Mieminger Kette

Ehrwalder Sonnenspitze (2417 m)

Ehrwalder Sonnenspitze
Aufstieg 4:00 h Abstieg 3:00 h
5
1309 Höhenmeter
Tourbeschreibung Druckversion
Bilder (75) Gipfelbuch (0)
Karte

Talstation Ehrwalder Almbahn (1108 m) - Seebensee (1657 m) - Coburger Hütte (1917 m) - Ehrwalder Sonnenspitze (2417 m)

Charakter: Schwierige Bergtour auf teils schlecht markierten Steigen. Kletterstellen bis UIAA II sind zu bewältigen.

Besondere Ausrüstung: Steinschlaghelm

Anfahrt: Über die B23 von Garmisch bis Ehrwald oder kommend vom Inntal über den Fernpass nach Ehrwald fahren. In Ehrwald den Wegweisern zur Ehrwalder Almbahn folgen. Weiter in das Geistal fahren und an der Talstation der Ehrwalder Almbahn parken.

Karte: Kompasskarte 25 - Zugspitze, Mieminger Kette (1:50 000)

Majestätisch präsentiert sich die Ehrwalder Sonnenspitze am Westende der Mieminger Kette. Eine Überschreitung des formschönen Berges stellt hohe Ansprüche an den Bergsteiger. Schon der Aufstieg über den Hoher Gang Steig zum Seebenersee erfordert Trittsicherheit. Weiter auf dem Weg zur Coburgerhütte stößt man auf keine Schwierigkeiten. Der weitere Aufstieg von der Biberwierer Scharte zum Gipfel erfordert Orientierungssinn, Trittsicherheit und ein wenig Klettererfahrung. Auch der steile Abstieg auf der Nordseite durch den bröseligen Fels stellt eine weitere Herausforderung dar.

Aufstieg: An der Talstation der Ehrwalder Almbahn halten wir uns rechts nach Süden und folgen dem Wegweiser zum "Hoher Gang" Steig. Zunächst führt uns der Weg am Geißbach entlang durch den Wald. Wir überqueren den Bach und halten uns immer an die Wegweiser "Hoher Gang". Von einer Almwiese, über die der Weg führt, haben wir einen herrlichen Blick auf das Zugspitzmassiv. Der Pfad wird nun steiler und wenig später kämpfen wir uns ein kleines Geröllfeld hinauf. Hinter Ehrwald liegen schön die Upsspitze (2332 m) und der Daniel (2340 m) beleuchtet von der aufgehenden Sonne. Auf dem weiteren Weg werden wir von einem Drahtseil unterstützt. Knapp eineinhalb Stunden später passieren wir ein Gatter, welches das Ende des Steiges markiert. Es geht noch ein paar Meter bergab, bevor wir den Seebensee erreichen. Dieser ist auch schön über den Seebener Klettersteig, oder ganz einfach über die Bergstation der Ehrwalder Almbahn zu erreichen. In jedem Fall aber sucht der Blick vom südlichen Ufer auf die Zugspitze seines gleichen.

Wir umrunden den Seebensee halb auf der Ostseite und steigen in mehreren Serpentinen weiter zur Coburger Hütte auf. Im Osten ist währenddessen der Klettersteig auf den Vorderen Tajakopf zu sehen. Auf der Terrasse der Hütte kann man bei einem erfrischenden Getränk die Aussicht auf den türkisblauen Drachensee und die dahinter aufragenden Griesspitzen genießen. Gestärkt gehen wir westlich der Hütte weiter auf die Biberwierer Scharte zu. Erst zweigt links ein Pfad auf den Vorderen Drachenkopf ab, den wir jedoch ignorieren. Wenig später verlassen wir rechts den Hauptweg und steuern gradeswegs auf ein Schotterfeld zu, welches der Beginn des Steigs auf die Ehrwalder Sonnenspitze darstellt.

Nach dem Schotterfeld führt uns der wenig markierte Weg durch eine Rinne steil bergauf. Immer wieder ist der Einsatz der Hände in dem brüchigen Schrofengelände nötig. Aufgrund der Steinschlaggefahr sollte hier auf den Helm nicht verzichtet werden. Im ausgesetzten Gelände queren wir eine Rinne und setzten etwas weiter östlich, abermals in einer Rinne, unseren Gipfelaufstieg fort. Auf dem gesamten Weg findet man an den heiklen Stellen auch Umlenkketten, meist markiert durch einen roten Punkt, die eine Seilsicherung erlauben. Am Ende der Rinne quert man wieder, diesmal durch ein kurzes Stück Drahtseil gesichert, nach rechts. Die Kletterei wird nun wieder einfacher. An einer Kante haben wir einen schönen Blick auf Lermoos und Ehrwald. Wenig später stehen wir auf dem Gipfel der Ehrwalder Sonnenspitze. Vom knapp darunter liegendem Gipfelkreuz trennt uns noch eine etwas ausgesetztere Stelle, die noch einmal eine Minute lang für Spannung sorgt.

Lange lassen wir den Rundumblick auf uns wirken. Im Nordosten beeindruckt das Wettersteingebirge mit der mächtigen Zugspitze (2962 m). Im Osten und Südosten zeigt sich die Mieminger Kette von den Tajaköpfen bis hin zur Hochwand (2719 m), im Südosten die Griesspitzen und im Süden der Grünstein. Im Südwesten türmt sich vor weiteren zahllosen Gipfeln der Wanning (2493 m) auf. Im Westen schlängelt sich der Fernpass vor dem Grubigstein um Weißensee, Mittersee und Blindsee. Bis zum Hochvogel (2592 m) in die Allgäuer Alpen reicht der Blick. Im Nordwesten sind die markanten Spitzen der Rote Flüh (2108 m)und des Gimpel (2173 m) zu erkennen. Weiter links, direkt hinter Lermoos der Daniel (2340 m). Im Norden bahnt sich die Loisach ihren Weg.

Abstieg: Für den Abstieg wählen wir den Weg im Norden. Auch hier ist im bröseligen Felsen wieder absolute Trittsicherheit angesagt. Nach wenigen steilen Metern umrunden wir den Gipfel im Uhrzeigersinn und steigen am Nordgrat der Sonnenspitze bergab. Zunächst gibt es noch ausgesetzte Stellen. Mit jedem Höhenmeter den wir uns den Seebensee nähern wird der Weg jedoch leichter. Über Wiesengelände erreichen wir schließlich den Wald. Hier, etwa 100 Meter nördlich einer kleinen Hütte, verliert sich der Weg etwas. Ein paar Minuten später treffen wir auf den Hauptweg zwischen Seebenalm und Coburger Hütte. Diesen folgen wir nördlich bis zum Abzweig Hoher Gang. Über den Hohen Gang Steig wandern wir auf dem Aufstiegsweg zurück zur Talstation der Ehrwalder Almbahn.

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit:
Coburger Hütte (1917 m), DAV Passau, Tel.: +43 (0)664 / 3254714, geöffnet von Juni bis Oktober

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
1108 m - 1675 m + 1:30 1:30 Seebensee
1675 m - 1917 m + 0:30 2:00 Coburger Hütte
1917 m - 2417 m + 2:00 4:00 Ehrwalder Sonnenspitze
2417 m - 1108 m + 3:15 7:15 Talstation der Ehrwalder Almbahn

Autor: Tom Lindner
zu den Bildern