Kufstein (499 m) - Anton Karg Haus/Hinterbärenbad (829 m) – Unteres Gamskarköpfl (1975 m) - Sonneck (2260 m)
Sehr schwierige und teilweise sehr ausgesetzte Klettersteigtour (D) mit äußerst alpiner Gestaltung im Sinne weniger und nur unbedingt notwendiger Tritthilfen. Trittsicherheit und absolute Schwindelfreiheit erforderlich, bei einer Eintagestour desweiteren sehr gute Kondition notwendig. Hohe Steinschlaggefahr am Klettersteig.
Steinschlaghelm, Klettersteigausrüstung
Autobahn Kufstein - Innsbruck, Ausfahrt Kufstein Nord (von Deutschland mautfrei), Richtung Ebbs, nach ca. 1 km in Eichelwang (Mitsubishi Händler) nach rechts zum Parkplatz Kaiseraufstieg (gebührenpflichtig).
Der Kufsteiner Klettersteig wurde erst 2008 eingeweiht und ist daher in älteren Karten noch nicht eingezeichnet. Der Anmarsch vom Tal aus ist sehr lang, insofern bietet sich eine Übernachtung im Anton-Karg-Haus oder Hans-Berger-Haus an. Der Klettersteig steigert sich in der Schwierigkeit von Meter zu Meter und ist herausfordernd. Nach getaner Arbeit werden wir aber mit schönsten Ausblicken belohnt. Auch der Anstieg vom Unteren Gamskarköpfl (Ende des Klettersteigs) zum Sonneck lohnt sich hierfür.
Vom Parkplatz aus geht es über den Treppenaufstieg ins Kaisertal. Insbesondere ab dem Pfandlhof (783 m, bis hierhin ca. 35 Minuten) ist quasi kein Höhenanstieg mehr zu verzeichnen, bis nach ca. 2:15 Stunden das Anton Karg Haus (829 m) erreicht wird. Der breite Forstweg führt zwischen dem Rücken des Zahmen und den Wänden des Wilden Kaisers durch das malerische Kaisertal. Gemäß der Hinweis-Schilder ist dort Fahrradfahren nicht erlaubt.
Vor dem Biergarten des schön gelegenen Anton-Karg-Hauses führt rechts der Bettlersteig in Richtung Kaindlhütte.
Der sehr gut angelegte Steig/ Weg führt über Holzstufen und
kleine Brücken durch den Wald. Im Verlaufe des Bettlersteiges kommen
wir an eine Abzweigung mit der Beschilderung „Kufsteiner Klettersteig“
bzw. „Güttlersteig“ (auf ca. 1070 m; Weg 821), welcher
wir nun weiter durch den Wald folgen. Der Weg zum Kufsteiner Klettersteig
ist gut ausgeschildert und führt am Ende über Stock und Stein
auf ein Schuttfeld, wo wir den Güttlersteig nach links verlassen
(Beschilderung) und durch eine steile und erdige Rinne zum Einstieg (1600
m) gelangen.
Nach kurzem Abstieg an einer markanten Lärche geht es los Richtung
Drahtseile. Der Einstieg ist wenig spektakulär und erste Fragen tun
sich auf, warum der Steig „alpin“ und „schwierig“
sein soll. Aufgrund der von mir gewählten Jahreszeit, Mitte Mai,
war das anschließende, flachere Schuttband ungut zu überqueren.
Zu dieser frühen Jahreszeit empfiehlt sich aufgrund der Schneelage
zur persönlichen Sicherheit die Mitnahme von Steigeisen. Ab der Schwarzen
Wand geht es nun aber richtig los, in C- und D- Passagen steigen wir die
teils senkrechte Wand hoch. Als kurze Pause zwischendurch geht es über
das nächste Schuttband. An der Stelle sei darauf hingewiesen, dass
es im weiteren Verlauf nicht leichter, sondern eher schwieriger wird –
bei Problemen bis hierhin empfiehlt sich ggf. eine Umkehr, ein Notausstieg
ist nämlich nicht vorhanden.
Ab nun geht es steil hinauf auf den Grat und wir kommen zu einem senkrechten
Kamin, an dessen Ende ein ordentlich steiler und ausgesetzter Pfeiler
zu bezwingen ist. Spätestens ab jetzt habe ich meinen anfänglichen
Übermut abgestreift und die „D-Einstufung“ des Steiges
anerkannt. Nach einer kurzen Steilstufe geht es in A und B etwas entspannter
weiter zum sogenannten Götterquergang. Noch sind wir aber nicht fertig.
Zum Ende wartet noch ein schönes, sehr ausgesetztes Steilstück
inklusive Querungen auf uns, bevor wir quasi unmittelbar unter dem Gipfelkreuz
des Unteren Gamskarköpfls (1975 m) aus der Wand kommen und erstmal
entspannt die Arme ausschütteln können.
Auf der Südseite des Unteren Gamskarköpfls kommen wir nach wenigen
Metern zur Abzweigung links zum Sonneck bzw. rechts runter über den
Güttlersteig Richtung Anton Karg Haus (siehe Abstieg). Wir gehen
links hoch Richtung Sonneck (2260 m)
und erreichen den Gipfel nach ca. einer Stunde. Ein herrlicher Ausblick
u. a. Richtung vergletscherten Alpenhauptkamm erwartet uns, sehr schön
ist auch die Einsicht in den kompletten Kaiserschützensteig, der
vom Anton-Karg-Haus auf die Ellmauer
Halt führt.
Vom Sonneck geht es zurück Richtung Unteres Gamskarköpfl und wir folgen dem Güttlersteig Richtung Anton-Karg-Haus. Zum Abstieg sei gesagt, dass er aufgrund des Gerölls und Schrofengeländes inkl. der kurzen Drahtseilpassagen durchaus als anstrengend (wenn auch nicht anspruchsvoll) betrachtet werden kann. Dies gilt insbesondere bis zur Abzweigung zum Einstieg des Kufsteiner Klettersteigs. Nach einer gemütlichen Hüttenmahlzeit im Anton-Karg-Haus geht es im nun sehr mühsamen – weil langwierigen – Forstweg wieder raus aus dem Kaisertal zum Parkplatz.
| Höhe | Gehzeit | Gesamt | Ziel | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 499 m | - 829 m | + 2:15 | 2:15 | Anton-Karg-Haus | |
| 829 m | - 1600 m | + 1:45 | 4:00 | Einstieg Klettersteig | |
| 1600 m | - 1975 m | + 2:30 | 6:30 | Unteres Gamskarköpfl (Ende Klettersteig) | |
| 1975 m | - 2260 m | + 1:00 | 7:30 | Sonneck | |
| 2260 m | - 829 m | + 2:30 | 10:00 | Anton-Karg-Haus | |
| 829 m | - 499 m | + 1:45 | 11:45 | Parkplatz Kaiseraufstieg, Kufstein | |