Italien Dolomiten

Tofana di Rozes (3225 m) über den Klettersteig Ferrata Giovanni Lipella

Charakter C/D
Tourdaten:
Aufstieg Aufstieg:  5:30 Stunden
Abstieg Abstieg:  2:30 Stunden
Höhenmeter 1500 Höhenmeter

Rifugio Angelo Dibona (2037 m) - Via Ferrata Lipella Einstieg (2500 m) - Via Ferrata Lipella Ende (3000 m) - Tofana di Rozes (3225 m) - Rifugio Camillo Giussani (2580 m) - Rifugio Angelo Dibona (2037 m)

Charakter: Klettersteig der Kategorie C/D. Die technisch schwierigen Stellen halten sich in Grenzen, meist ist das Gelände einfacher. Trotzdem sollte man den Steig allein auf Grund seiner Länge und Höhe nicht unterschätzen. Der Abstieg auf der Nordseite kann bei Restschneefeldern unangenehm glatt sein. Schwindelfreiheit, Trittsicherheit, gute Kondition aber auch stabile Wetterverhältnisse sind für diese ca. 8 Stunden lange Tour unabdingbar.

Besondere Ausrüstung: Komplette Klettersteigausrüstung und eine Stirnlampe für den Tunnel.

Dauer des Klettersteigs: Ca. 4 Stunden

Anfahrt: Von Innsbruck kommend über den Brenner auf der A22 Richtung Brixen fahren. An der Ausfahrt Brixen-Pustertal die Autobahn verlassen und weiter auf der Pustertaler Staatsstraße SS49 bis kurz vor Bruneck fahren. Nach dem Tunnel beim Schloss Sonnenburg, rechts abbiegen und weiter auf der SS244 nach Stern fahren. Dort links auf die LS37 abbiegen und über den Falzaregopass Richtung Cortina d'Ampezzo fahren. 11 Kilometer nach der Talstation der Seilbahn Lagazuoi führt nach links eine kleine Zufahrtsstraße zum Rifugio Dibona. Dieser nur anfangs geteerten Straße bis zum Refugio folgen.

Geo-Koordinaten des Ausgangspunkts:
46.5324, 12.069898 (in Google Maps öffnen)

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Anspruchsvolle Aufschwünge, lange Bänder und dazu die einzigartige Aussicht auf die Felsformationen, Türme und Gipfel der Dolomiten. So oder so ähnlich könnte man viele Dolomiten-Klettersteige beschreiben. Die Ferrata Giovanni Lipella auf die 3225 m hohe Tofana di Rozes bildet hier keine Ausnahme. Neben der eindrucksvollen Fernsicht vom südlichsten Tofana-Gipfel, lockt eine Einkehr im Rifugio Camillo Giussan und im Rifugio Angelo Dibona. Eine Besonderheit der Tour ist auch der Aufstieg durch einen 300 m langen Kriegsstollen, der Galleria del Castelletto gleich zu Beginn der Ferrata. Stirnlampe nicht vergessen!

Die mächtige Südseite der Tofana di RozesAufstieg: Nachdem wir die holprige Zufahrtsstraße zum Rifugio Angelo Dibona hinter uns gelassen haben, parken wir unser Fahrzeug auf dem großzügigen, aber dennoch recht vollen Parkplatz. Hinter dem Haus beginnen wir nach Westen mit dem Aufstieg. Recht bequem führt uns ein breiter Weg zum Materiallift der Camillo Giussani Hütte. Durch die Scharte rechts von uns, werden wir heute Nachmittag wieder absteigen. Der Zugang zur Ferrata Giovanni Lipella ist hinter dem kleinen Lifthäuschen bereits angeschrieben. Durch Schotter steigen wir nun nach Westen immer näher zu der mächtigen Südwand der Tofana di Rozes auf. Pfade nach links ignorieren wir und orientieren uns weiter an den Wegweisern zur Ferrata Lipella. Etwa eine Stunde lang können wir die herrliche Aussicht nach Süden zu den Cinque Torri, zum Croda da Lago und zum Monte Pelmo genießen, dann haben wir den Einstieg des Klettersteigs an der Südwestwand der Tofana erreicht.

