Sarntaler Alpen

Jakobsspitze (2741 m)

Jakobsspitze
Aufstieg 4:00 h Abstieg 2:45 h
3
1270 Höhenmeter
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Bilder (87) Gipfelbuch (1)
Karte GPS-Track

Durnholz (1560 m) - Seebalm (1802 m) - Flaggerschartenhütte (2481 m) - Jakobsspitze (2741 m) - Tellerjoch (2520 m) - Durnholz (1560 m)

Charakter: Insgesamt anspruchsvolle Bergwanderung. Beim Anstieg von Durnholz zur Flaggerschartenhütte handelt es sich um eine leichte bis mittelschwierige Bergwanderung, die über breite Forstwege, schmale Pfade und unterhalb der Flaggerscharte über schottriges und blockiges Gelände führt. Der Weiterweg zur Jakobsspitze ist etwas anspruchsvoller. Dieser leitet über steiles schottriges Terrain und durch eine drahtseilversicherte Rinne. Für den Gipfelanstieg ist Trittsicherheit notwendig. Der Rückweg über den teils schmalen Südwestgrat zum Tellerjoch verlangt zudem Schwindelfreiheit. Der Abstieg vom Tellerjoch zum Durnholzer See wartet mit keinen besonderen Schwierigkeiten auf.

Anfahrt: Autobahn München - Innsbruck - Brenner bis zur Ausfahrt Sterzing. Nach der Ausfahrt am Kreisverkehr links und nach Unterquerung der Autobahn gleich wieder links Richtung Penser Joch abbiegen. Über die schmale Passstraße über das Penser Joch (2211 m) und weiter über Pens und Weißenbach nach Astfeld fahren. In Astfeld links Richtung Durnholz abbiegen und kurz vor Durnholz am Wanderparkplatz das Auto abstellen (3 Euro Parkgebühr, Stand 2015). Die Weiterfahrt zum Durnholzer See ist nicht gestattet. Alternativ erreicht man Astfeld und Durnholz aus südlicher Richtung von Bozen aus (Wegweiser "Sarntal").

Mit Bus & Bahn: Vom Bahnhof in Bozen mit der Bus-Linie 150 nach Durnholz (zur Fahrplanauskunft). Die Wanderung beginnt dann ein Stück oberhalb des Parkplatzes am Durnholzer See.

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Die Jakobsspitze ist der höchste Gipfel der östlichen Sarntaler Alpen und zugleich Hausberg der Flaggerschartenhütte (auch Marburger Hütte genannt). Am schnellsten gelangt man vom Durnholz zum schönen Aussichtsberg. Vom Durnholzer See hat man die Wahl den etwas längeren Weg über die Flaggerschartenhütte oder den direkten Weg über das Tellerjoch einzuschlagen. Wir entscheiden uns für den landschaftlich reizvolleren Weg über die Flaggerschartenhütte und sparen uns den Weg über das Tellerjoch für den Abstieg auf. Gerade der mannshohe Latschenwald auf letzterer Variante bereitet an heißen Tagen im Aufstieg wenig Freude. Schon alleine der Besuch der Flaggerschartenhütte, deren Steinbau eindrucksvoll am wilden Flaggersee thront, ist sehr lohnend. Auch wenn die Jakobsspitze und die Flaggerschartenhütte zu den beliebteren Zielen in den Sarntaler Alpen gehören, trifft man in dieser abgelegenen und wilden Ecke auf nur wenige Wanderer.

Aufstieg: Wir verlassen den Wanderparkplatz am Ortseingang von Durnholz und folgen der Teerstraße in nordöstlicher Richtung bergauf. Nach gut fünf Minuten treffen wir am südwestlichen Ausläufer des Durnholzer Sees auf eine Weggabelung. Nun schlagen wir den linken Weg ein (Wegweiser "Marburger Hütte, Hohe Scheibe, Jakobspitz") und folgen dem Uferweg weiter nordostwärts. Sobald wir den See hinter uns gelassen haben, treffen wir nochmals auf eine Weggabelung. Wir halten uns wiederum links und wählen den Weg Nr. 16 zur Marburger Hütte und zur Hohen Scheibe. Den direkten Weg Nr. 5 zur Jakobsspitze lassen wir rechts liegen. Diesen werden wir für den Abstieg nutzen. Nun folgen wir dem geteerten Weg durch lichten Wald und werden dabei vom Seebbach begleitet.

