Dolomiten

Marmolata (3343 m) (ital. Marmolada)

Marmolata
Aufstieg 5:30 h Abstieg 3:00 h
B
1450 Höhenmeter
Tourbeschreibung Druckversion
Bilder (93) Gipfelbuch (1)
Karte GPS-Track

Parkplatz am Fedaia-Stausee (2087 m) - Rifugio Pian dei Fiacconi (2626 m) - Forcella della Marmolada (2896 m) - Marmolata, Punta Penia (3343 m) - Marmolata-Gletscher - Rifugio Pian dei Fiacconi (2626 m) - Parkplatz am Fedaia-Stausee (2087 m)

Charakter: Kombinierte Klettersteig- und Gletschertour. Beim Zustieg zum Klettersteig muss ein spaltenloser Gletscher gequert werden. Für die Querung können Steigeisen notwendig sein. Der Aufstieg über den Westgrat-Klettersteig (Hans-Seyffert-Weg) wartet mit mittelschwierigen Stellen (B) auf. Durch die Höhe und nordseitige Ausrichtung des Steigs trifft man hier oft auf vereiste Passagen, die die Schwierigkeiten der Ferrata deutlich erhöhen können. Beim Abstieg vom Gipfel zum Marmolata-Gletscher muss eine seilversicherte Rinne abgeklettert werden. Die Begehung des spaltigen Gletschers verlangt eine komplette Hochtourenausrüstung. Für die gesamte Runde sind Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und sicheres Gehen mit Steigeisen notwendig. Die Marmolata (ital. Marmolada) ist der höchste Berg der Dolomiten.

Besondere Ausrüstung: Komplette Klettersteigausrüstung mit Steinschlaghelm und Hochtourenausrüstung mit Seil, Steigeisen und Eispickel.

Dauer des Klettersteigs: 2 Stunden

Anfahrt: Autobahn München - Innsbruck - Brenner bis zur Ausfahrt Bozen Nord. Nach der Ausfahrt der Beschilderung ins Eggental folgen und über Welschnofen und den Karerpass nach Vigo di Fassa fahren. Dort links abbiegen und über Canazei und Penia zum Fedaia-Stausee hinauf fahren. Gleich nach dem Tunnel am Anfang des Sees rechts abbiegen und über die Staumauer fahren. Am Ende der Mauer nochmal rechts abbiegen und der Straße bis zum obersten Parkplatz am Ende der Fahrmöglichkeit folgen.

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Kompasskarte 59 - Sellagruppe (1:50 000)

Die Überschreitung der Punta Penia, dem höchsten Punkt am Massiv der Marmolata, gehört zu den absoluten Klassikern in den Dolomiten. Die hochalpine Runde verbindet auf großartige Weise einen Klettersteig mit einer Gletschertour. Grandios sind auch die Ausblicke, die man während der Besteigung geboten bekommt. Schon vom Rifugio Pian dei Fiacconi offenbart sich ein wunderbarer Blick zum Langkofel, zur Sellagruppe und zur Tofana. Von der Punta Penia reicht die Aussicht über die Bergwelt der Dolomiten zur Ademellogruppe, zum Ortler, zu den Ötztaler Alpen und zu den Hohen Tauern. Mit einer Übernachtung im gemütlichen Rifugio Pian dei Fiacconi lässt sich die anstrengende Runde entspannt auf zwei Tage verteilen.

Aufstieg: Von der obersten Parkmöglichkeit am Fedaia-Stausee folgen wir dem beschilderten Weg Nr. 606 Richtung Rifugio Pian dei Fiacconi. Wir spazieren in Serpentinen zwischen Latschengewächs bergauf und treffen nach wenigen Minuten auf einen Querweg. Nun halten wir uns links und folgen dem gut markierten Pfad weiter bergauf. Rückblickend haben wir schon bald einen schöne Aussicht über den Fedaia-Stausee. Über den steinigen Weg halten wir auf den Marmolata-Gletscher zu. Rechter Hand begleitet uns nun eine Felsmauer, linker Hand die Masten der Korbseilbahn. Sobald wir die Felswand passiert haben, erreichen wir das Col de Bous (2438 m). Am Joch gehen wir geradeaus weiter und folgen der Ausschilderung Richtung Rifugio Pian dei Fiacconi.

Über steiniges Terrain spazieren wir weglos den guten Markierungen folgend der Hütte entgegen. Schließlich erreichen wir kurz unterhalb der Hütte eine schottrige Hochebene. Hier treffen wir auch auf den Abzweig zum Westgrat-Klettersteig (knapp 1 ½ Stunden ab Fedaia-Stausee). Wer nicht zur Hütte muss, der wendet sich hier nach rechts und folgt dem beschilderten Weg Nr. 606 Richtung Forcella Marmolada und Rifugio Contrin. Wir folgen dem steinigen Pfad in westlicher Richtung leicht bergab. Rechter Hand werden wir von einem wunderbaren Blick zum Langkofel und zur Sellagruppe begleitet. Wir queren die Nordseite der Marmolata und verlieren dabei einige Höhenmeter. Nach der Querung wenden wir uns nach links (Süden) und wandern in den großen Kessel zwischen Marmolata und Gran Vernel hinein.

