Ortlergruppe

Monte Cevedale (3769 m)

Monte Cevedale
Aufstieg 4:30 h Abstieg 3:30 h
3
1200 Höhenmeter
Tourbeschreibung Druckversion
Bilder (45) Gipfelbuch (1)
Karte

Schaubachhütte (2581 m) - Eisseepass (3139 m) - Rifugio Casati (3269 m) - Monte Cevedale (3769 m)

Charakter: Wenig schwierige Hochtour über Gletscher, Spaltensturzgefahr! Gute Kondition und Schwindelfreiheit erforderlich. Höchster Berg Trentinos.

Besondere Ausrüstung: Komplette Gletscherausrüstung

Lawinengefahr: Mittel (Vorsicht am Eisseepass und am Gipfelhang)

Anfahrt: Über Meran oder den Reschenpass ins Vinschgau, in Prad Richtung Stilfser Joch, in Gomagoi links Richtung Sulden abbiegen, bis nach Innersulden fahren, an der Talstation der Suldenbahn parken. Fahrt mit der Suldenbahn zur Bergstation (13,50 Euro pro Person für Berg- und Talfahrt).

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Kompasskarte 72 - Ortler, Cevedale (1:50 000)

Der Monte Cevedale darf sich als höchster Berg des Trentino zudem als höchster Skitourengipfel der Ostalpen bezeichnen. Alleine wird man auf dem begehrten Gipfelziel selten unterwegs sein, ist der Cevedale Sommer wie Winter von mehreren Seiten erreichbar: Sowohl von Sulden über den Eisseepass, als auch aus dem Martelltal über die Zufallhütte und aus dem Val di Cedec über die Pizzinihütte rücken Bergsteiger und Skitourengeher dem dritthöchsten Gipfel der Ortlergruppe auf den Pelz. Auch wenn der Cevedale als eher leichter Hochtourengipfel gilt, sollten die spaltenreichen Gletscher (besonders am Eisseepass) und der steile und eventuell vereiste Gipfelhang keinesfalls unterschätzt werden.

Als Schneeschuhtour:
Für Schneeschuhe größtenteils gut geeignetes Gelände, allerdings mit Abstrichen: Die Hangquerung beim Abstieg vom Eisseepass zur Casatihütte ist mit Schneeschuhen unangenehm. Der steile Gipfelhang ist nur bei besten Verhältnissen mit Schneeschuhen begehbar. Bei Vereisung helfen hier nur Pickel und Steigeisen weiter. Vorsicht vor Spalten und Lawinenwarndienst beachten!

Aufstieg: Wir verlassen die Schaubachhütte und wandern in südlicher Richtung zum Suldenferner. Über den mäßig ansteigenden Gletscher, der im unteren Bereich einige größere Spalten zu bieten hat, geht es gemächlich bergauf. Je näher wir an die Eisseespitze heranrücken, desto steiler wird das Terrain. Langsam rückt auch immer mehr der Eisseepass ins Blickfeld, der sich zwischen Eissee- und Suldenspitze befindet. Kurz vorm Eisseepass wird das Gelände wieder flacher und wir erreichen die Scharte nach zwei Stunden Gehzeit. Am Pass können wir erstmals einen Blick zum Doppelgipfel der Zufallspitze und des Monte Cevedale werfen.

Vom Eisseepass queren wir nun zum Langenferner hinab (Spalten!). Über sanfte Gletscherflächen errechen wir nach weiteren 30 Minuten das Rifugio Casati. Wir steigen von der Hütte zum Zufallferner hinunter und streben nun südostwärts unserem Ziel entgegen. Die erste Etappe ist dabei eher weit als steil. Unser Ziel vor Augen gewinnen wir nur langsam an Höhe hinzu. Wir lassen die Zufallspitze auf unserer linken Seite liegen und halten auf die Einschartung zwischen Zufallspitze und Cevedale zu. Rechts haltend steigen wir den Hang querend empor. Kurz vor dem Gipfel wird das Gelände sehr steil. Hier kann es passieren, dass man auch im Winter je nach Verhältnissen nur mit Eispickel und Steigeisen weiterkommt. Je nach Schneelage gilt es noch eine Randspalte zu überwinden.

Wir erreichen nun den Verbindungsgrat zwischen Zufallspitze und Cevedale. Wir wenden uns nach rechts und steigen über den immer schmaler werdenden Grat zum höchsten Punkt empor. Am Gipfel erwartet uns eine fantastische und schier unendliche Aussicht: Erstmals ist der Blick auf die südlichen Ortlergipfel wie den Palon de la Mare und Punta San Matteo freigegeben. Über die Brenta schweift der Blick bis zur Piz Bernina und Piz Palü. Im Norden zeigen sich die Königspitze und der Ortler von ihrer schönsten Seite, und im Osten versperrt kein höherer Gipfel die Aussicht.

Abstieg: Wie Aufstieg, bzw. viel interessanter: vom Rifugio Casati nach Norden zur Suldenspitze aufsteigen (3376 m, 30 Minuten), dem Grat nach links zur Janiger Scharte folgen, und von hier über den Suldenferner vorbei am Eisseepass zur Schaubachhütte absteigen.

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten:
  • Schaubachhütte (2581 m), CAI Sektion Mailand, Tel.: +39 0473/613024, geöffnet von Ende Dezember bis Ende April und von Mitte Juni bis Ende September
  • Rifugio Casati (3269 m), CAI Sektion Mailand, Tel.: +39 0342 935507, geöffnet von Mitte März bis Ende September

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
2581 m - 3139 m + 2:00 2:00 Eisseepass
3139 m - 3269 m + 0:30 2:30 Rifugio Casati
3269 m - 3769 m + 2:00 4:30 Monte Cevedale
3769 m - 3269 m + 1:30 6:00 Rifugio Casati
3269 m - 3139 m + 0:30 6:30 Eisseepass
3139 m - 2581 m + 1:30 8:00 Schaubachhütte

Autor: Didi Hackl
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