Schon auf den ersten paar Metern muss man beim Einstieg ganz ordentlich zupacken (B/C und C), bis das Gamsband erreicht ist. Ein Hinweisschild besagt, dass im oberen Teil noch schwierigere Passagen folgen werden. Diejenigen, die hier Schwierigkeiten haben, sollten hier umkehren, da der Klettersteig über keinen Notausstieg verfügt, der eine „Flucht“ ins Gehgelände zulassen würde. Das Gamsband (B) selbt ist weniger schwierig als der Einstieg. Wir erreichen bald den Pfeiler (C), welcher wieder echtes Klettersteigfeeling aufkommen lässt. Weiter geht es mit dem Genußwandl (B/C), einem Abschnitt der seinen Namen alle Ehre macht und mit nicht allzu schwierigen Abschnitten lockt.

Nachdem wir die Schluchtrampe (B/C) durchklettert haben (vor dem ungesicherten Einstieg zur Schluchtrampe kann noch im Frühsommer Altschnee liegen) kommen wir zum Fotoquergang (C). An der wohl meist fotografiertesten Stelle des Steiges posieren auch wir eine Weile, um mit spektakulären Fotos den Neid der daheim gebliebenen auf uns ziehen zu können. Während wir uns über die Hangelschuppe (C/D) weiter zur Rauhen Welt (C/D) hangeln, werden die Arme schon etwas länger. Auch die Rauhe Welt hat es in sich. Über das Latscheneck (C) erreichen wir das Wandbuch
(B). Hier tragen wir uns selbstverständlich ein, bevor wir über den Ausstiegskamin (C) und das Finale (B) den Klettersteig knapp unterhalb des Gipfels verlassen.

Der Abstieg über den Klettersteig ist verboten und wäre mit Sicherheit auch nicht sehr angenehm.Wir folgen den markierten Weg zum Gipfel und können nun erstmals völlig unbeschwert das Panorama der umliegenden Berge betrachten. Die markantesten Gipfel sind der Hochkönig im Süden, rechts daneben im Hintergrund im Steinernen Meer die markante Schönfeldspitze der Große Hundstod. Hinter den Berchtesgaderner Gipfeln zeigen sich die Hohen Tauern mit ihren Gletschern. Allen voran thront natürlich der Watzmann mit seinen Kinder. Rechts davon präsentiert sich der Hochkalter. Im Westen kann man die Kampenwand und den Wendelstein erkennen.

Nur 78 Meter unter uns wartet bereits im Störhaus ein kühles Weißbier auf uns. Wer hier einkehrt sollte seinen Teller nicht unbeaufsichtigt lassen. Die ansässigen Bergdohlen verschmähen selbst Sauerkraut mit Senf nicht. Nachdem wir (und vermutlich auch die Vögel) satt sind, machen wir uns auf den Weg zum Abstieg.

Abstieg:
Wir folgen dem Stöhrweg (417) bis zur Abzweigung des Roßlandsteiges (466) und erreichen nach 1 1/4 Stunden den Scheibenkaser. Dort geht es weiter bergab auf dem selben Weg den wir schon zum Aufstieg nutzen. Drei Stunden nach Aufbruch vom Störhaus ist der Parkplatz wieder erreicht.

Insgesamt kann man sagen, dass der Hochthron-Klettersteig äußerst reizvoll ist. Da er zu den schwierigeren Sportklettersteigen zählt und zudem unterwegs nicht verlassen werden kann, sollte man ihn keinesfalls unterschätzen.


Beschriftetes Panoramafoto, Ausblick vom Hochthron-Gipfel (11907 x 714 px, 1,4 MB)

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit:
Stöhrhaus (1894 m), DAV Sektion Berchtesgaden, Tel.: +49 (0)8652 / 7233, geöffnet von Mitte Mai bis Mitte Oktober.

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
780 m - 1580 m + 2:30 2:30 Einstieg Klettersteig
1580 m - 1973 m + 2:30 5:00 Berchtesgadener Hochthron
1973 m - 1894 m + 0:15 5:15 Stöhrhaus
1894 m - 780 m + 2:45 8:00 Wanderparkplatz bei Ettenberg

Autor: Tom Lindner
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