Brandenberger Alpen

Guffert (2195 m)

Guffert
Aufstieg 3:00 h Abstieg 2:15 h
3
1200 Höhenmeter
Tourbeschreibung Druckversion
Bilder (57) Gipfelbuch (32)
Karte

Steinberg am Rofan (1000 m) - Guffert (2195 m)

Charakter: Einfache Bergtour mit Kletterstellen im 1. Schwierigkeitsgrad am Gipfelaufbau. Der Zustieg zum Gipfel erfolgt über einen schrofigen und teils steilen Pfad. Für die Besteigung sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig. An warmen und sonnigen Tagen wird es auf den südseitigen Latschenhängen sehr heiß, daher ist ein früher Aufbruch empfehlenswert.

Anfahrt: Autobahn München - Salzburg, Ausfahrt Holzkirchen. Über Tegernsee und Kreuth Richtung Achensee fahren. Noch vor dem Achensee links Richtung Steinberg am Rofan (ausgeschildert) abbiegen und anschließend nach Steinberg fahren. Im Ort links zum Gasthof Waldhäusl abbiegen und dort am gebührenpflichtigen Parkplatz das Auto abstellen (2 Euro/Tag, Stand 2011).

Karte: Kompasskarte 28 - Vorderes Zillertal, Rofan (1:50 000)

Es ist schon fast egal, auf welchem Gipfel man in den Bayerischen Voralpen steht und in die Ferne schaut: Ein Blickfang ist stehts der Guffert. Der freistehende Felsklotz nördlich des Achensees flößt mit seinen abweisenden Felswänden durchaus Respekt ein. Doch der Anstieg über seine Südseite ist für den trittsicheren und schwindelfreien Berggeher alles andere als eine unlösbare Aufgabe. Lediglich im Gipfelbereich geht es noch einmal kurz zur Sache und es muss Hand an den Fels gelegt werden. An heißen Tagen verwandelt sich allerdings der südseitige Latschenhang in einen Glutofen, daher ist ein früher Aufbruch äußerst ratsam. Am Gipfel des Gufferts wird man schließlich von einem fantastischen Ausblick erwartet, der über das Karwendel und die Bayerischen Voralpen bis zu den Eisriesen der Hohen Tauern und der Zillertaler Alpen reicht.

Aufstieg: Wir spazieren recht am Gasthaus Waldhäusl vorbei und biegen sofort noch einmal rechts ab (gelber Wegweiser "Guffert"). Eine kleine Brücke geleitet uns über einen Bachlauf und im Anschluss spazieren wir über einen kleinen Pfad durch schattigen Wald. In der Folgezeit überqueren wir zwei mal einen Forstweg, den wir sofort wieder verlassen. Beim dritten Aufeinandertreffen mit dem breiten Fahrweg biegen wir links ab und folgen dem Weg ein kurzes Stück. Nach zwei Minuten verlassen wir diesen allerdings wieder nach rechts über unseren markierten Pfad in Richtung Guffert.

Nun führt uns der Wanderweg durch lichten Wald. Eine Viertelstunde später treffen wir auf einen kleinen Wasserlauf, der sich plätschern über eine Felswand ergießt. Nach dem Bach folgen wir nun einem grünen Hang bis zu einer kleinen Felsstufe, die wir überkraxeln. Im Anschluss steigen wir ein einen bewaldeten Hang hinauf. Schon bald danach verlassen wir den Bergwald und erreichen eine Schneise. Von hier blicken wir zum langgezogenen Bergrücken des Unnütz und über Steinberg hinweg zur den Nordwänden des Rofan. In einer langgezogenen Querung erreichen wir schließlich ein von Latschen flankiertes Schuttfeld.

In Serpentinen steigen wir nun zügig das Schuttfeld empor. Schon nach wenigen Minuten geht der schottrige Weg in einen schrofigen und von Wurzeln durchsetzten Pfad über, der sich nun zügig durch mannshohe Latschen nach oben schlängelt. Der Weg führt dabei an das markante Felsköpferl heran, welches sich rechts des Guffertgipfels befindet. Wir queren schließlich den Felskopf auf seiner rechten Seite und bewundern dabei seine glatten und steilen Wände. Nach der Querung schlängelt sich der Weg steil durch eine Latschengasse hinauf. Nach dem Aufschwung gelangen wir schließlich auf den Abzweig zur Schmiedtquelle, welchen wir rechts liegen lassen.

Wir wandern also geradeaus weiter und bewegen und in mäßiger Steigung über eine latschenbewachsene Hochebene. Rechter Hand begleitet uns der mit Latschen überwucherte Guffertstein. Knapp 20 Minuten nach dem Abzweig zur Schmiedtquelle gelangen wir zu einer weiteren Kreuzung. Hier biegen wir links ab und folgen der Ausschilderung zum Guffert. Mit jedem gewonnenen Höhenmeter ziehen sich die Latschengewächse mehr und mehr zurück und werden von karstigem Untergrund abgelöst. Über mit Felsblöcken garniertes Wiesenterrain steigen wir dem Gipfelaufbau entgegen.

Am Sattel vor dem Gipfelaufbau treffen wir auf den Weg, der über den Nordanstieg herauf führt. Hier nimmt nun auch das reine Wandergelände ihr Ende. Über die breite schrofige Gipfelflanke kraxeln und steigen wir entlang der Markierungen zügig bergauf. Zum Schluss führen uns die roten Punkte über Felsen hinweg zu einem anfangs breiten Gratverlauf, der sich aber schnell verengt. Über gut gestufte Felsbarrieren kraxeln wir weiter aufwärts und erreichen rechts des Gratverlaufs eine seilversicherte Kletterstelle.

Nach dieser Kletterei und anschließender einfacher Schrofenkraxelei steigen wir über den Grat der letzten Felsbastion entgegen. Wir folgen entlang der rechten Seite des Grates, überklettern diesen und steigen nun linkshaltend über eine letzte Stufe zum überraschend geräumigen Gipfel mit seinem Gipfelkreuz hinauf. Das Gipfelbuch befindet sich in einem Kasten, der rechts des Gipfelkreuzes auf einem Felsblock thront. Trotz seiner nur knapp 2200 Meter bietet der freistehende Guffert einen atemberaubenden Ausblick und lädt so sehr lange zum Verweilen und Gipfelbestimmen ein.

Abstieg: Wie Aufstieg.

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit:
Unterwegs keine. Am Ausgangspunkt bietet sich eine Einkehr im Gasthof Waldhäusl (1000 m), Tel.: +43 (0)5248/206, an. Es ist auch möglich im Gasthof zu übernachten.

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
Aufstieg 1000 m - 2195 m + 3:00 3:00 Guffert
Abstieg 2195 m - 1000 m + 2:15 5:15 Gasthof Waldhäusl in Steinberg

Autor: Didi Hackl
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