Karwendel

Nördliche Linderspitze (2372 m) über den Karwendelsteig

3
Tourdaten:
Aufstieg:  5:00 Stunden
Abstieg:  4:45 Stunden
1450 Höhenmeter

Bahnhof Mittenwald (910 m) - Mittenwalder Hütte (1518 m) - Bergstation Karwendelbahn (2244 m) - Nördliche Linderspitze (2372 m) - Brunnsteinhütte (1560 m) - Mittenwald (910 m)

Charakter: Der Weg bis zur Mittenwalder Hütte ist leicht, die weitere Tour über den Karwendelsteig zur Nördlichen Linderspitze erfordert jedoch, ebenso wie der Abstieg über den Heinrich-Noe-Steig, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Einzelne Passagen sind mittels Drahtseilen gesichert.

Anfahrt: Von der Autobahn München - Garmisch kommend weiter auf der B2 nach Mittenwald fahren. Die B2 an der Ausfahrt Karwendelbahn verlassen und auf dem Parkplatz der Karwendelbahn parken.

Mit der Bahn: Von München Hauptbahnhof über Garmisch nach Mittenwald (Fahrplan und Buchung). Mit dem Bayern-Ticket fahren bis zu 5 Personen für 25 Euro + 6 Euro je Mitfahrer nach Mittenwald. Der Ausgangspunkt liegt im Geltungsbereich des Regio-Tickets Werdenfels.

Geo-Koordinaten des Ausgangspunkts:
47.440149, 11.265151 (in Google Maps öffnen)

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Die anspruchsvolle Tour von Mittenwald auf die Nördliche Linderspitze über den Karwendelsteig bietet neben fantastischen Aussichten auf das Wettersteingebirge, Mittenwald und die Arnspitze auch Einblicke in die bizarre Felsenwelt des Karwendelgebirges. Mit der Mittenwalder Hütte, der Gipfelstation der Seilbahn sowie der Brunnsteinhütte ist auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt, ohne dass der Rucksack zu schwer wird. Für den Abstieg haben wir den Heinrich-Noe-Steig gewählt, ein fordernder und abwechslungsreicher Steig, der ebenfalls nicht an Aussicht geizt.

Aufstieg: Vom Bahnhof Mittenwald spazieren wir gute 100 Meter nach Norden. Dort halten wir uns rechts und überqueren auf der Dammkarstraße die Schienen. Wir halten uns wiederum rechts und folgen dem Mühlenweg zur bereits ausgeschilderten Talstation der Karwendelbahn. Nachdem wir links in den Weidenweg abgebogen sind und die Isar hinter uns gelassen haben, steigen wir die Treppe zu dem riesigen Parkplatz an der Karwendelbahn hinauf. Dort treffen wir auf die Autofahrer. Gemeinsam setzen wir unseren Weg nach Osten fort. Eine Unterführung bringt uns sicher auf die andere Seite der B2, wo unser eigentlicher Aufstieg beginnt.

Auch wenn uns der Weg bereits von der Tour auf die Westliche Karwendelspitze bestens bekannt ist, freuen wir uns auf die Aussicht auf die Obere Wettersteinspitze, den Hohen Kranzberg mit seinem Barfußwanderweg sowie Mittenwald. Der Weg zur Mittenwalder Hütte ist gut ausgeschildert und auch wenn hie und da eine Drahtseilsicherung angebracht ist, stellt er so gut wie keine Ansprüche an seine Begeher. Gut gelaunt erreichen wir nach 2 Stunden die Terrasse der Mittenwalder Hütte, auf der wir uns eine Erfrischung gönnen.

Hinter der Mittenwalder Hütte wird der Weg deutlich anspruchsvoller. In den Wintermonaten und im Frühling ist der Weg offiziell gesperrt. Ein Warnschild des Alpenvereins weist zudem explizit darauf hin, dass für den weiteren Wegverlauf Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich sind. Zunächst führt uns der Steig noch durch die mit dichten Latschen und Lärchen durchzogenen Hänge hinter der Hütte. Mit zunehmender Höhe halten wir uns eher nördlich und queren die felsige Wand in Richtung der Karwendelköpfe. Oft ist der Weg mit Drahtseilen gesichert und an manchen Stellen helfen künstliche Tritte beim Aufstieg. Sobald wir die Seilbahn unterquert haben, wendet sich der Weg kurz darauf nach Südost und zieht sich in zahlreichen Serpentinen den steilen Hang hinauf. Nachdem wir das Tunnelfenster des Übergangs von der Gipfelstation der Karwendelbahn zum Dammkar entdeckt haben, ist es nicht mehr weit und wir haben den nördlichen Rand der Karwendelgrube erreicht.