Nach weiteren zehn Minuten vollzieht die Teerstraße eine Kehre. Wir gehen allerdings weiter geradeaus und schlagen den Forstweg ein, der weiter in nördlicher Richtung am Seebbach entlang führt (Wegweiser "Marburger Hütte, Seebalm"). Fünf Minuten später lichtet sich der Wald und wir treffen auf einer großen Lichtung auf eine Verzweigung. Wir halten uns leicht rechts und folgen weiter dem Seebbach. Der Forstweg leitet uns abwechselnd durch lichten Wald und vorbei an schönem Almgelände in nordöstlicher Richtung. Wenige Minuten, nachdem wir rechter Hand einige kleinere Holzhütten passiert haben, zweigt links der beschilderte Weg zur Seebalm ab. Hier verlassen wir also den Forstweg nach links und wandern innerhalb von fünf Minuten über einen schmalen Waldweg zur Seebalm hinauf (1 Stunde ab Durnholz).

Vor der Seebalm stehend halten wir uns schräg links, überqueren den breiten Fahrweg und schlagen den beschilderten Pfad Nr. 16 Richtung Marburger Hütte ein. Der schmale Weg leitet uns durch schattigen Wald nun steiler bergauf. Nach einer knappen Viertelstunde erreichen wir eine große Lichtung mit einem markanten Felsblock. Wir gehen rechts am Felsen vorbei und spazieren durch lichten Wald weiter nordostwärts. Kurz darauf lichtet sich der Wald und gibt den Blick auf den wunderschönen Kessel frei, durch den sich den Seebbach seinen Weg bahnt und der an seinem östlichen Rand von der Flaggerscharte und von der Jakobsspitze eingerahmt wird. Kurze Zeit später passieren wir den Abzweig zur Hohen Scheibe, den wir links liegen lassen und gehen über den mäßig ansteigenden Weg geradeaus weiter.

Nach dem kurzen Anstieg führt uns der Weg für einige Minuten leicht bergab. Nach einem kurzen Gegenanstieg vollzieht unser Pfad einen großzügigen Rechtsbogen und leitet uns über einen Gratausläufer hinweg. Danach verlieren wir wieder ein paar Höhenmeter und überqueren einen kleinen Bachlauf. Im Anschluss bringt uns der Weg in südöstlicher Richtung zu einer Hochebene. Dort wendet sich der Pfad nach links und wir steuern mit moderatem Höhengewinn in östlicher Richtung auf die Flaggerscharte zu. Unterhalb der Scharte nimmt die Steigung deutlich zu und wir steigen über einen Schutthang zügig Richtung Flaggerscharte empor. Kurz vor der Scharte treffen wir auf den Weg, der vom Latzfonser Kreuz zur Flaggerscharte führt. Wir gehen weiter geradeaus und erreichen kurz darauf über Blockgelände die Flaggerscharte (2436 m).

Nach rechts würde nun der markierte Steig zur Jakobsspitze beginnen. Wir möchten allerdings zuerst der Flaggerschartenhütte einen Besuch abstatten und wenden uns nach links. Ein kurzer Anstieg bringt uns hinauf zur Flaggerschartenhütte (2481 m, 3 Stunden ab Durnholz). Nach der verdienten Rast spazieren wir noch zum Flaggerschartensee, der nördlich der Hütte liegt. Für den Gipfelsturm kehren wir zurück zur Flaggerscharte und durchqueren diese. Am Südende der Scharte folgen wir nun den Markierungen, die uns in die brüchige Nordflanke der Jakobsspitze hinein führen. Wir steigen im Zickzack zügig über Schutt bergauf und erreichen nach wenig Minuten eine drahtseilgesicherte Rinne, die wir rechtshaltend über plattigen Fels verlassen. Danach queren wir rechts (westlich) am Vorgipfel vorbei und peilen die Scharte zwischen dem Vor- und dem Hauptgipfel an.