Die Aussicht auf die Südliche Fanesspitze prägt nun das PanoramaWir legen unsere Klettersteigausrüstung an und kraxeln vorbei an mehreren Bronzetafeln zum Eingang des im Krieg entstandenen Sprengstollens "Galleria del Castelletto". Zahlreiche Drahtbügel, Stifte und zwei lange Leitern erleichtern es uns, die etwa 30 Höhenmeter zu überwinden. Mit eingeschalteten Stirnlampen geht es anschließend im Berginneren weiter. Eine Stahltreppe hilft im steil nach oben verlaufenden Tunnel nicht auszurutschen. Nach etwa 10 Minuten ist der obere Ausgang erreicht. Vorbei an der Wand des nahen Castelletto können wir im Südwesten nochmal einen recht schönen Blick auf die vergletscherte Marmolata werfen. Ein paar Meter sind nach dem Stollen noch mittels Drahtseil gesichert, dann erreicht man Gehgelände. Zunächst über breite Kiesflächen, später über ein Band dringen wir nach Norden tiefer in das Travenanzestal vor. Westlich von uns prägen nun der Kleine und Große Lagazuoi, sowie die Südliche Fanesspitze das Panorama. Allmählich wird das Band nach Norden schmäler und wir erreichen den zweiten Teil des Klettersteigs.

Der Ausblick aus dem Einschnitt zurück auf das BandAuch wenn wir uns wieder am Seil befinden, bleiben die Schwierigkeiten zunächst noch recht überschaubar. Im A/B Gelände finden wir zahlreiche Tritte und gewinnen schnell an Höhe. Der Steig zieht sich nach links den Berg hinauf und mündet schließlich in eine kurze Gehpassage. Anschließend queren wir wieder gesichert weiter nach Norden, bevor uns abermals ein Band ohne Drahtseilversicherung bis zum nächsten Aufschwung führt. Dieser verlangt uns deutlich mehr ab und ist an der Schlüsselstelle, die sich am Anfang der Stufe befindet, mit C/D bewertet. Weitgehend eben geht es nach Norden weiter. Damit keine Langeweile aufkommt, ist dieses Band von einer Rinne durchkreuzt. Ein beherzter großer Schritt lässt uns diese mühelos überwinden. Auf einem recht komfortablen breiten Band geht es dahinter ein gutes Stück tiefer in das Travenanzestal hinein. Zum Leitwesen aller verlieren wir dabei einige Höhenmeter. Die Aussicht auf die gigantischen Felsen auf der gegenüberliegenden Talseite entschädigen mehr als genug. Es folgt ein tiefer, gesicherter Einschnitt in den Berg, dann steht man vor der nächsten Passage, an der wieder Höhenmeter gut gemacht werden.

Der Blick zurück zum Tre Dita und auf die dahinter liegende FanesgruppeDas Spiel aus Aufschwüngen und Bändern setzt sich nun noch zweimal fort bis wir den Aussichtspunkt Tre Dita erreichen. Technisch wird es bis dahin im B/C-Gelände etwas einfacher, meist sind aber nun auch die Bänder und Querungen etwas ausgesetzter. Kurz bevor man die Tre Dita in 2694 m Höhe erreicht führt der Klettersteig über ein breites Band nach rechts. Trotzdem sollte man unbedingt die wenigen Meter zu der Felsnase nach Norden vorstoßen und die Aussicht dahinter auf die Tofana di Mezzo genießen. Hier befindet sich auch der Notausstieg. Wer nicht mehr kann oder will, sollte hier nach Norden weitergehen und die Tofana de Rozes dabei halb umrunden. Auf diese Weise spart man den Rest des Klettersteiges und den Weg zum Gipfel. Auch der manchmal unangenehme Teil des Abstiegs zur Hütte Camillo Giussani bleibt einem dadurch erspart. Wer wie wir weiter möchte, spaziert nun auf den breiten Band zurück und wandert weiter, leicht ansteigend nach Süden.

