Mieminger Kette

Vorderer Tajakopf (2450 m), Hinterer Tajakopf (2408 m)

D
Tourdaten:
Aufstieg:  7:45 Stunden
Abstieg:  3:45 Stunden
1335 Höhenmeter

Talstation Ehrwalder Almbahn (1115 m) - Einstieg Seebenklettersteig (1300 m) - Seebenalm (1575 m) - Einstieg Tajaklettersteig (1850 m) - Vorderer Tajakopf (2450 m) - Einstieg Coburger Klettersteig (2300 m) - Hinterer Tajakopf (2408 m) - Coburger Hütte (1920 m) - Talstation (1115 m)

Charakter: Mit der Besteigung der Tajaköpfe bietet sich die Möglichkeit vor einer Traumkulisse bis zu 3 schwierige Klettersteige, den Seebener Klettersteig (D), den Klettersteig Tajakante (D) und den Coburger Klettersteig (D), zu begehen. Mit einer Übernachtung in der Coburger Hütte kann die Tour aber auch auf mehrere Tage verteilt werden. Es ist möglich die einzelnen Klettersteige über den Normalweg zu umgehen.

Besondere Ausrüstung: Steinschlaghelm, komplette Klettersteigausrüstung

Dauer der Klettersteige:
Seebener Klettersteig, 250 Höhenmeter, 45 Minuten
Klettersteig Tajakante, 600 Höhenmeter, 3 Stunden
Coburger Klettersteig, 90 Höhenmeter 20 Minuten

Anfahrt: Von Garmisch der B23 nach Ehrwald folgen. In Ehrwald links auf die Garmischer Straße abbiegen. Dann den Wegweisern Richtung Gaistal folgen. An der Talstation der Ehrwalder Almbahn stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung.

Karte: Kompass Karten Ehrwald Lermoos Mieminger Kette

Aufstieg: Gleich hinter der Seilbahn finden wir die ersten Wegweiser zum Seebenklettersteig. Im August 2009 wurde zusätzlich ein Warnschild angebracht, mit dem Hinweis, dass der Klettersteig auf Grund eines Erdrutsches erheblich schwieriger geworden sei (E+). Bei der Begehung selbst konnten wir das aber nicht bestätigen. Wir folgen immer den Wegweisern, zunächst auf eine Forststraße und später rechts an einem Bach entlang, auf den Wasserfall zu. Etwas unterhalb des Wasserfalls markiert ein rotes Schild den Einstieg des Seebenklettersteigs.

Seebenklettersteig: Zu Beginn des Steiges ist erst einmal ordentlich Muskelkraft gefragt (D). Recht steil und mit wenigen künstlichen und natürlichen Tritten ausgestattet sind die ersten Meter des Steiges eine Herausforderung. Zehn Meter höher sieht die Welt aber schon anders aus. Der Steig zeigt sich nun von seiner versöhnlichen Seite und bietet Genusskletterei in einer traumhaften Kulisse (C).

Links von uns plätschert der Wasserfall, während sich hinter uns das Zugspitzmassiv auftürmt. Je höher wir kommen, desto mehr wird auch der Blick auf das westliche Ende des Gaistals und auf Ehrwald frei. Im mittleren Teil ist von den anfänglichen Schwierigkeiten nichts mehr zu spüren. Ohne Probleme geht es über eine Rinne (B) auf dann wieder auf steileres Gelände zu (C/D). Im oberen Teil des Seebenklettersteiges wird es wieder ein wenig schwieriger(D), der Steig ist aber gut gesichert. 10 Minuten vor Ende des Steiges kommen wir am Wandbuch vorbei (A). Wir tragen uns ein und genießen die letzten recht ausgesetzten Meter des Seebenklettersteigs bis zu seinem Ausstieg (D).

Eine Viertelstunde später erreichen wir die Seebenalm. In Traumlage lockt diese mit warmen und kalten Speisen sowie Kuchen und anderen Leckereien. Wir gehen weiter Richtung Seebensee, dessen türkisblaues Wasser zum Verweilen einlädt. Links hinter dem See steigen wir über ein grobes Schotterfeld zum Einstieg des Klettersteiges Tajakante auf.

Klettersteig Tajakante: Der Klettersteig über die Tajakante auf den vorderen Tajakopf ist berühmt für seine traumhafte Aussicht. Auch ohne vorher den Seebenklettersteig zu durchklettern ist eine Begehung möglich. Hierfür wählt man für den Aufstieg die Variante über den "Hoher Gang" Steig. Alternativ kann man den Seebenklettersteig auch über die Forststraße zur Seebenalm umgehen.

