Hagengebirge

Schneibstein (2276 m)

Schneibstein
Aufstieg 3:45 h Abstieg 3:00 h
2
1150 Höhenmeter
Tourbeschreibung Druckversion
Bilder (53) Gipfelbuch (2)
Karte

Hinterbrand (1130 m) - Mitterkaseralm (1534 m) - Carl-von-Stahl-Haus (Stahlhaus, 1736 m) - Schneibstein (2276 m)

Charakter: Beim Anstieg von Hinterbrand zum Stahlhaus handelt es sich um eine leichte Bergwanderung. Der etwas anspruchsvollere Weiterweg zum Schneibstein erfolgt über schrofige Wege und verlangt Trittsicherheit.

Anfahrt: Autobahn München - Salzburg, Ausfahrt Bad Reichenhall. Über Bad Reichenhall, Bayerische Gmein und Bischofswiesen nach Berchtesgaden fahren. In Berchtesgaden der Ausschilderung Kehlstein/Obersalzberg folgen. Nach dem Dokumentationszentrum Obersalzberg beim Kreisverkehr rechts nach Hinterbrand abbiegen. Am Ende der Straße beim kostenpflichtigen Parkplatz das Auto abstellen (2 Euro/Tag, Stand 2011).

Mit Bus & Bahn:
Mit der Bahn bis Berchtesgaden und von dort mit der Bus-Linie 838 bis Hinterbrand.

Karte: Kompasskarte 14 - Berchtesgadener Land, Chiemgauer Alpen

Der Schneibstein gilt als leichtester 2000er der Berchtesgadener Alpen und lässt sich ohne nennenswerte Schwierigkeiten erwandern. Die Anstiege zum Gipfel sind allerdings ohne Seilbahnunterstützung kein Katzensprung und nehmen etwas Zeit in Anspruch. Mit fairen Mitteln gelangt man am schnellsten von Hinterbrand über die Mitterkaseralm und das ganzjährig geöffnete Stahlhaus zum Schneibstein. Wer mit der Seilbahn zum Jenner fährt und seine Tour dort beginnt, der kann die Aufstiegszeit um 1 ½ Stunden verkürzen. Aber egal aus welcher Richtung und mit welchen Mitteln man zum Gipfel gelangt: Eine Wanderung auf den Schneibstein hält schon während des Anstiegs unzählige schöne Einblicke in die schroffe Berchtesgadener Bergwelt bereit.

Aufstieg: Wir verlassen den Parkplatz in Hinterbrand und folgen über einen breiten Waldweg der Ausschilderung Richtung Mitterkaseralm. Schon nach kurzer Zeit geben die Bäume einen ersten Ausblick auf den Watzmann frei. Nach einer guten Viertelstunde zweigt vom Fahrweg nach links der Weiterweg zur Mitterkaseralm ab. Über Stufen gelangen wir zu einem grasigen Hang, über den sich ein Pfad nun steil hinauf schlängelt. Nach weiteren 20 Minuten erreichen wir einen Flachstück, welches uns zu einem Wald geleitet.

Am Wald angelangt nimmt die Steigung unseres Pfad wieder deutlich zu und wir steigen zügig zwischen den Bäumen hindurch weiter aufwärts, bis wir auf einen Forstweg treffen. Am Forstweg angelangt biegen wir links ab und folgen diesem nun in moderater Steigung bis zur schön gelegenen Mitterkaseralm, die wir nach 1 ¼ Stunden Gehzeit erreichen. An der Alm ist der Weiterweg gut einsehbar. Wir halten über einen geteerten Weg auf den Jenner zu. Nach wenigen Minuten biegen wir allerdings links ab und folgen dem Wegweiser Richtung Stahlhaus.

Nun wandern wir in gemütlicher Steigung auf den Sattel unterhalb des Jenner-Gipfels zu. Linker Hand begleitet uns während des Anstiegs die imposante Felsmauer des Hohen Bretts. Eine gute Viertelstunde nach Passieren der Mitterkaseralm stehen wir am Sattel. Hier wenden wir uns nach links und spazieren durch eine Latschengasse innerhalb von 10 Minuten zu einem weiteren Wegweiser. Von hier wandern wir einige Meter bergab in Richtung des bereits sichtbaren Schneibsteinhauses. Das Schneibsteinhaus liegt nicht direkt am Weg und kann durch einen kleinen Abstecher erreicht werden.

Der direkte Weg zum Stahlhaus verläuft oberhalb des Schneibsteinhauses und 20 Minuten nach Passieren des letzten Wegweisers erreichen wir das Carl-von-Stahl-Haus, welches am Torrener Joch liegt. Direkt über das Joch verläuft die Grenze zwischen Bayern und Salzburg. An der Hütte wenden wir uns nach rechts und folgen dem latschenbewachsenen Kamm Richtung Schneibstein. Linker Hand blicken wir auf der Salzburger Seite hinunter ins Bluntautal, durch das von Golling ein Weg zum Stahlhaus herauf führt.

Unser Pfad trifft schon bald auf die ersten schrofigen Steilstufen, deren abgetretene Felsen bei Feuchtigkeit unangenehm rutschig werden können. Nach einer längeren Schrofenpassage lehnt sich das Gelände wieder langsam zurück und wir erreichen karstiges Terrain. Nach dieser kurzen Verschnaufpause leiten uns die Markierungen über Felsblöcke zur grasigen Flanke des Schneibsteins. Wir queren über unschwierige Felsen eine kleine Rinne und steigen schließlich in Serpentinen einen steinigen Pfad die grasige Flanke hinauf.

Kurz vor dem Gipfel treffen wir auf eine schrofige Rampe, die uns letztendlich zum flachen und großzügigen Gipfelplateau des Schneibsteins mit seinen beiden Gipfelkreuzen bringt. Am höchsten Punkt angekommen genießen wir den Nahblick auf die Mauer des Hohen Bretts und des Hohen Göll. In der Ferne spitzt der vergletscherte Dachstein hervor. Über das karstige Hochplateau des Hagengebirges schweift der Blick schließlich über den Hochkönig und das Steinerne Meer mit dem Großen Hundstod weiter zum Watzmann und zum Hochkalter.

Abstieg: Wie Aufstieg.

Einkehrmöglichkeit:

  • Mitterkaseralm (1534 m), privat, Tel. +49 (0)8652/5100, geöffnet von Mai bis Oktober und von Dezember bis April (bei Skibetrieb)

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten:
  • Schneibsteinhaus (1670 m), privat, Tel. +49 (0)8652/2596, geöffnet von Anfang Mai bis Ende Oktober
  • Carl-von-Stahl-Haus (1736 m), OeAV Sektion Salzburg, Tel. +49 (0)8652/2752, täglich geöffnet außer 24. Dezember


  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
1130 m - 1534 m + 1:15 1:15 Mitterkaseralm
1534 m - 1736 m + 0:45 2:00 Carl-von-Stahl-Haus
1736 m - 2276 m + 1:45 3:45 Schneibstein
2276 m - 1736 m + 1:15 5:00 Carl-von-Stahl-Haus
1736 m - 1534 m + 0:40 5:40 Mitterkaseralm
1534 m - 1130 m + 1:05 6:45 Hinterbrand

Didi Hackl