Alpensteinbock
Capra ibexFast wäre es zu Beginn des 19. Jahrhunderts um den Alpensteinbock geschehen
und das stolze Tier wäre im gesamten Alpenraum ausgerottet worden. In der
damaligen Medizin wurden neben den Hörnern auch sein Blut, seine Haut und
seine Haare gegen verschiedene Krankheiten eingesetzt und der Steinbock wurde
dementsprechend gejagt. Am Gran Paradiso im Aostatal lebten zu dieser Zeit noch
etwa 100 Exemplare. Der Naturforscher Albert Girtaner und der Förster Josef
Zumstein erreichten, dass der Steinbock seitens der Behörden geschützt
wurde. König Viktor Emanuel II. von Piemont-Sardinien stellte den Alpensteinbock
Mitte 1854 unter seinen persönlichen Schutz. Alle der 30.000 bis 40.000
heute in den Alpen lebenden Steinböcke stammen von letzten Exemplaren ab,
die vor etwa 200 Jahren am Gran Paradiso überleben konnten.
Merkmale: Der Alpensteinbock ist wegen seiner gewaltigen Hörner
berühmt. Die gebogenen Hörner der Männchen können bis zu einen
Meter lang werden. Das Gehörn der Weibchen hingegen ist nur wenig gebogen
und mit einer Länge von 35 cm deutlich kürzer. Der Bock erreicht eine
Standhöhe von bis zu 94 cm und ein Gewicht von bis zu 120 kg, während
die Steingeiß nur bis zu 78 cm hoch wird und 50 kg Körpergewicht erreicht.
Die Böcke besitzen im Sommer ein dunkelbraunes Fell mit gelblich bis weißen
Flecken an Hinterteil und Rücken. Die Geißen tragen zu dieser Zeit
ein hell- bis rotbräunliches Fell. Das Winterfell beider Geschlechter hat
eine gräuliche Färbung. Sowohl Geiß als auch Bock tragen einen
Ziegenbart.
Lebensweise: Der Alpensteinbock lebt bevorzugt in steilem und
felsigen Gelände oberhalb der Baumgrenze und in einer Höhe von 1600
bis 3200 Metern. Im Winter hält sich der Steinbock an von der Sonneneinstrahlung
begünstigten Südhängen auf. Im Frühjahr ziehen die Tiere kurzfristig
in niedrigere Regionen, um frisch gewachsenes Grün abzugrasen.
Ernährung: Der Steinbock ernährt sich zum Großteil
von Gräsern und Kräutern.
Fortpflanzung: Die Paarungszeit ist im Winter in den Monaten
Dezember und Januar, im Mai oder Juni kommt ein Junges, manchmal auch zwei Jungtiere,
zur Welt.
Feinde: Der erwachsene Alpensteinbock besitzt keine natürlichen
Feinde. Jungtiere müssen sich vor Rotfüchsen und Steinadlern hüten.
Lebensdauer: Der Alpensteinbock wird etwa 10 bis 15 Jahre alt,
kann aber auch ein Alter von über 20 Jahren erreichen.
Alpensteinbock-Steckbrief:
Klasse: Säugetiere
Ordnung: Paarhufer
Unterordnung: Wiederkäuer
Familie: Hornträger
Unterfamilie: Ziegenartige
Gattung: Ziegen
Wissenschaftlicher Name: Capra ibex
Alpensteinbock Monte Legnone 24.06.2009
Alpensteinbock Monte Legnone 24.06.2009
Alpensteinbock Monte Legnone 24.06.2009
Alpensteinbock Monte Legnone 24.06.2009
Alpensteinbock Monte Legnone 24.06.2009