Italien Dolomiten

Rotwand (2806 m) und Masaré-Klettersteig

Charakter C
Tourdaten:
Aufstieg Aufstieg:  4:45 Stunden
Abstieg Abstieg:  1:30 Stunden
Höhenmeter 900 Höhenmeter

Paolinahütte (2125 m) - Vajolonpass (2560 m) - Rotwand (2806 m) - Masaré-Klettersteig - Rotwandhütte (2283 m) - Paolinahütte (2125 m)

Charakter: Der Rotwand-Klettersteig, der vom Vajolonpass auf den Gipfel der Rotwand führt, ist ein leichter Klettersteig (Stelle A/B, sonst A). Der Abstieg von der Rotwand Richtung Masaré-Klettersteig und Rotwandhütte wartet mit einer Schlüsselstelle in Form einer schwierigen Klettersteigpassage (C) auf. Der Masaré-Klettersteig fordert mit einigen anspruchsvollen und senkrechten Stellen (C), die an den schwierigsten Punkten mit Tritthilfen entschärft wurden. Für die gesamte Runde sind Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und eine gute Ausdauer notwendig.

Besondere Ausrüstung: Steinschlaghelm und komplette Klettersteigausrüstung.

Anfahrt: Autobahn München - Innsbruck - Brenner bis zur Ausfahrt Bozen Nord und von hier ins Eggental (beschildert). Über Welschnofen bis zum Karerpass fahren und links bei der Talstation des Paolina-Sessellifts parken. Mit dem Sessellift zur Paolinahütte hoch fahren (Berg- und Talfahrt 13 Euro, mit Alpenvereinsausweis 12 Euro, Stand 2017)

Mit Bus & Bahn: Mit der Bahn von München über Innsbruck und Brenner nach Bozen (Fahrplan und Buchung). Vom Bahnhof in Bozen mit der Bus-Linie 180 über Welschnofen zum Karerpass (zur Fahrplanauskunft).

Geo-Koordinaten des Ausgangspunkts:
46.407337, 11.591896 (in Google Maps öffnen)

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Die ausgedehnte Runde über die Rotwand und den Masaré-Klettersteig ist eine ungemein kurzweilige und spannende Tour mit unzähligen landschaftlichen Höhepunkten. Bergeinsamkeit wird man bei dieser Exkursion im Herzen des südlichen Rosengartens nicht erleben, denn sowohl der Gipfel der Rotwand als auch der Masaré-Klettersteig sind begehrte Ziele. So kann es durchaus passieren, dass man an den Flaschenhälsen in den einen oder anderen Stau gerät. Es empfiehlt sich den Masaré-Klettersteig vom Vajolonpass und der Rotwand her zu gehen, so sind die schwierigsten Passagen im Aufstieg zu bewältigen.

Aufstieg: An der Bergstation des Paolina-Sessellifts ignorieren wir vorerst die Ausschilderung zum Masaré-Klettersteig. Wir wenden uns nach links und folgen in nördlicher Richtung den Wegweisern zum Vajolonpass. Über einen schönen Pfad nähern wir uns so den eindrucksvollen westlichen Abstürzen der Rotwand. Nach gut 25 Minuten Gehzeit biegen wir an einem Wegweiser scharf rechts ab und orientieren uns weiterhin Richtung Vajolonpass.

Gute fünf Minuten später ist bei einer weiteren Gabelung der Vajolonpass nicht angeschrieben. Hier orientieren wir uns Richtung Kölner Hütte und weitere fünf Minuten später am Weg 551 Richtung Vajolonpass. In Serpentinen schlängelt sich der steinige Pfad nun steiler werdend zum Felstor linker Hand der Rotwand empor. Kurz vorm Tor angelangt passiert man den Fuß der plattigen und im oberen Teil überhängenden Rotwand.

Gleich nach dem Felstor meistern wir zuerst eine kurze Eisenleiter und steigen im Anschluss mühsam und steil über schottrigen Untergrund zum Vajolonpass empor, den wir 1 ½ Stunden nach Aufbruch an der Paolinahütte erreichen. Am Pass sticht besonders der vergletscherte Klotz der Marmolada ins Auge. Links von uns ragt die Tscheinerspitze in den Himmel und rechter Hand befindet sich der Einstieg zum Rotwand-Klettersteig. Nun ist auch der Weiterweg zum Gipfel, der zur Hochsaison durchaus einer Ameisenstaße gleichen kann, gut zu überlicken.

Zu Beginn führt der gut gesicherte Klettersteig über Schrofen (A) empor. Nach einer Querung (A) und einem kurzen Abschnitt Gehgelände wird über Felsstufen ein Gratausläufer erreicht. Am Grat geht es nun in beinahe gleichbleibender Steigung (A) zur Gipfelflanke empor. Über die breite schrofige Rampe und zum Ende über einen steilen Absatz (A/B) erreichen wir das Gipfelkreuz und die überraschend geräumige Gipfelwiese der Rotwand, die jäh nach Westen abbricht.

