Gipfelbuch

Aktuelle Tourenverhältnisse & Lesertipps


Es sind 3 Einträge im Gipfelbuch vorhanden.


Eintrag von Tobi aus Minga:
nicht empfehlenswert
02.09.20  Den Hirschbichel am vergangenen Montag (31.08.2020) bestiegen.

Gleich zu Beginn der Tour mussten wir einen Rückschlag bei der technischen Funktionsfähigkeit unsere Ausstattung in Kauf nehmen (will heißen: einer unserer Bergstiefel drohte seine Sohle zu verlieren), das uns zwar den gesamten Tag über begleiten und in einer verminderten Geschwindigkeit resultieren würde, welches wir aber im Stile eines Angus MacGyver mit Bravour, Schweiß, Spucke, Pflastertape und zweier Sicherheitsnadeln aus dem Erste-Hilfe-Set gefixt hatten. Chapeau an die mich begleitende "Holzfällerin", die sich damit bis zum Gipfel und wieder zurück gequält hatte.

Auf Höhe der Stepbergalm drohte uns dann beim weiteren Aufstieg ein Spießrutenlauf durch die dort grasende Kuhherde auf der einen und der blökenden Schafherde auf der anderen Seite. Die (durch vermutlich beide anwesenden Tiergattungen) mit Dung durchtränkte Almwiese trugt ihr Übriges dazu bei, dass wir froh waren, als wir das höher gelegene Wäldchen erreicht hatten. Ab diesem Zeitpunkt zog der Nebel immer weiter zu und es begann leicht zu nieseln. Tapfer und mit der gebührenden Vorsicht tasteten wir uns auf dem Grat die letzten Meter zum kurios eingezäunten Gipfelkreuz vor und genossen den Blick ins ... neblige ... Nichts um uns herum. Die Massen an herumliegendem Schafköttel dort oben, machte das Erreichen des Gipfels abseits des latent rutschigen Untergrunds zu einer zusätzlichen Herausforderung.

Zurück an der Stepbergalm, die witterungsbedingt geschlossen war, nahmen wir unsere Nichtmehrganz-Gipfelbrotzeit unter den Argusaugen der Wiederkäuer ein.

Nun wog die Entscheidung schwer, welche Abstiegsroute wir nehmen sollten: Auf dem Weg zurück, über den wir bis hierher aufgesteigen sind oder über das vielversprechendere Gelbe Gwänd, dessen Zugang über ein strombewehrtes Weidegatter uns jedoch von zwei türstehenden "Niederflurrindern" versperrt wurde. Nach langem Zögern - meine Begleitung ist zwar des Holzfällens mächtig, hat jedoch Heidenrespekt vor behörnten Paarhufern - schlichen wir uns mutig Zentimeter für Zentimeter um die garstig dreinblickenden Türsteher herum.

Von nun an, war es förmlich ein sanftes Hinabgleiten über zahlreiche Serpentinen durch eine wunderschöne Fels-, Tal- und Gebirgsbachlandschaft mit stetem Blick auf das nebelverhangene Wettersteingebirge. Bis auf ein einzelnes versprengtes Touristenpärchen, das uns am Gelben Gwänd entgegenkam, war es trotz (oder gerade wegen?) der neblig-diesigen Witterung, der geschlossenen Stepbergalm und des regulären Werktags eine perfekt stille Genußtour abseits des Großstadttrubels, die unten an der Windbeutelalm durch die Einnahme des namensgebenden Brandteiggebäcks einen mehr als gelungenen Abschluß fand.

