Italien Dolomiten

Piz Boe (3152 m) vom Pordoijoch

Charakter 3
Tourdaten:
Aufstieg Aufstieg:  3:00 Stunden
Abstieg Abstieg:  2:30 Stunden
Höhenmeter 900 Höhenmeter
Strecke 9,0 Kilometer

Pordoijoch (Passo di Pordoi, 2239 m) - Pordoischarte (Forcella di Pordoi, 2848 m) - Piz Boe (3152 m)

Charakter: Insgesamt anspruchsvolle Bergwanderung. Der Anstieg vom Pordoijoch zur Pordoischarte führt im oberen Drittel steil durch schottriges Gelände. Am Gipfelaufstieg warten drei kleine drahtseilgesicherte Kletterstellen. Die zweite und dritte Felsstufe lassen sich über einen Pfad umgehen. Für eine Besteigung des Piz Boe sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig.

Anfahrt: Über die Autobahn München - Innsbruck - Brenner bis zur Ausfahrt Klausen. Nach der Ausfahrt am Kreisverkehr geradeaus ins Grödner Tal und über St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein hinauf zum Sellajoch fahren. Nach dem Sellajoch an der folgenden Verzweigung links halten und empor zum Pordoijoch fahren. Dort rechter Hand am großen Parkplatz das Auto abstellen.

Mit Bus & Bahn:
Mit der Bahn von München über Innsbruck nach Franzensfeste und weiter mit der Regionalbahn Richtung Bruneck nach St. Lorenzen (Fahrplan und Buchung). Vom Bahnhof in St. Lorenzen mit der Bus-Linie 460 nach Corvara (zur Fahrplanauskunft) und von Corvara mit dem Dolomiti-Bus 472 zum Pordoijoch.

Geo-Koordinaten des Ausgangspunkts:
46.487734, 11.810807 (in Google Maps öffnen)

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Der Piz Boe ist der höchste Punkt der Sellagruppe und gilt als leichtester Dreitausender der Dolomiten. Letzteren Titel hat er aber nur inne, sobald man den Anstieg vom Pordoijoch über die Pordoischarte Richtung Gipfel einschlägt. Auf dieser Route bewegt man sich hauptsächlich im Gehgelände. Einzig am Gipfelaufbau gilt es in leichter Kraxelei drei mit Drahtseilen gesicherte Felsstufen zu meistern. Zwei dieser Barrieren lassen sich sogar umgehen. Wir starten also am Pordoijoch und wandern den imposanten Südwänden der Sella entgegen. Mühsam leitet uns der Weg in vielen Kehren über schottrigen Untergrund zur Pordoischarte hinauf. An der Scharte ändert sich die Szenerie schlagartig und wir finden uns inmitten der Mondlandschaft des Sellastocks wieder. Am Rifugio Forcella Pordoi, das uns vor dem Gipfelsturm die Möglichkeit einer Stärkung bietet, blicken wir ins tief eingeschnittene Valon del Fos. Nach der Hütte folgt ein kurzer Quergang und ein weiterer Anstieg, der uns zum Fuße des Gipfelaufbaus bringt. Nach besagten mittels Drahtseil gesicherten Kletterstellen und steilem Gehgelände erreichen wir schließlich das am Gipfel gelegene Rifugio Capanna Piz Fassa und genießen bei einer Erfrischung und einer Brotzeit das fantastische Panorama.

Mit der Seilbahn: Mit Nutzung der Seilbahn, die vom Pordoijoch zum Sasso Pordoi (2950 m) hinauf führt, lässt sich die Aufstiegszeit um knapp 1 ½ Stunden verkürzen. Von der Bergstation am Sasso Pordoi gelangt man in 10 Minuten hinunter zum Rifugio Forcella Pordoi (2848 m) und trifft dort auf den Aufstiegsweg. Im Abstieg würde man sich bei einer Seilbahnfahrt 1 Stunde sparen. Der Rückweg von der Pordoischarte zur Bergstation dauert 15 Minuten und verlangt einen Gegenanstieg von 100 Höhenmetern.

Wir gewinnen die ersten HöhenmeterAufstieg: Wir verlassen den großen Parkplatz am Pordoijoch (2239 m), gehen zurück zur Straße und überqueren diese. Ein Stück rechts (östlich) von der Talstation der Sasso-Pordoi-Seilbahn sehen wir das Fausto-Coppi-Denkmal. Dort beginnt der beschilderte Anstiegsweg zum Piz Boe. Wir schlagen den zu Beginn teils mit Stufen ausgebauten Pfad ein und streben auf die Südwände der Sellagruppe zu. Nach einer knappen Viertelstunde treffen wir auf eine grasige Anhöhe, die wir an ihrer linken Seite queren. Nach dem Grasbuckel vollzieht unser Weg einen Linksbogen und führt uns nun in nordwestlicher Richtung auf den Sasso Pordoi zu. Der Pfad wird in der Folgezeit steiniger. Nach ein paar Kehren leitet uns der Weg an einem grasigen Rücken vorbei. Wenig später treffen wir auf einen Wegweiser und orientieren uns dort weiter in nördlicher Richtung auf die bereits sichtbare Pordoischarte zu. Wir rücken näher an die gewaltigen Wände des Sasso Pordoi heran.