Das Schwierigkeitsniveau des Klettersteiges reicht von A-D und bietet dadurch viel Abwechslung. Auch wenn sich die meisten Abschnitte im Bereich B/C bewegen, sollte man die wenigen D Stellen nicht unterschätzen. An schönen Tagen kann es am Einstiegsgrat (B/C) durchaus zu kleineren Staus kommen, die sich aber schon meist nach den ersten beiden Steilstufen (C/D) auflösen. Die folgenden Passagen (B) laden immer wieder ein, die Aussicht auf den Seebensee, auf das Zugspitzmassiv oder auf die Gipfel über dem Drachensee zu genießen.

Konzentration ist dagegen wieder an der nächsten Steilstufe gefragt. Das leicht überhängende Gelände ist zweifellos die Schlüsselstelle des Steiges. Danach geht es wieder in gewöhnter B/C Manier bis zu einem kleinen Gehstück unterhalb des Gipfels. Auch wenn das Gipfelkreuz bereits sichtbar ist, muss noch etwa eine halbe Stunde geklettert werden. Auch dieser Schlussanstieg bietet wieder eine interessante Steilstufe (C/D).

Wer bis jetzt noch keine Zeit gefunden hat die spektakuläre Aussicht zu genießen, kann dies nun am Gipfel nachholen. Im Norden zeigt sich das Wettersteingebirge mit dem Schneefernerkopf (2874 m) und der Zugspitze (2962 m). Links hinter Ehrwald ist der Daniel (2340 m) zu sehen. Von den Mieminger Bergen erhebt sich im Nordwesten als erster markanter Gipfel die Sonnenspitze (2412m), im Südwesten der Grünstein (2661 m) und im Süden die Griesspitzen (2741 m), gefolgt von den Mitterspitzen (2688 m).


Beschriftetes Panoramabild: Ausblick vom Vorderen Tajakopf
Vor den Griesspitzen liegt auch unser nächstes Ziel der Hintere Tajakopf (2408 m), den wir über den Coburger Klettersteig besteigen wollen. Hierzu steigen wir, über einen teilweise gesicherten Steig, auf den Sattel zwischen Vorderen und Hinteren Tajakopf ab. Es folgt ein kurzer Gegenanstieg und wir stehen vor dem kurzen, aber schwierigen Coburger Klettersteig (D/E).

Coburger Klettersteig: Der dritte Klettersteig an diesem Tag geht nochmal kräftig zur Sache. Es sind zwar einige künstliche Tritte in der Wand befestigt, aber sei es, weil man mittlerweile schon etwas müde ist oder weil die Tritte doch recht weit voneinander entfernt sind, die nächsten 90 Höhenmeter spürt man seine Arme doch ein wenig. Immerhin ist ein Ende schon bald in Sicht und 20 Minuten später stehen wir auf dem Hinteren Tajakopf. Das wuchtige Gipfelkreuz steht ein wenig tiefer als der eigentliche Gipfel, vermutlich damit es von der Coburger Hütte aus sichtbar ist. Der höchste Punkt der hinteren Tajaspitze wird nur durch ein aus Holzlatten zusammengebundenes Kreuz markiert.

Abstieg: Der Abstieg erfolgt Richtung Tajatörl. Auch hier muss man mitunter wieder Hand anlegen. Schon bald erreicht man aber reines Gehgelände. Auf den steinigen Wiesen grasen Schafe. Wir lassen den malerischen Drachensee mit seinen todesmutigen Badegästen, die sich in die eiskalten Fluten wagen, links liegen und steigen noch ein kurzes Stück zur Coburger Hütte auf. Hier geben wir uns ebenfalls einem eiskalten Vergnügen hin. Der Hopfenanteil an dem unseren ist aber vermutlich weitaus höher als bei dem der Badegäste. Trotzdem sollte man es nicht übertreiben. Der noch vor uns liegende Abstieg am Seebensee vorbei und über den Hoher-Gang-Steig erfordert Trittsicherheit und sollte nicht unterschätzt werden.

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit:
Coburger Hütte (1920 m), DAV Passau, Tel.: +43 (0)664 / 3254714, geöffnet von Juni bis Oktober

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
1115 m - 1300 m + 0:45 0:45 Einstieg Seebenerklettersteig
1300 m - 1575 m + 1:15 2:00 Seebenalm
1575 m - 1850 m + 1:15 3:15 Einstieg Klettersteig Tajakante
1850 m - 2450 m + 3:00 6:15 Vorderer Tajakopf
2450 m - 2300 m + 0:45 7:00 Einstieg Coburger Klettersteig
2300 m - 2408 m + 0:20 7:20 Hinterer Tajakopf
2408 m - 1920 m + 1:30 8:50 Coburger Hütte
1920 m - 1115 m + 2:10 11:00 Talstation Ehrwalder Almbahn

Autor: Tom Lindner
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Gesamtbewertung der Tour „Vorderer Tajakopf“:
zufriedenstellend
Im Durchschnitt 3.5 von 5 (2 Bewertungen)

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