Im Kessel spazieren wir auf ein erstes flaches Firnfeld zu, welches wir in südlicher Richtung überqueren. Danach gehen wir über Schutt weglos geradeaus weiter und treffen auf den spaltenlosen Vernel-Gletscher. Der im oberen Teil steilere Gletscher kann bei eisigen oder aperen Verhältnissen durchaus problematisch sein und eine Begehung mit Steigeisen erforderlich machen. Wir überqueren den Gletscher und peilen den rechten oberen Rand der Eisfläche an. Dort treffen wir an der Felswand auf rot-weiße Markierungen und den Einstieg zum Klettersteig. Nach einer ersten kleinen Stufe quert der Klettersteig zuerst über ein Band zu einer größeren Felsstufe, die mittels Trittbügeln überwunden wird. Es folgt ein zweiter mit Tritthilfen versehener Aufschwung, der wiederum in eine Querung mündet.

Der längere Quergang bringt uns zur Forcella della Marmolada (2896 m), die wir zum Schluss hin in leichter Kraxelei erreichen (2 Stunden ab Rifugio Pian dei Fiacconi). An der Scharte treffen wir auf den Aufstiegsweg, der vom Rifugio Contrin herauf führt. Linker Hand können wir eine in den Fels gesprengte Stellung aus dem Ersten Weltkrieg begutachten. Wir wenden uns nach links und steigen vorbei am Stollen über viele Tritthilfen einen längeren Wandabschnitt hinauf. Nach einem kurzen Querung endet die Klettersteigpassage und wir steigen im Gehgelände über schottriges Terrain zum Westgrat hinauf. Dort treffen wir wieder auf die Drahtseilsicherungen der Westgrat-Ferrata. Wir folgen zuerst dem Grat und weichen vor einem Grataufschwung auf die linke Seite des Grates aus und queren in die Felswand hinein.

Nach einer Querung führen uns wieder viele Tritthilfen die Wand hinauf. Danach leiten uns abwechselnd Querungen und steile Aufschwünge, die mittels Trittbügel und -stifte entschärft wurden, wieder zum Westgrat hinauf. Im Anschluss folgen wir dem Gratverlauf und steigen nach einem Aufschwung in eine kleine Scharte hinunter. Nach der Einschartung klettern wir am Grat ein Stück bergauf und queren dann links vom Grat bleibend an einem Felszinken vorbei. Nach der Querung führt uns der Klettersteig leicht bergab und bringt uns zur Gipfelflanke der Punta Penia. Hier endet die Ferrata und rechts über uns können wir bereits das Gipfelkreuz und das Gebäude der Capanna Punta Penia erkennen. Wir steigen innerhalb von 15 Minuten über die Firnflanke zur kleinen Hütte hinauf. An der Hütte wenden wir uns nach links und erreichen kurz darauf das Gipfelkreuz der Punta Penia (3343 m, 2 Stunden ab Forcella della Marmolada).

Abstieg: Vom Gipfel der Punta Penia gehen wir wieder ein Stück zurück zur Capanna Punta Penia und wenden uns auf halber Strecke zwischen Gipfelkreuz und Hütte nach scharf rechts. Nun folgen wir dem breiten Firnrücken bergab. Schon nach kurzer verengt sich der Rücken und wir wandern leicht links vom Rücken bleibend bergab (Vorsicht vor Wechten auf der rechten Seite). Nach 15 Minuten treffen wir rechter Hand auf eine drahtseigesicherte Rinne, über die wir innerhalb der nächsten Viertelstunde zum Gletscher hinunter klettern. Über den Gletscher setzen wir den Abstieg zum bereits sichtbaren Rifugio Pian dei Fiacconi fort. Je nach Verhältnissen bleibt man zuerst am linken Rand des Gletschers und weicht später nach rechts aus, um dem spaltigen Terrain aus dem Weg zu gehen.

Nachdem wir das Ende des Gletschers erreicht haben, wandern wir weiter geradeaus und weglos über Schotter und glatte Felsen südwärts. Die Hütte ist in diesem Bereich nicht sichtbar und der Weg ist auch nicht markiert. Einige Steinmänner erleichtern die Orientierung. Ein markanter Buckel wird an seiner linken Seite passiert und im Anschluss finden wir uns kurz oberhalb der Hütte wieder. Wir steigen zum Rifugio Pian dei Fiacconi hinunter (2626 m, 1 ¾ Stunden ab Punta Penia) und können dort nocheinmal den Nahblick zum Langkofel und zur Sellagruppe genießen. An der Bergstation der Korbseilbahn beginnt der markierte Abstiegsweg zum Fedaia-Stausee. Kurz unterhalb der Hütte treffen wir wieder auf den Aufstiegsweg. Über ihn spazieren wir hinunter zu unserem Ausgangspunkt (2087 m, 1 ¼ Stunden ab Rifugio Pian dei Fiacconi).

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten:

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
2087 m - 2626 m + 1:30 1:30 Rifugio Pian dei Fiacconi
2626 m - 2896 m + 2:00 3:30 Forcella della Marmolada
2896 m - 3343 m + 2:00 5:30 Marmolata, Punta Penia
3343 m - 2626 m + 1:45 7:15 Rifugio Pian dei Fiacconi
2626 m - 2087 m + 1:15 8:30 Parkplatz am Fedaia-Stausee

Autor: Didi Hackl
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