Lechtaler Alpen

Roter Stein (2366 m)

Roter Stein
Aufstieg 3:00 h Abstieg 3:30 h
2
1043 Höhenmeter
Tourbeschreibung Druckversion
Bilder (48) Gipfelbuch (2)
Karte

Berwang (Gröben) (1323 m) - Roter Stein (2366 m) - Bichelbächler Jöchle (1943 m) - Kleinstockach (1198 m)

Charakter: Mittelschwierige Bergwanderung

Anfahrt: Am Ende der Autobahn München - Garmisch, weiter durch Oberau fahren und nach dem Tunnel rechts abbiegen Richtung Reutte/Fernpass. Weiter durch Garmisch fahren und in Ehrwald rechts Richtung Lermoos abbiegen. Nach Lermoos Richtung Reutte orientieren und links abbiegen der Ausschilderung Bichlbach/Berwang folgend. Über Bichlbach bis nach Berwang fahren. In Berwang parken oder links weiter nach Gröben fahren, wo jedoch nur sehr begrenzt Parkplätze zur Verfügung stehen.

Karte: Kompasskarte 24 - Lechtaler Alpen, Hornbachkette (1:50 000)

Wer auf der Suche nach einem Aussichtsberg ist, der zudem eher zu den weniger besuchten Bergen gehört, der ist auf dem Roten Stein in den Lechtaler Alpen goldrichtig. Der Aufstieg von Berwang ist wenig schwierig, wenn auch am Ende etwas steil. Bei der hier beschriebenen Abstiegsvariente über das Bichelbächler Jöchle sollte man für die ersten Meter über Trittsicherheit und Schwindelfreihet verfügen. Der restliche Weg ist auch hier weniger schwierig. Wer sich die den Rückweg vom Ausgang des Stockachbachtal zurück nach Berwang bzw. Gröben sparen möchte, kann von der Hauptstraße auch mit dem Bus wieder zurück nach Berwang fahren.

Aufstieg: Wir starten unsere Tour in Gröben bzw. in Berwang und folgen den Wegweisern zum Roten Stein in das Älpelestal. Nach der Schranke am Ende von Gröben, die auch die letzte Parkmöglichkeit vor der Tour darstellt, folgen wir einem breiten Wirtschaftsweg. Nach ein paar Minuten zweigt rechts ein schmaler Pfad ab. Mäßig steil führt dieser uns tiefer in das Tal. Einige Bäche, die rechts vom Hang hinunter plätschern, müssen überquert werden. Wenn im Frühjahr der Restschnee in den steilen Zuläufen unterspült ist, kann dies durchaus heikel werden. Heute können wir aber unbeschwert durch das satte Grün der Wiesen aufsteigen und erreichen eine gute Stunde später das Älpele in 1663 Metern Höhe. Im Talkessel angekommen lädt eine Bank ein die Aussicht nach Norden über das Tal, Berwang und den dahinter liegenden Thaneller zu genießen.

Kurz nach der Bank teilt sich der Weg. Rechts führt ein Pfad weiter auf den Hönig (2034 m). Wir folgen dem Wegweiser links, auf dem der Rote Stein mit zwei Stunden angeschrieben ist. Schon bald wird der Steig deutlich steiler. Über der gewaltigen Felswand vor uns ist das Gipfelkreuz der Steinmandlspitze zu erkennen. Mit zunehmender Höhe werden über dem Sattel zwischen der Steinmandlspitze (2347 m) und der Hintere Suwaldspitze (2159 m), die Gabelspitze (2581 m) und der Rudiger (2380 m) sichtbar. Über mehrere Serpentinen erreichen wir knapp über einem Gedenkkreuz den Nordgrat des Roten Steins. Schroff und felsig fällt das Gelände links steil ab. Wir folgen dem Grat bis zum Gipfel und genießen die überwältigende Aussicht.


Beschriftetes Panoramafoto, Ausblick vom Roten Stein (5,2 MB)

Im Norden ist neben Füssen und Reutte schön der Säuling zu sehen. Weiter im Osten erhebt sich links hinter der Gartner Wand majestätisch das Wettersteingebirge mit der Zugspitze. Rechts der Gartner Wand zeigt sich die Mieminger Kette mit der Sonnenspitze, den Tajaköpfen, den Griespitzen und dem Grünstein zu sehen. Bei guter Sicht ist noch weiter links der Olperer auszumachen. Weiter nach Süden hat man einen schönen Einblick in das Ötztal, weiter rechts gefolgt von den Dreitausendern im Süden, wie zum Beispiel der Wildspitze. Im Südwesten erhebt sich in 32 Kilometer Entfernung die Parseierspitze, weiter rechts die Namloser Wetterspitze. Ganz im Westen sticht deutlich der Hochvogel aus dem Panorama. Im Nordwesten sind links vom Thaneller Einstein, Gimpel, Rote Flüh und Köllenspitze zu sehen, rechts davon die Gehrenspitze.

Abstieg: Zum einen kann man natürlich wieder über den Aufstiegsweg absteigen. Lohnend ist aber auch ein Abstieg nach Bichlbächle oder zum Fernpass, wobei vom Fernpass eine Mitfahrgelegenheit zurück nach Berwang nötig ist. Wir wählen den Abstieg über das Bichlbächler Jöchle nach Bichelbächle. Für den Aufstieg nach Gröben/Berwang ist dann nochmal etwa eine Stunde einzuplanen. Der eigentliche Abstieg auf der Ostseite ist zunächst etwas schwieriger als der Aufstieg. Die ersten 50 Höhenmeter sind mit einem Drahtseil gesichert und erfordern Trittsicherheit. Schon bald enden aber die Schwierigkeiten und der Weg wird leichter. Südlich unter dem Schafsköpfle steigen wir wieder wenige Meter bergauf und wandern in nahezu gleichbleibender Höhe zum Bichlbächler Jöchle.

Vom Bichlbächler Jöchle führt der Weg in zahlreichen Serpentinen in den Talkessel zum Stockachbach. Östlich vom Jöchle erhebt sich die Gartnerwand (2377 m), links im Westen haben wir während des Abstiegs nochmal einen schönen Blick auf den Roten Stein. Etwa eine Stunde, nachdem wir das Jöchle überquert haben, erreichen wir eine geteerte Fahrstraße, der wir bis Kleinstockach folgen. Hier bietet es sich rechts über der Brücke an im Gasthaus Roter Stein die verbrauchten Kalorien mit Brotzeit und Bier wieder auszugleichen. Ausgeruht und satt folgen wir weiter der Teerstraße bergab zum Mühlbach. Dort hält man sich links und folgt den Wegweisern nach Berwang. Oder man macht es wie wir und fragt am Parkplatz recht dreist einen der Wanderer mit Auto, ob er noch Lust hat uns in Gröben bei Berwang abzusetzen. An dieser Stelle nochmal vielen Dank!

Einkehrmöglichkeit:
In Kleinstockach gibt es den Gasthof Roter Stein, Tel. +43 (0)5674-8235.

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
1323 m - 2366 m + 3:00 3:00 Roter Stein
2366 m - 1943 m + 1:15 4:15 Bichelbächler Jöchle
1943 m - 1198 m + 1:15 5:30 Kleinstockach
1198 m - 1323 m + 1:00 6:30 Gröben bei Berwang

Autor: Tom Lindner
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