Ötztaler Alpen

Tisser Klettersteig im Etschtal

Tisser Klettersteig
Aufstieg 0:30 h Abstieg 0:15 h
C
90 Höhenmeter
Tourbeschreibung Druckversion
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Karte GPS-Track

Parkplatz (650 m) – Einstieg Tisser Klettersteig (680 m) - Ausstieg Tisser Klettersteig (740 m)

Charakter: Kurzer Klettersteig mit zum Teil weit auseinanderliegenden Sicherungsabständen. Beginnend mit A Gelände wird der Steig mit zunehmender Höhe (B/C) schwieriger, bis man am Ende des Steigs eine recht glatte Wand mit kleinen Tritten (C-Schlüsselstelle) überwinden muss.

Besondere Ausrüstung: Steinschlaghelm, Klettersteigausrüstung.

Anfahrt: Von Meran aus kommend die SS38 nach Westen, vorbei an Naturns Richtung Stilfserjoch fahren. Bei Latsch weiter durch den Kreisverkehr geradeaus und nach ca. 1,5 Kilometer rechts auf den recht unscheinbare Tisserweg abbiegen. Die SS38 macht hier eine leichte Linkskurve. Dem Tisserweg für etwa 100 Meter folgen und vor einem recht markanten Felsklotz parken.

Karte: Kompasskarte 51 - Naturns - Latsch - Schnalstal / Naturno - Laces - Val Senales (1:25000)

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In der Kürze liegt die Würze! Auf wenige Klettersteige trifft dieses Sprichwort so gut zu wie auf den Tisser Klettersteig. Nahe Latsch, direkt an der SS38 gelegen, wird dieser Steig wohl meist am Anreisetag oder nochmal schnell vor dem Abendessen begangen. Manch einer verlängert die Tour auch mit einem Spaziergang zum Schloss Annenberg. Wir statteten dem Steig einen Besuch ab, um unsere Nachwuchsbergsteiger zu besänftigen, die an diesem Tag nochmal „kraxeln“ wollten. Dennoch möchten wir den zwar kurzen, aber immerhin mit (C) klassifizierten Steig nicht als Anfängersteig bezeichnen.

Aufstieg: Die erste Herausforderung des Tisser Klettersteigs besteht schon darin, den Einstieg über den oft stark zugewachsenen Pfad zu finden. Wir spazieren ausgehend vom Felsklotz am Parkplatz weiter den Weg bergauf nach Westen, immer links bleibend. Nach etwa 60 Meter, markiert durch ein unscheinbares Steinmänchen zweigt nach rechts ein Pfad in das Dickicht ab. Diesem wohl nicht allzu oft begangenen Weg folgen wir, bis unterhalb der Felswand. Dort beginnt der eigentliche Steig.

Die Sicherungen sind zwar etwas rostig, machen aber dennoch einen guten Eindruck auf uns (Stand 2016). Über einfaches Gelände (A) klettern wir über den festen Felsen ein wenig nach Osten, bevor es über B und B/C Gelände steiler bergauf geht. Drahtbügel und Schlaufen entschärfen die Schwierigkeit ein wenig, wodurch wir gut vorankommen. Es folgt ein kurzes Gehstück. In dem anschließenden B/C Gelände müssen sich die kleineren Klettersteiggeher schon etwas strecken, um alle Klammern gut erreichen zu können.

Es folgt eine recht glatte Wand, die allerdings sehr umfangreich mit Drahtbügeln ausgestattet ist. Zwar ist das Stück im Vergleich zu dem unteren Teil etwas ausgesetzter, die Abstände der Drahtbügel sind aber so eng, dass selbst die Kinder das Stück schnell überwinden können.

Das letzte Stück erfordert dann nochmal volle Konzentration. Hier sind keine Drahtbügel zu finden, deshalb muss man die kleinen Tritte in der ansonsten recht glatten Verschneidung nutzen. Wie in dem Stück zuvor sind auch hier die Verankerungen des Drahtseils recht weit auseinander, was gerade bei Anfängern, aufgrund der möglichen höheren Fallhöhe, für Adrenalin sorgen kann.

Hat man auch dieses Stück hinter sich gelassen, kann man von der steilabfallenden Felskante die Sicht auf das mit Apfelbäumen übersäte Etschtal genießen. Im Süden reicht der Blick ein Stück in das Martelltal hinein. Im Südosten hat man einen schönen Blick auf Latsch.

Abstieg: Für den Abstieg halten wir uns links nach Westen und folgen dem Weg 5A zurück zum Parkplatz.


  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
650 m - 670 m + 0:05 0:05 Einstieg Klettersteig
670 m - 740 m + 0:25 0:30 Klettersteig Ende
740 m - 650 m + 0:15 0:45 Parkplatz am Tisserweg

Autor: Tom Lindner
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