Selbstverständlich gilt es diese Tour vor Overtourism zu bewahren, daher das strategisch bewusst gewählte "nicht zu empfehlen". ;)
Eintrag von Andi und Vera aus Landshut:
sehr empfehlenswert
12.06.17  Sind am 11.06.2017 bei bestem Wetter über das gelbe Gewänd bis zur Stepbergalm aufgestiegen. Super schöner Weg, sehr empfehlenswert. Anschließend sind wir dann einen recht unscheinbaren Weg über eine Weide an einer Kuhherde vorbei weiter Richtung Hirschbichl gegangen. Technisch ist der Weg zu keiner Zeit recht schwierig, man sollte aber durch die knapp 1200 Höhenmeter schon etwas Kondition mitbringen. Am Gipfel angekommen hat man eine super Aussicht auf die Zugspitze, Kramer, Hoher Ziegspitz, Ammer- und Starnbergersee, Ammergauer Berge... Leider waren oben sehr viele Fliegen unterwegs und wir gingen dann wieder recht schnell runter bis zur Stepbergalm. Dort war reger Betrieb und wir machten hier auch eine längere Pause. Sehr nettes Personal auf dieser Alm. Für den Abstieg wählten wir die Variante über den Kreuzweg. Wir hätten aber im Nachhinein dann doch lieber den Weg übers Gelbe Gewänd nehmen sollen, da es für uns der eindeutig schönere Weg war. Ansonsten war es eine sehr schöne Tour , die wir bestimmt nochmal machen werden, aber dann bis zur Hohen Ziegspitz.
Eintrag von Steffen K. aus München:
sehr empfehlenswert
05.06.17  Nachdem uns unsere für Pfingsten geplante Hüttentour aufgrund des am Sonntag doch eher unsicheren Wetters zu riskant wurde, habe wir diese erstmal verschoben zum "eingehen" am vergangenen Samstag diesen eher unbekannten Gipfel am Rande der Ammergauer Alpen ausgesucht.

Es hat sich gelohnt!

Warum der Hirschbichel im Vergleich zu dem etwas niedrigeren Hohen Ziegspitz und der weitaus bekannteren Kramerspitz eher ein Schattendasein fristet blieb uns schleierhaft. Der fast freistehende Gipfel bietet einen tollen Rundumblick, sogar der Hochvogel war trotz leichter Bewölkung in der Ferne zu erkennen.

Vor dem Gipfelendspurt gönnten wir uns eine kleine Stärkung auf der nett gelegenen Stepbergalm. Kurz vor dem Gipfel versperrte ein mitten auf eine Linkskehre umgestürzter Baum den Weiterweg, was für leichte Verwirrung sorgte. Ich empfehle den Baum rechtzeitig linkerhand zu umgehen . Geht man rechts weiter landet man irgendwo im Niemandsland.

Auf dem abwechselungsreichen unschwierigen Weg bis zur Stepbergalm hatten wir auch mit dem Wetter Glück, erst auf den letzten Metern zog sich der Himmel ein wenig zusammen, am Gipfel (den wir ganz für uns hatten) verzogen sich die wenigen Wolken und (welch ein Glück da *Sonntagskind*) lie´ßen sich bis ins Tal hin auch nicht mehr Blicken.

Der Abstieg durchs gelbe Gewänd ist äußerst empfehlenswert. Viele Serpentinen schlängeln sich den schmalen Weg herab ins Tal, es empfiehlt sich ein wenig trittsicher zu sein, schwerig oder gar ausgesetzt ist es jedoch zu keiner Zeit.
Im Tal angekommen gab es dann noch leckere Erdbeerwindbeutel auf dem Berggasthof Almhütte.

Übrigens, die Schafe die sonst ganz gerne im Gipfelbereich des Hirschbichels weiden sind Anfang Juni (noch) im Tal. Gleiches gilt im übrigen für die Kühe ;-))


Gipfelbuch
Gesamtbewertung der Tour „ Hirschbichel“:
zufriedenstellend
Im Durchschnitt 3.5 von 5 (3 Bewertungen)
Letzter Eintrag (von Tobi):
02.09.20  Den Hirschbichel am vergangenen Montag (31.08.2020) bestiegen.

Gleich zu Beginn der Tour mussten ... [weiter]

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