In einem fantastischen Rundblick genießen wir die Aussicht über den Rosengarten zu Langkofel, Sellagruppe und Marmolada, vorbei an der Palagruppe und Latemar zu den vergletscherten Gipfeln von Adamello- und Ortlergruppe, sowie zu den Ötztaler und Stubaier Alpen. Nach der grandiosen Gipfelschau überschreiten wir die Rotwand und wandern den grasigen Gipfelhang hinunter. Rechts vor uns baut sich nun der Turm der Teufelswand auf. Unter uns erkennen wir nun die Schlucht, die es zu durchsteigen gilt.

An einer Drahtseilsicherung (A) steigen wir zuerst dem Rand der Schlucht entgegen und im Anschluss steil und immer am Drahtseil (B), zum Ende an einer kurzen Eisenleiter, in den Boden der Schlucht hinunter. Vor uns befindet sich nun die plattige Mauer, über die wir die Schlucht wieder nach oben verlassen werden. Die trittarme Wand ist an den schwierigsten Stellen mit Tritthilfen entschärft. Über Eisenbügel kraxeln wir zuerst kurz hinauf und queren im Anschluss leicht ansteigend in die Wand hinein (C). Nach Umklettern eines Pfeilers steigen wir senkrecht aus der Schlucht hinaus (C).

Nach dem Ausstieg stehen wir am Fuße des Fensterlturms mit seinem auffälligen kreuzgeschmückten Felsfenster. Den Fensterlturm lassen wir links liegen und folgen nun dem Pfad bergab. Nach etwa 10 Minuten erreichen wir eine Abzweigung. Nach links könnte man nun entlang einiger anspruchsvoller Klettersteigpassagen zur von hier bereits in Sichtweite liegenden Rotwandhütte hinunter steigen. Wir biegen allerdings rechts ab und steuern den Einstieg des Masaré-Klettersteigs an.

Masaré-Klettersteig: Nach einer kurzen Aufwärmphase über einfache Schrofen (A/B) leitet der Steig nun steiler werdend über einige Wandstufen empor (B). Nach einer kurzen anspruchsvolleren Stufe (kurz C) führt uns der Steig in einem Quergang (A/B) zu einem Felsspalt, der in einer luftigen Querung (C) in Hufeisenform durchstiegen und am Ende nach oben verlassen wird. Nach einer einfachen Querung (A) gelangen wir auf die geräumige schrofige Rückseite eines Felsturms, die zu einer Rast einlädt.

Über die schrofige Rampe (A) steigen wir einige Meter hinunter und um einen Felsturm herum. Im Anschluss klettern wir durch einen schmalen senkrechten Riss (C, Tritthilfen) empor und an dessen oberen Ende in eine Scharte hinunter (A). Durch einen weiteren Felsspalt zwängen wir uns beinahe senkrecht den nächsten Turm hinauf (C, Tritthilfen). Der Erreichen des Turms wird durch ein Felstor verlassen. Nach einer einfachen Querung (A) folgt der schwierigste Abstiegsteil dieser Runde.

Zuerst noch zahm führt uns der Klettersteig zügig über steile plattige Felsen (C) nach unten. An den schwierigsten Stellen sind Trittstifte und -bügel angebracht. Unten angelangt endet das Dtrahtseil vorerst und wir wandern zu einer Felsstufe hinüber. Nach der Stufe (B) und einer Querung (A) endet der Klettersteig, der uns eindrucksvoll und abwechslungsreich zwischen Felstürmen und bizarren Felsformationen hindurchgeführt hat, an der Punta Masaré.

Abstieg: Von der Punta Masaré wandern wir über Serpentinen den gerölligen Hang hinunter. Nach einer mit großen Felsblöcken übersäten Hochfläche erreichen wir 45 Minuten nach dem Ende des Masaré-Klettersteigs die Rotwandhütte. Von der Rotwandhütte spazieren wir in weiteren 45 Minuten vorbei am Christomannos-Denkmal zurück zur Paolinahütte und zur Bergstation des Sessellifts.

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten:
  • Rotwandhütte (2283 m), CAI S.A.T., Tel.: (0039) 0462/764450, geöffnet von Juni bis Oktober
  • Paolinahütte (2125 m), privat, Tel.: (0039) 0471/613281, geöffnet von Juni bis Oktober

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
2125 m - 2560 m + 1:30 1:30 Vajolonpass
2560 m - 2806 m + 0:45 2:15 Rotwand
2806 m - 2525 m + 0:45 3:00 Einstieg Masaré-Klettersteig
2525 m - 2564 m + 1:45 4:45 Punta Masaré (Ausstieg Klettersteig)
2564 m - 2283 m + 0:45 5:30 Rotwandhütte
2283 m - 2125 m + 0:45 6:15 Paolinahütte

Autor: Didi Hackl
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Gipfelbuch
Gesamtbewertung der Tour „Rotwand“:
empfehlenswert
Im Durchschnitt 4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Letzter Eintrag (von Karstensen Axel):
12.10.18  Sind am 10.10.18 den Steig als Einführung in das Klettersteiggehen mit einem Bergführer gegangen. War für ... [weiter]

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