Das Rifugio Forcella Pordoi Das Terrain wird immer schottriger und der Anstieg deutlich mühsamer. In mehreren Kehren steigen wir der Pordoischarte entgegen. Rückblickend schauen wir über das Pordoijoch zur vergletscherten Marmolada, deren Hauptgipfel Punta Penia mit ihren 3343 Metern den höchsten Punkt in den Dolomiten markiert. Kurz unterhalb der Scharte wird der Weg deutlich steiler und die Kehren werden kürzer. Nach einer Gehzeit von 1 ½ Stunden erreichen wir schließlich die Pordoischarte (Forcella di Pordoi, 2848 m) und mit ihr das am Sattel gelegene Rifugio Forcella Pordoi. Vom Schutzhaus schauen wir nun erstmals hinauf zum Gipfel des Piz Boe, der unser nächstes Ziel sein wird. Linker Hand fasziniert der Blick ins Valon del Fos. Hinter der Hütte thront über dem Taleinschnitt ein antiquierter Abort, dessen Lage zwar einen landschaftlichen Reiz besitzt, der jedoch nicht mit den Sanitäranlagen der modernen Hütte mithalten kann.

...und steigen zu einem Sattel empor Nach einer Rast schlagen wir an der Pordoischarte den beschilderten Weg Richtung Capanna Fassa und Piz Boe ein. Dieser leitet uns eben in östlicher Richtung an einem Marterl vorbei. In der Folgezeit queren wir die Schutthänge der Sella-Südseite in einem leichten Auf und Ab. Später vollzieht unser Weg einen sanften Linksbogen und führt uns zu einer Verzweigung mit einem Wegweiser. Dort wenden wir uns nach rechts und wählen somit den Weg zur Capanna Fassa und zum Piz Boe. In südöstlicher Grundrichtung leitet uns der steinige Pfad in Kehren bergauf. Nach einem kurzen Anstieg orientiert sich die Route nach links (Nordosten) und führt uns zur geräumigen Einsattelung zwischen Piz Boe und Punta de Joel hinauf. Am breiten Sattel streben wir in nordöstlicher Richtung in der Ebene auf den Piz Boe mit seinem am Gipfel gelegenen Schutzhaus zu. Langsam wird der Weg steiler und bringt uns in einem Links- und einem Rechtsbogen zu einer Felsstufe.

Das Rifugio Capanna Piz Fassa Entlang einiger Drahtseilsicherungen und Tritthilfen kraxeln wir über die Felsbarriere hinweg. Nach der leichten Klettereinlage bringt uns der Pfad zu einer felsigen Rampe, die wiederum in einfacher Kraxelei überwunden wird. Die zweite kurze Ferrata ließe sich auch linkshaltend umgehen. Dieser Weg ist allerdings für die Absteigenden reserviert, darum sollte man hier den Gegenverkehr zuerst passieren lassen. Kurz darauf kommen wir zum dritten Hindernis, das linker Hand wiederum auch über einen schmalen Steig umgangen werden kann. Im Anschluss schraubt sich der steinige Pfad in vielen kurzen Kehren bergauf und leitet uns zügig dem Gipfel entgegen. 1 ½ Stunden nach dem Verlassen der Pordoischarte stehen wir am Rifugio Capanna Piz Fassa und somit höchsten Punkt des Piz Boe (3152 m), der zudem von einem kleinen Kreuz und einer Madonna geschmückt wird. Wir genießen das wunderbare Dolomitenpanorama und blicken außerdem zu den Dreitausendern der Ortlergruppe, der Ötztaler, Stubaier und Zillertaler Alpen sowie der Hohen Tauern.

Abstieg: Wie Aufstieg. Alternativ vom Rifugio Forcella Pordoi hinauf zum Sasso Pordoi (15 Miunten und 100 Höhenmeter) und Abfahrt mit der Seilbahn.

Alternativer Anstieg zum Piz Boe: Vom Pordoijoch über den sehr anspruchsvollen Klettersteig Via Ferrata Cesare Piazzetta (zur Tourbeschreibung).

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten:
  • Rifugio Forcella Pordoi (2848 m), privat, Tel. +39 0462 767500. Geöffnet von Mitte Juni Ende September.
  • Rifugio Capanna Piz Fassa (3152 m), privat, Tel. +39 0462 601723. Geöffnet von Mitte Juni bis Ende September (je nach Wetterlage).

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
2239 m - 2848 m + 1:30 1:30 Pordoischarte
2848 m - 3152 m + 1:30 3:00 Piz Boe
3152 m - 2848 m + 1:15 4:15 Pordoischarte
2848 m - 2239 m + 1:15 5:30 Pordoijoch

Autor: Didi Hackl
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