Fleimstaler Alpen

Bletterbachschlucht

  Gesamtgehzeit 2:15 h
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160 Höhenmeter
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Karte GPS-Track

Die Bletterbachschlucht begeistert mit einem einzigartigen Einblick in 280-Millionen Jahre Erdgeschichte und wird auch als "Grand Canyon Südtirols" bezeichnet.

Charakter: Knapp 4 km lange Wanderung. Die Zugangswege zur Schlucht sind gut ausgebaut. In der Schlucht selbst wegloses Gelände, welches aber keine nennenswerten Schwierigkeiten aufweist.

Anfahrt: Ausgehend von Bozen fährt man über die SS12 nach Auer. Dort im Kreisverkehr links abbiegen (zweite Ausfahrt) und über die Circonvallazione di Ora Auer umfahren. Im nächsten Kreisverkehr wieder links halten und über die SS48 nach Montan fahren. Nach ca. 5 Kilometer beim Brückenwirt links auf die SP72 abbiegen und weiter nach Aldein fahren. Am Ende der Ortschaft rechts abbiegen und der Beschilderung zum GEOPARC Bletterbach für 5 Kilometer bis zum Parkplatz des Besucherzentrums folgen. (GPS: 46°21'59.00'' N - 11°24'25.00'' O)

Mit dem Bus: Vom Bahnhof Auer gelangt man mit dem Bus 142 nach Aldein Kirche. Dort geht es im Sommer mit der Linie 146 weiter bis zum GEOPARC Bletterbach (zu den Fahrplänen).

Eintritt, Besonderheiten und Ausrüstung: Für die Begehung ist neben gutem Schuhwerk auch ein Steinschlaghelm vorgeschrieben (kann im Besucherzentrum geliehen werden). Die Schlucht ist vom 1. Mai bis 31. Oktober täglich von 9.30 bis 18.00 Uhr geöffnet. In den Wintermonaten ist die Schlucht aufgrund der erhöhten Steinschlaggefahr geschlossen. Der Eintritt für Erwachsene kostet 6 Euro und beinhaltet neben dem Verleih eines Helmes auch den Besuch des Museums. Für Kinder unter 14 in Begleitung eines Vollzahlers ist der Eintritt kostenlos. Desweiteren werden mehrere geführte kostenpflichtige Touren angeboten. (Weitere Infos auf der Seite des Besucherzentrums).

Karte: Kompasskarte 74 - Südtirols Süden (1:50 000)

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Auch wenn man kein Geologe ist, kann man sich dem Zauber der Bletterbachschlucht kaum entziehen. Bis zu 400 Meter ragen die Wände, oft senkrecht, vom Bachbett dem Himmel entgegen und geben dabei dem geschulten Auge 280-Millionen Jahre Erdgeschichte preis. Auch der Laie staunt über die bizarren Felsformationen, die Wind und Wetter aus den unterschiedlichen Gesteinsschichten herausgearbeitet haben. Den Beinamen "Grand Canyon Südtirols" verdankt die Schlucht sicherlich dem rötlich gefärbten Sandstein. Wer es genau wissen möchte, besucht vor oder nach der Tour das kleine Museum direkt am Parkplatz des GEOPARC Bletterbach.

Wegverlauf: Nachdem wir uns Helme ausgeliehen und den Eintritt bezahlt haben, starten wir im Süden des Parkplatzes unsere Tour und betreten auf einem bequemen Weg das UNESCO-Welterbe. Gemächlich führt uns der Weg 3 bergab durch den Wald Richtung Schlucht. Schon bald treffen wir auf ein Schild, welches nochmal auf die Helmpflicht hinweist. Nur wenig später können wir bereits den roten Sandstein der Klamm entdecken. Steil führt nun der gut gesicherte Weg über mehrere Treppen zum Bachbett. Unten angekommen halten wir uns links nach Osten und folgen auf dem Weg 3A dem Bach flussaufwärts.

Während die Kinder vorauseilen und die optimale Route rechts und links des Bachlaufes auskundschaften, werden die Erwachsenen vor allem durch die bizarren Felsformationen beeindruckt, die zusammen mit dem Grün der Bäume und Sträucher eine einzigartige Landschaftskomposition bilden. Zwar gibt es im Bachbett keinen Weg, trotzdem kommen wir über die groben Kiesel gut voran. Je weiter wir vorstoßen, umso deutlich sind die einzelnen Schichten in den Felsen zu erkennen. Die malerische Schlucht schlängelt sich am Fuße des Weißhorns hinauf und endet, für uns viel zu früh, schließlich an einem Wasserfall.

Auch der Rückweg ist beeindruckend, da im Abstieg die Schlucht aus einer ganz anderen Perspektive wahrgenommen wird. Wir nutzen einen sonnigen Bereich mit recht glatten Steinen für eine kleine Pause, bevor wir, etwa 300 Meter vom Wasserfall flussabwärts, über den Jägersteig auf der Nordseite der Klamm aufsteigen. Steil führt der gut ausgebaute Weg zum oberen Rand der Klamm. Immer wieder haben wir dabei herrliche Einblicke, zum Wasserfall und auf die Wände des Naturdenkmals. Oben angekommen halten wir uns auf dem breiten Forstweg links nach Nordwesten.

Auf dem Weg zurück zum Besucherzentrum haben wir einen schönen Blick auf das Weißhorn. Auch der Jägersteig und der Wasserfall sind nochmal gut zu sehen. Etwa 20 Minuten benötigen wir, um wieder den Parkplatz zu erreichen. Nach einer Erfrischung statten wir noch dem Museum einen Besuch ab und erfahren allerlei Wissenswertes über die Bletterbachschlucht. Sicherlich war das nicht unser letzter Besuch, zumal wir den oberen Teil der Schlucht bei diesem Ausflug noch gar nicht gesehen haben.

Einkehrmöglichkeiten:
  • Im Besucherzentrum mit angeschlossenem Kiosk und Museum können Getränke und kleinere Speisen erworben werden.

Autor: Tom Lindner
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