Im oberen Isartal zwischen dem Wettersteingebirge und dem Karwendel ist Mittenwald Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen und Bergtouren. Eine der bekanntesten Touren ist der Mittenwalder Klettersteig. Diese herrliche Gratüberschreitung beginnt an der Bergstation der Karwendelbahn und erfreut sich zur Sommersaison höchster Beliebtheit. In einem stetigen Auf und Ab werden auf dem gesicherten Höhenweg die Südliche Linderspitze, die Sulzleklammspitze und die Kirchlspitz passiert. Über die Brunnsteinscharte und die Brunnsteinhütte geht es wieder zurück zur Talstation der Karwendelbahn.
Die Gipfel, die am Mittenwalder Klettersteig überschritten werden, gehören zur Nördlichen Karwendelkette. Über die Brunnsteinscharte werden deren südliche Ausläufer, die Rotwandlspitze (2191 m) und die Brunnsteinspitze (2179 m) erreicht. Eindrucksvoll und auch anspruchsvoll ist eine Besteigung der Nördliche Linderspitze (2372 m) über den Karwendelsteig und die Mittenwalder Hütte. Ebenfalls über den Karwendelsteig lässt sich die Westliche Karwendelspitze (2385 m) erklimmen. Von dieser bietet sich eine Rundtour mit Abstieg über das Dammkar und die Dammkarhütte an.
Vom Parkplatz am Seinsbach zwischen Mittenwald und Krün lassen sich die Vereineralm und die Hochlandhütte erreichen. Die Hochlandhütte ist Stützpunkt für eine Bergtour zum Wörner (2476 m). Der markierte Normalweg auf diesen eindrucksvollen Berg leitet zuerst auf den Wörnersattel und von dort in Kletterei bis zum 2. Schwierigkeitsgrad hinauf zum Gipfel.
Ebenfalls am Seinsbach beginnen die Anstiege zu den Gipfeln der Soierngruppe. Deren höchster Punkt, die Soiernspitze (2257 m) lässt sich am einfachsten von der Vereineralm besteigen. Diese Variante stetzt allerdings zu bis zur Alm einen langen Talhatscher voraus. Interessanter ist der Anstieg aus dem Seinsbachtal zum Feldernkreuz (2048 m) und der anschließende Gratübergang über den Feldernkopf und vorbei an der Reißenden Lahnspitz. Vom Feldernkreuz lohnt auch ein Abstecher zur Schöttelkarspitze (2050 m). Auf dem nördlich der Soiernspitze gelegenen Soiernhaus suchte einst König Ludwig II. Ruhe und er genoss dort die Landschaft rund um die Soiernseen.
In Mittenwald an der Leutascher Straße beginnt die anspruchsvolle Bergtour zur Oberen Wettersteinspitze (2297 m). Für den Anstieg zum Gipfel muss man mit einer Gehzeit von knapp 4 Stunden rechnen. Der Weg zur Wettersteinspitze leitet einen zuerst an der Südseite von Lautersee und Ferchensee vorbei. Danach schlängelt er sich steil zum Gemsanger , einem Hochplateau am Fuße der felsigen Nordflanke, hinauf. Ab dem Gemsanger wird man bis zum Gipfel von einer beinahe durchgängigen und ungesicherten Kraxelei im 1. Schwierigkeitsgrad erwartet.
In Elmau beginnt der lange Anstieg zur Partenkirchener Dreitorspitze (2633 m). Dieser führt über das Schachenhaus und das Schachenschloss, welches König Ludwig II. als Königshaus diente. Vom Schachen geht es weiter zur Meilerhütte, die eindrucksvoll am Dreitorspitzgatterl thront. Bis zum Gipfel der Dreitorspitze ist es von der Meilerhütte dann nicht mehr weit. Der finale Anstieg erfolgt über den Hermann-von-Barth-Weg, einem mit Drahtseilen versehenen Steig, der Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert. Erreicht ist der Gipfel nach 5 ½ Stunden. Mit einer Übernachtung auf dem Schachenhaus oder in der Meilerhütte lässt sich die Tour entspannt auf zwei Tage verteilen.
Als deutlich sanftere Tour entpuppt sich die Wanderung zur Ederkanzel (1184 m) im östlichen Ausläufer des Wettersteingebirges. Am Gipfel thront das Berggasthaus Ederkanzel, durch deren Terrasse die Grenze zwischen Bayern und Tirol verläuft. Von der Leutascher Straße in Mittenwald ist es gerade mal eine Stunde hinauf zum Berggasthaus. Besonders reizvoll ist eine Rundtour, die einen von Mittenwald über das Lainbachtal und vorbei am idyllisch gelegenen Lautersee hinauf zur Ederkanzel bringt.
Nördlich von Lautersee und Ferchensee erhebt sich der Hohe Kranzberg (1391 m). Der kleine Aussichtsberg, der einen herrlichen Blick auf das Karwendel und das Wettersteingebirge bietet, ist ebenfalls im Rahmen einer einfachen Wanderung erreichbar. Ausgangspunkt ist die Talstation am Kranzberglift. Von dort sind es etwa 1 ½ Stunden bis zum Gipfel. Durch seine leichte Erreichbarkeit eignet sich der Hohe Kranzberg hervorragend für eine Winterwanderung.
Anfahrt mit dem Auto: Über die Autobahn München - Garmisch zum Autobahnende bei Eschenlohe und der B 2 über Oberau und Garmisch-Partenkirchen nach Mittenwald folgen.
Anfahrt mit Bus & Bahn: Mit der Bahn von München Hauptbahnhof über Murnau und Garmisch-Partenkirchen nach Mittenwald (Fahrplan und Buchung).
Die Suche ergab 25 Treffer: