Italien Dolomiten

Cima Pisciadù (2985 m) über den Pisciadù-Klettersteig

Charakter C
Tourdaten:
Aufstieg Aufstieg:  4:15 Stunden
Abstieg Abstieg:  2:15 Stunden
Höhenmeter 530 Höhenmeter

Parkplatz am Grödner Pass (1960 m) - Pisciadù Klettersteig (Via Ferrata Brigata Tridentina) - Pisciadùhütte (2585 m) - Cima Pisciadù (2985 m) - Pisciadùhütte (2585 m) - Parkplatz am Grödner Pass (1960 m)

Charakter: Schwieriger Klettersteig mit einer C-Schlüsselpassage. Der überwiegende Teil des Klettersteiges führt durch leichtes bis mittelschwieriges Gelände der Kategorie A/B. Der optionale Aufstieg zur Cima Pisciadù ist eine anspruchsvolle Bergwanderung, kurze Passagen sind seilversichert. Auch der Abstieg von der Pisciadùhütte zurück zum Pass ist mittels Drahtseilen gesichert und erfordert Trittsicherheit. Durch die hohe Frequentierung ist der Steig, vor allem an schönen Wochenendtagen, sehr steinschlaggefährdet.

Besondere Ausrüstung: Steinschlaghelm, Klettersteigausrüstung.

Anfahrt: Die Brennerautobahn an der Ausfahrt Klausen verlassen und weiter über Waidbruck und St. Ulrich bis zum Grödner Joch fahren. Dem Straßenverlauf weiter Richtung Corvara für 2 ½ km folgen. In einer Serpentine nach links befindet sich rechts ein großer Kiesparkplatz. Dort das Auto abstellen.

Geo-Koordinaten des Ausgangspunkts:
46.547098, 11.820645 (in Google Maps öffnen)

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Dass der Pisciadù-Klettersteig am Grödner Joch stets gut besucht wird, verwundert kaum. Er hat einen recht kurzen Zustieg, einen kostenfreien Parkplatz (Stand 2016), ist nicht allzu schwer zu klettern und ist bestens gesichert. Damit nicht genug, die Route vorbei an den einzigartigen Felstürmen der nördlichen Sellagruppe glänzt nicht nur mit der großartigen Landschaft. Mit der Pisciadùhütte kommen in gut 2500 Metern Höhe auch die Gaumenfreuden nicht zu kurz. Wer auch dem Gipfelkreuz einen Besuch abstatten möchte, ist mit der Cima Pisciadù im Anschluss an die Begehung des Klettersteiges bestens bedient. Etwa eineinhalb Stunden benötigt man für die Besteigung des 2985 Meter hohen Gipfels. Von dort kann man die Aussicht über weite Teile der Dolomiten genießen.

Aufstieg: Vom Parkplatz ist der Klettersteig bereits nach Osten ausgeschildert. Wir spazieren, kaum an Höhe gewinnend, unterhalb der Sella-Wände auf einem Pfad zum Einstieg des Klettersteigs. Schon hier kann man die schöne Aussicht genießen. Hinter uns liegen die Kleine und die Große Cirsspitze, weiter im Norden der Sass da Ciampac und im Nordosten oberhalb von Corvara der Sassongher. Gut 5 Minuten später haben wir den Einstieg erreicht und legen unser Klettersteigset an. Zahlreiche Drahtbügel kennzeichnen die ersten Klettermeter und erleichtern den Aufstieg. Nachdem wir die ersten 50 Höhenmeter der Kategorie A und B hinter uns gelassen haben, erwartet uns ein Gehstück.

Wir passieren zwischen den felsigen Ausläufern des Exnerturms einen riesigen Durchlass und wandern weiter, gemächlich ansteigend, nach Osten. Bereits von Weitem können wir in den Felsen vor uns einen Wasserfall entdecken. Kurz davor führt der Klettersteig erneut in die Höhe. Vor dem erneuten Einstieg statten wir jedoch noch dem Wasserfall einen Besuch ab und steigen ein paar Meter ab. Wir genießen die Aussicht nach Nordosten zur Fanesgruppe mit der 3055 Meter hohen La Varella. Nach einer kurzen Pause setzen wir unseren Aufstieg am Drahtseil fort.

Auch die nun folgenden Passagen des Klettersteiges sind mit maximal B klassifiziert und gut gesichert. So kommen wir rechts neben dem Pisciadu-Bach, der laut plätschernd über die Felsstufen zu Tal stürzt, gut voran. Erneut treffen wir auf einen Wasserfall, der etwas kleiner ist als der untere. Der Klettersteig ist hier kurz unterbrochen. Anschließend wird der Aufstieg auf der erneut gesicherten Route einen Tick ausgesetzter, aber in unseren Augen niemals wirklich schwer. Etwa eine Stunde nach dem unteren Wasserfall zweigt nach links ein Wanderweg ab (Notausstieg). Links des Pisciadù-Baches, der sich hier tief in die Felsen gefressen hat, führt dieser Steig direkt zur Pisciadùhütte.

Wir halten uns aber rechts und steigen weiter an der östlichen Wand des Exner Turms auf. Im Norden können wir bereits den Gipfel der Cima Pisciadù entdecken. Wieder säumen zahlreiche Drahtbügel die steil aufragende Wand. Nachdem wir einen mit C klassifizierten Bereich hinter uns gelassen haben, passieren wir eine kurze Leiter. Wenig später umrunden wir den Exner Turm und überqueren auf einer schwindelerregend hohen Hängebrücke eine tiefe Schlucht, die uns vom Bunecker Turm trennt. Dieses Highlight markiert das Ende des Klettersteiges. Im Gehgelände wandern wir von hier bequem nach Norden. Etwa eine Viertelstunde später haben wir die Pisciadùhütte erreicht.

Optionaler Gipfelaufstieg zur Cima Pisciadù: Wer neben dem Klettersteig auch einen Gipfel mitnehmen möchte, kann nun von der Hütte weiter zur Cima Pisciadù aufsteigen. Etwa eineinviertel bis eineinhalb Stunden muss man für den Aufstieg einplanen. Gleich hinter der Hütte führt uns dabei der Weg östlich des Pisciadù-Sees vorbei nach Süden. Unterhalb der der Ostwand der Cima Pisciadù erwarten uns schon bald ein paar drahtseilversicherte Stellen, die allerdings, insbesondere für Klettersteiggeher, keine Herausforderung darstellen. Wir umrunden den Gipfel zur Hälfte und gelangen im Süden des Berges zu einem Sattel. Dort halten wir uns links und steigen nach Norden bis zum Gipfelkreuz auf.

Auch wenn die Sicht an diesem Tag nicht so gut ist, zeigt sich im Süden der mächtige Piz Boe. Im Westen versteckt sich die Langkofelguppe immer wieder in den Wolken und auch von den Geislerspitzen mit dem Sass Rigais ist im Norden nur der untere Teil zu sehen. Dennoch ist die Aussicht auf die bereits schneebedeckten Gipfel und Türme der Sellagruppe beeindruckend. Der Abstieg bis zur Pisciadùhütte erfolgt auf dem Aufstiegsweg.

Abstieg: Von der Hütte bieten sich zwei Abstiegsvarianten an: Über das Val Setus, dem Taleinschnitt westlich des Klettersteigs oder über das Mittagstal östlich des Klettersteigs. Wir entscheiden uns heute für die kürzere Variante über das Val Setus. Hierzu spazieren wir von der Hütte zunächst nahezu ebenerdig Richtung Nordwesten und folgen dann dem steil bergab führenden Steig ins Val Setus. Viele Passagen sind auch hier drahtseilversichert, was den Abstieg in dem schottrigen, brösligen Gelände deutlich erleichtert. Im unteren Bereich wird der Weg allmählich leichter und wir erreichen über die auslaufenden Schotterfelder den Parkplatz an der Passstraße. Beeindruckt durch die Impressionen während der Tour werden bereits auf der Heimfahrt Pläne für die nächsten Ziele in den Dolomiten geschmiedet.

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit:
Pisciadùhütte
(Rifugio Franco Cavazza al Pisciadù, 2585 m), CAI-Sektion Bologna, Tel. +39 335/6096141, geöffnet vom 20. Juni bis Anfang Oktober.

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
1960 m - 1980 m + 0:10 0:10 Einstieg Klettersteig
1980 m - 2410 m + 2:20 2:30 Klettersteig-Ende
2410 m - 2585 m + 0:30 3:00 Pisciadùhütte
2585 m - 2985 m + 1:15 4:15 Cima Pisciadù
2985 m - 2585 m + 1:00 5:15 Pisciadùhütte
2585 m - 1960 m + 1:15 6:30 Parkplatz am Grödner Pass

Autor: Tom Lindner
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Letzter Eintrag (von Tom):
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