... dann lassen wir den Klettersteig hinter uns.Knapp 10 Minuten brauchen wir, dann setzt sich der drahtseilgesicherte Teil der Ferrata fort. Die Route verläuft nun leicht nach rechts haltend den Berg hinauf und bleibt recht abwechslungsreich. C-Passagen wechseln sich munter mit leichterem A/B-Gelände ab. Genussklettern pur! Die Höhe lässt uns zwar zunehmend schneller atmen, bei dieser Aussicht hält man aber auch gern mal an und genießt den Ausblick. Zudem findet man an den Kanten der halbrunden Wand immer recht nette Fotospots. Nach einer kurzen Querung (A) wird es im C-Gelände nochmal anstrengender. Erschwerend kommt hinzu, dass hier an diesem Tag einige Stellen etwas vereist waren. In etwa 3000 m Höhe wird es wieder flacher und wenig später endet die Ferrata.

... auf den Gipfel der Tofana di Rozes zu.Auf einem recht schottrigen Grat geht es nun nach Südosten direkt auf den Gipfel zu. In einem steileren Stück treffen wir auf ein paar Restschneefelder, dann steht dem eindrucksvollen Gipfelerlebnis in 3225 m Höhe nichts mehr im Weg. Im Osten können wir tief im Tal die Häuser von Cortina d'Ampezzo erkennen. Erwähnenswert ist im Südwesten die Marmolata, der höchste Berg der Dolomiten. Ganz im Westen zeigt sich die Sellagruppe mit dem Piz Boe als höchsten Punkt. Etwas weiter rechts können wir auch die Geislerpitzen mit dem Sass Rigais erkennen. Nach Norden reicht der Blick an der Tofana di Mezzo vorbei bis zum Alpenhauptkamm.


Beschriftetes Panoramabild: Ausblick von der Tofana di Rozes

... dann steigen wir auf der Nordseite ab.Abstieg: Der Abstieg führt uns zunächst wieder am Grat entlang zurück. Am Ende halten wir uns rechts und steigen steil in das Tal zwischen Tofana de Rozes und Tofana di Mezzo ab. Auch hier sind die bereits im Schatten liegenden Felsstufen zum Teil recht vereist und erfordern unsere volle Konzentration. Am Fuß der noch sonnenbeschienenen Tofana di Mezzo ist schon bald das Rifugio Camillo Giussani zusehen, welches wir aber erst gut eineinhalb Stunden nach unserem Aufbruch am Gipfel erreichen. Immerhin wird der Abstieg mit jedem Höhenmeter ein wenig leichter, bis wir im unteren Bereich den Wanderweg erreichen, der vom Notausstieg herführt.

Auf einem breiten Weg steigen wir zum Parkplatz ab ...Nach der Hütteneinkehr setzen wir durch die Scharte unseren Abstieg nach Süden fort. Vorbei an den Felsen, hinter denen sich auch die Ruinen des Rifugio Cantore befinden, führt uns ein breiter Weg zurück zum Rifugio Angelo Dibona. Etwas geschafft, von der beeindruckenden Fernsicht aber immer noch begeistert, erreichen wir den Parkplatz vor der Hütte. Dort lassen wir die Tour in Gedanken nochmal Revue passieren. Sicherlich nicht unser letzter Ausflug in die Gegend, an diesem Tag freut sich aber dann doch jeder auf eine Dusche und sein Bett.


Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten:
  • Rifugio Angelo Dibona, privat, Tel (2037 m),Tel +39(0)436-860294, geöffnet von Mitte Juni bis Ende September.
  • Rifugio Camillo Giussan (2580 m), CAI Cortina, Tel. +39(0)436-5740, geöffnet von Mitte Juni bis Ende September.

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
2037 m - 2500 m + 1:30 1:30 Via Ferrata Lipella Einstieg
2500 m - 3000 m + 3:45 5:15 Via Ferrata Lipella Ende
3000 m - 3225 m + 0:30 5:45 Tofana di Rozes
3325 m - 2580 m + 1:45 7:30 Rifugio Camillo Giussani
2580 m - 2037 m + 1:00 8:30 Rifugio Angelo Dibona

Autor: Tom Lindner
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