46.67506, 11.814335 (in Google Maps öffnen)
Ein wenig östlich der Aferer Geisler, abgegrenzt durch die Peitlerscharte, befindet sich der Peitlerkofel. Der berühmte Berg mit seinem freistehenden Doppelgipfel ist vor allem für seine einzigartige Fernsicht bekannt. Wer den Klettersteig im Gipfelbereich meiden möchte, begnügt sich mit dem "Kleinen Peitler". Aber auch, wer gänzlich auf die Gipfel verzichtet und das gewaltige Bergmassiv lediglich umrundet, wird dank der spektakulären Aussicht auf die Südtiroler Bergwelt voll zufrieden sein.
Aufstieg: Den großen Parkplatz am Würzjoch verlassen wir auf dem Weg 8A in südwestlicher Richtung. Die gewaltigen Nordwände des Peitlerkofels vor Augen spazieren wir auf dem breiten Fahrweg Richtung Fornela Alm. Noch bevor wir die Hütten der Alm erreichen, halten wir uns rechts und wandern nach Südwesten auf die Peitlerscharte zu. Die Aferer Geisler mit dem 2652 Meter hohen Tullen werden mit jedem Schritt eindrucksvoller von der langsam aufgehenden Sonne beleuchtet. Nachdem wir uns an einem Abzweig links gehalten haben, wird die Fahrstraße zum Pfad. Auf dem immer noch gemächlich ansteigenden Weg erreichen wir schließlich die Scharte. Von links stößt nun der Weg von der Halslhütte dazu.
In der schattigen Scharte wird der Weg nun deutlich steiler. Die Hände muss man zwar meist noch nicht zur Hilfe nehmen, dennoch erhöht sich während des etwa 30-minütigen Anstiegs zum Rand der Peitlerscharte unweigerlich der Puls. Oben angekommen werden wir wieder von der Sonne empfangen und es eröffnet sich ein fantastischer Ausblick auf die Puezgruppe, die sich im Osten der Geislergruppe anschließt. Auch wir halten uns zunächst nach Osten, später eher nördlich, und steigen über zahlreiche Serpentinen auf dem Weg 4B weiter auf.
Mit jedem Schritt wird die Aussicht nach Süden spektakulärer. Im Westen zeigen sich bald die Geisler mit dem Sass Rigais und der Großen Furchetta. Im Süden wird zunehmend die gletscherbedeckte Marmolata sichtbar. Auch den Piz Boe, den höchsten Punkt der Sellagruppe, können wir nach ein paar Höhenmeter ausmachen. Bis auf eine leicht zu überwindende Kletterstelle ist der Weg zwar steil, aber noch wenig ausgesetzt. Wer auch, wie wir, dem "Kleinen Peitlerkofel" einen Besuch abstatten möchte, hält sich in etwa 2740 Meter Höhe links nach Westen. Vom Einschnitt zwischen den beiden Gipfeln kann man durch eine Scharte bis zur Würzjochhütte (Ütia de Börz), unserem Ausgangspunkt sehen. Schnell haben wir auf einem einfachen Wanderweg den Gipfel des Kleinen Peitlers erreicht. Der Ausblick ist überwältigend.
Ausblick vom Kleinen Peitler auf Richtung Geislergruppe im Südwesten
Natürlich wollen wir aber auch dem Hauptgipfel besuchen. Hierzu steigen wir wieder bis zum Abzweig ab und halten uns dann wenige Meter nach Osten. Hier beginnt nach Norden der kurze Klettersteig zum Hauptgipfel. Für Klettersteigverhältnisse relativ einfach (ca. A/B) zieht sich der gut gesicherte Steig bis knapp unter den Gipfel. Ob hier ein Klettersteigset nötig ist oder nicht, muss letztendlich jeder für sich entscheiden. Ein Helm kann aufgrund losem Materials im Steig sinnvoll sein. Etwa 20 Minuten später stehen wir auf dem Hauptgipfel des Peitlerkofels und können nun auch die Sicht nach Osten auf die Fanesgruppe mit dem Neuner und Zehner genießen. Auch der Monte Cristallo und die Tofana sind schön zu sehen.
Abstieg: Nachdem wir ausgiebig das Panorama genossen haben, geht es frisch von einer Brotzeit und der obligatorischen Gipfel-Halben gestärkt auf dem Weg Nummer 4 bis zur Scharte zurück. Hier kann sich der Wanderer entscheiden ob er den gleichen Weg zurück geht, oder wie wir, den Peitlerkofel über das Gömajoch umrundet. Wir wandern hierzu im Süden die Hänge ein Stück bergab, bevor wir eine Fahrstraße erreichen, der wir nach Osten folgen. Vorbei an unzähligen Heuhütten spazieren wir mal bergauf, mal bergab an den Almwiesen vorbei. Begleitet von der herrliche Aussicht auf die Dolomiten im Süden vergeht dabei die Zeit wie im Flug. Am Gömajoch machen wir nochmal kurz Rast, bevor wie nach Norden absteigen. Über die Ütia de Göma und einem zauberhaft schönen Waldstück unter den nördlichen Hängen des Peitlerkofels wandern wir wieder zurück zum Würzjochhütte. Dort lassen wir es uns nochmal schmecken bevor es wieder nach Hause geht.
Ütia de Börz/Würzjochhütte (2007 m), Tel. +39 (0)474/520066. Geöffnet von Anfang Mai bis Anfang November und von Weihnachten bis Ende März.
Höhe | Gehzeit | Gesamt | Ziel | ||
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1987 m | - 2357 m | + 1:30 | 1:30 | Peitlerscharte | |
2357 m | - 2813 m | + 1:00 | 2:30 | Kleiner Peitler | |
2813 m | - 2875 m | + 0:30 | 3:00 | Peitlerkofel | |
2875 m | - 2109 m | + 2:15 | 5:15 | Gömajoch | |
2109 m | - 1987 m | + 1:15 | 6:30 | Würzjoch - Passo Delle Erbe |