Parkplatz Festungswerk Tre Sassi (2170 m) - Hexenstein/Sasso di Stria (2477 m)
Auf dem etwa einen Kilometer langen Normalweg zum Gipfel des Hexensteins müssen knapp 300 Höhenmeter überwunden werden. Der Wegverlauf durch Gräben und wahlweise durch einen Stollen lässt verschiedene Varianten zu, bei denen Trittsicherheit und ein Minimum an Schwindelfreiheit nötig sind. Im oberen Bereich führt der Steig durch leichtes Kraxlgelände und über zwei Eisenleitern zum Gipfel.
Vom Brenner kommend die Brennerautobahn A22 an der Ausfahrt Brixen-Pustertal verlassen und weiter auf der Pustertaler Staatsstraße E66 bis kurz vor Bruneck fahren. Dort, nach dem Tunnel beim Schloss Sonnenburg, rechts auf die SS244 abbiegen und dem Straßenverlauf für etwa 30 km bis Stern folgen. Hier links auf die LS37 abbiegen und auf dem Valparolapasses bis zur Passhöhe fahren. Hinter dem ehemaligen Österreich-Ungarischen Sperrwerk Forte Tre Sassi auf dem großen Parkplatz parken.
46.52742147, 11.99249983
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Wer sich gut eine Stunde Zeit nimmt, kann schnell den Gipfel des Hexensteins erreichen. In der Regel wird die Tour aber deutlich länger dauern. Das liegt meist nicht daran, dass der kurze Aufstieg besonders schwierig wäre - etwas Trittsicherheit sollte man allerdings schon mitbringen - sondern vielmehr daran, dass es auf dem Berg an der ehemaligen Frontlinie des Ersten Weltkriegs viel zu entdecken gibt. Angefangen mit dem Forte Tre Sassi auf der Passhöhe, das ein kleines Museum beherbergt, sind die Spuren der Kaiserjäger in Form von Schützengraben, Galerien und Stollen auf dem gesamten Areal zu finden. Die einzigartige und wunderschöne Gegend, die Aussicht auf die felsigen Dolomitenwände und der Blick auf die vergletscherte Marmolada laden zum Verweilen ein, können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Berge hier schon wesentlich grausamere Zeiten gesehen haben.
Ausgehend von der alten Straße, ein Stück südlich des Museums starten wir unsere Tour auf den Hexenstein. Der Gipfel ist hier mit dem italienischen und ladinischen Namen "Sasso di Stria" bzw. "Sass de Stria" bereits angeschrieben. Schnell erreicht der Steig felsiges Gelände, noch kommen wir aber auch ganz gut ohne Zuhilfenahme der Hände zurecht. Bald haben wir eine recht gute Sicht nach Norden auf das kleine Museum und die dahinterliegende Fanesgruppe. Im Nordwesten zeigt sich, eingehüllt in eine Wolke, der Peitlerkofel.
Bald haben wir die ersten Laufgräben erreicht, die im unteren Teil noch wenig ausgeprägt und relativ flach sind. Mit zunehmender Höhe werden aber die Anstrengungen der Kaiserjäger, sich in dem Berg zu verschanzen, immer deutlicher. Die Schützengräben, die teilweise den natürlich gewachsenen Fels nutzen, werden zahlreicher und tiefer. Kleinere aus Brettern bestehende Brücken erleichtern den Aufstieg. Pfade, Steige und Gräben lassen viele Varianten für den Aufstieg zu, die aber allesamt auf den Gipfelbereich zu steuern. Über eine Wiese, hier ist es kurzzeitig etwas flacher, erreichen wir schließlich den Gipfelaufbau, der den schwierigsten Teil der Besteigung einläutet.
Durch einen kleinen Tunnel steuern wir auf eine Felsspalte zu. Der Weg wird nun wieder deutlich steiler. Stufen erleichtern das Vorankommen. Nach Osten haben wir durch kleine Fenster im Fels immer wieder einen Blick auf den mächtigen Lagazuoi und auf den Falzarego-Pass. Stellenweise ist der Weg hier mittels Drahtseil gesichert. Am Ende des Grabens müssen wir noch zwei eiserne Leitern überwinden, bevor wir wieder offenen Gelände betreten. Steinig geht es weiter. Zwar müssen wir ab und zu die Hände zur Unterstützung einsetzen, bei geschickter Wegwahl halten sich aber die Schwierigkeiten in Grenzen.
Auf dem flachen, meist gut besuchten Gipfel angekommen suchen wir uns ein Plätzchen zum Brotzeitmachen. Während die Kinder weiter die Gänge und Gallerien erkunden genießen wir den Blick nach Südwesten auf die vergletscherte Marmolata, im Westen auf den Piz Boe und ein Stück weiter rechts auf die Geisler mit dem Sas Rigais. Im Osten zeigt sich hinter den Wänden des Lagazuoi die mächtige Tofana Gruppe. Schön sind auch die Cinque Torri im Osten zu sehen. Dort verschanzten sich seinerzeit die Alpini.
Der Abstieg erfolgt weitgehend auf dem gleichen Weg. Wir halten uns diesmal ein Stück westlicher und können so weitere Baracken und Laufgräben entdecken. Auch einen Tunnel finden wir, über den man alternativ zum Gipfel aufsteigen kann. Beeindruckt von der Bergwelt, aber auch von der Arbeit, die einst die Kaiserjäger hier in die Grenzbefestigung gesteckt haben, kehren wir schließlich zum Parkplatz am Falzarego-Pass zurück.
Unterwegs keine. Ein Stück nördlich des Ausgangspunktes befindet sich an der Passtraße das Rifugio Valparola.
| Höhe | Gehzeit | Gesamt | Ziel | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 2170 m | - 2477 m | + 1:15 | 1:15 | Hexenstein - Sasso di Stria | |
| 2477 m | - 2170 m | + 0:45 | 2:00 | Parkplatz Festungswerk Tre Sassi | |