Nach dem Quergang erreichen wir den Kammverlauf und folgen diesem über zu Beginn plattigen Fels und im Anschluss über einen Pfad bis zu einem kleinen Grataufschwung. Diesen umgehen wir an seiner linken Seite, steigen über Schutt höher und überqueren nochmals den Gratverlauf. Nun wechseln wir rechtshaltend in die Gipfelflanke der Jakobsspitze und steigen über Schotter und Blockwerk zügig bergauf. Kurz unterhalb des Gipfels erreichen wir einen Felsriegel. Nun wendet sich unser Weg nach links und wir folgen den Markierungen über Blöcke empor zum Gipfelkreuz der Jakobsspitze (1 Stunde ab der Flaggerschartenhütte). Vom Gipfel genießen wir den ungemein weitreichenden Ausblick über die Sarntaler Nachbarschaft zu den Stubaier Alpen, den Zillertaler Alpen und zu den Dolomiten.

Abstieg: Für den Rückweg nach Durnholz wählen wir den Abstieg über den Südwestgrat. Wir folgen also dem Kammverlauf, bleiben zu Beginn am schmalen Grat und weichen kurz darauf nach links aus. Die Markierungen führen uns in der Folgezeit immer wieder zum Grat zurück. Ein kleiner Grataufschwung wird überquert und hinterhalb über plattigen Fels in leichter Kraxelei wieder abgeklettert. Meist links des Grates bleibend geht es im leichten Auf und Ab südwestwärts. Dann weitet sich der Grat zu einem Rücken und leitet uns zum Tellerjoch hinunter. Dort treffen wir auf einen Querweg und biegen links Richtung Latzfonser Kreuz ab. Wir folgen dem grasigen Rücken bergab und kommen nach nur zwei Minuten vor einem schwach ausgeprägten schrofigen Köpferl zu einer unscheinbaren Verzweigung.

An der Verzweigung schlagen wir den rechten Weg ein (Markierung "Durnholz" und roter Pfeil) und wandern über weites Wiesengelände bergab. Der Wiesenpfad bringt uns zu einem mannshohen Latschenwald, durch den wir in vielen Kehren weiter hinab steigen. Oberhalb einer kleinen Holzhütte dreht der Weg nach links (Süden) und leitet uns durch lichten Nadelwald zu einem Karrenweg hinunter. Dort biegen wir rechts ab und gelangen kurz darauf über den Karrenweg zu einem Weiler und einer Teerstraße. Wir halten uns abermals rechts und folgen der Teerstraße westwärts. Nach gut zehn Minuten zweigt linker Hand der beschilderte Waldpfad Nr. 5 ab, der uns steil hinunter zu einem Weiler oberhalb des Durnholzer Sees bringt. Wir halten uns rechts und gelangen über den Uferweg zurück zum Ausgangspunkt.

Einkehrmöglichkeit:
Seebalm (1802 m), privat, geöffnet von Anfang Juni bis Ende September.

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit:

Flaggerschartenhütte (2481 m), Tel. +39 0471/625251, geöffnet von Mitte Juni bis Mitte Oktober.

Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
1560 m - 1802 m + 1:00 1:00 Seebalm
1802 m - 2481 m + 2:00 3:00 Flaggerschartenhütte
2481 m - 2741 m + 1:00 4:00 Jakobsspitze
2741 m - 2520 m + 0:45 4:45 Tellerjoch
2520 m - 1560 m + 2:00 6:45 Durnholz

Autor: Didi Hackl
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