Beschriftetes Panoramabild: Ausblick von der Karwendelgrube ins Karwendelgebirge

Ein Stück unter uns liegt die Gipfelstation der Karwendelbahn mit angeschlossenem Restaurant. In dem überdimensionalen Fernrohr befindet sich ein kleines Museum, welches seinen Besuchern die Flora und Fauna des Karwendelgebirges näher bringt. Im Westen ist bereits unser Gipfel zu sehen. Über den Panorama-Rundweg "Passamani" starten wir im Uhrzeigersinn zum östlichen Rand der Karwendelgrube, von der wir den Blick in das Karwendeltal genießen. Beginnend mit der Pleisenspitze informieren Panoramatafeln über die zahlreichen Felsspitzen rund ums Tal. Die Sicht reicht bis zu dem etwa 20 Kilometer entfernten Steinfalk. Obwohl kurz darauf der Heinrich-Noe Steig nach links abzweigt, bleiben wir auf dem Rundweg und steigen weiter zur Nördlichen Linderspitze auf. Ansonsten würden wir den höchsten Punkt unserer Tour südlich umgehen. Wenig später haben wir den Gipfel erreicht, welcher auch den Beginn des Mittenwalder Klettersteigs markiert. Die Sicht ist beeindruckend. Im Nordosten lugt nun hinter der Westlichen Karwendelspitze auch die Soiernspitze hervor. Auch Deutschlands höchster Berg, die Zugspitze, ist im Westen deutlich zu sehen.


Beschriftetes Panoramabild: Ausblick von der Nördlichen Linderspitze

Abstieg: Nach einer ausgiebigeren Rast beginnen wir im Westen über den Mittenwalder Höhenweg unseren Abstieg. Wir umrunden die nächste Spitze im Norden. Nur wenige Minuten später haben wir aber bereits erneut einen fantastischen Aussichtspunkt erreicht. Die Sicht auf die Große Arnspitze ist nun frei. Auch der Blick im Westen auf das Wettersteingebirge ist nun uneingeschränkt möglich. Wir bleiben nun am Grat und steigen zum Sattel zwischen zwischen Nördlicher und Mittlerer Linderspitze ab. Dort stoßen wir wieder auf den Heinrich-Noe Steig, dem wir nun rechts in südlicher Richtung bergab folgen. Der Weg ist weiterhin anspruchsvoll und erfordert stets unsere Aufmerksamkeit. Zahlreiche Drahtseilsicherungen erleichtern den Abstieg. Die schöne Aussicht auf die Felsen unterhalb der Sulzleklammspitze, auf das Wettersteingebirge mit der Partenkirchner Dreitorspitze und der Gehrenspitze, entschädigen aber mehr als genug für die Strapazen.

Allmählich wird der Weg weniger felsig und wir tauchen in den Wald ein. In einer Rinne wird es nochmal steiniger. Im Wald stoßen wir auf die Fundamente einer ehemaligen Hütte und können von dort bereits das Dach der nur wenige Meter unter uns liegenden Brunnsteinhütte entdecken. An einem Tisch vor der Hütte beginnt nun der wohl gemütlichste Teil der Wanderung. Bei einem Hopfengetränk beobachten wir, leider viel zu lange, wie sich die Sonne langsam dem Grat der Arnspitze und dem Wettersteingebirge nähert. Gutgelaunt und wohlwissend, dass wir heute noch die Stirnlampen brauchen werden, machen wir uns über den Brunnsteinsteig und später dem Leitersteig auf den Weg zurück nach Mittenwald.

Der Weg ab der Brunnsteinhütte ist deutlich leichter als der Heinrich-Noe-Steig. Spektakulär ist aber sicherlich die Hängebrücke, die einen tiefen Einschnitt im Berg überbrückt. Nach der Brücke bleiben wir noch etwas auf dem Leitersteig, zweigen an einem Wegweiser jedoch bergab nach Mittenwald über Hoffeld ab. Eine gute halbe Stunde später erreichen wir die ersten Häuser und wandern auf der Innsbrucker Straße über die Isar. Etwa 50 Meter später biegen wir rechts in den Mühlweg ein. Am nächsten Abzweig werden wir nochmal links und 20 Meter später rechts in die 'Zur Kreidemühle' Straße abbiegen. Über die Albert-Schott-Straße und die Arnspitzstraße erreichen wir schließlich wieder den Bahnhof Mittenwald, wo wir zwar 2 Stunden später als geplant, aber trotzdem nur Sekunden auf den Zug nach München warten müssen.

Einkehrmöglichkeit:

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten:
  • Brunnsteinhütte (1560 m), DAV Sektion Mittenwald, Tel. +49 (0)8823/326951, geöffnet von Mai bis Oktober und im Winter an schönen Wochenenden.
  • Mittenwalder Hütte (1518 m), DAV Sektion Mittenwald, Tel. +49 (0)8825/1262, Mitte Mai bis Ende Oktober.

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
910 m - 1518 m + 2:00 2:00 Mittenwalder Hütte
1518 m - 2244 m + 2:30 4:30 Bergstation Karwendelbahn
2244 m - 2385 m + 0:30 5:00 Nördliche Linderspitze
2385 m - 1560 m + 3:00 8:00 Brunnsteinhütte
1560 m - 910 m + 1:45 9:45 Bahnhof Mittenwald

Autor: Tom Lindner
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