Schweiz Berninagruppe

Gemsfreiheit (3186 m) als Skitour von der Bergstation Diavolezza

Charakter 3
Tourdaten:
Aufstieg Aufstieg:  2:15 Stunden
Abstieg Abfahrt:  2:00 Stunden
Höhenmeter 450 Höhenmeter
Strecke 11,7 Kilometer

Berghaus Diavolezza (2976 m) - Gemsfreiheit (3186 m) - Bahnhof Morteratsch (1890 m)

Charakter: Technisch mittel schwere Skihochtour mit kurzem Aufstieg (ca. 450 hm) und langer Abfahrt (ca. 1300 hm). Achtung Spaltensturzgefahr! Die Tour, die über einen Gletscher führt, setzt Kenntnisse in der Spaltenbergung voraus!

Besondere Ausrüstung: Neben der Skitourenausrüstung ist bei dieser Tour auch eine Gletscherausrüstung nötig.

Lawinengefahr: Mittel. Unbedingt den Lawinenwarndienst beachten!

Exposition: Alle Richtungen

Anfahrt: Von Innsbruck kommend auf der Autobahn A12 Richtung Bregenz bis zur Ausfahrt Reschenpass und dort weiter auf der B180 Richtung Reschen fahren. Dem Straßenverlauf der B184 in die Schweiz folgen. Anschließend weiter auf der B27 über Scuol, Zernez nach Samedan fahren und dort links Richtung Berninapass abbiegen. Der B29 an Pontresina vorbei bis zur Talstation der Diavolezza-Bergbahn folgen und dort parken. Der Ausgangspunkt der Skitour befindet sich an der Bergstation der Diavolezza-Seilbahn.

Anfahrt mit Bus & Bahn: Mit dem Meridian von München nach Kufstein und von Kufstein mit dem Railjet nach Sargans. Von Sargans weiter mit dem Intercity nach Chur, von Chur mit dem Interregio nach Samedan, von Samedan mit der Regionalbahn nach Pontresina und von Pontresina mit der Regionalbahn Richtung Tirano zur Haltestelle Bernina Diavolezza (Fahrplan und Buchung). Von dort geht es bequem mit der Seilbahn zur Diavolezza, von der wir die Skitour aus starten.

Geo-Koordinaten des Ausgangspunkts:
46.442127, 9.981894 (in Google Maps öffnen)

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Wunderschöne Gletscherlandschaften, gigantische Eisbrüche, eine nahezu atemberaubende Fernsicht - die Skitour zur Gemsfreiheit in der Berninagruppe ist sicherlich eine der schönsten Skitouren in den Alpen, die man mit nur 450 hm Aufstieg unternehmen kann. Auch wenn die auf dem Fortezzagrat gelegene Gemsfreiheit ein wenig im Schatten der weit berühmteren Gipfel, wie dem Piz Palü, dem Munt Pers oder der ungleich schwieriger zu besteigenden Bernina selbst liegt, wird der Gipfel oft und gern besucht. Neben dem wunderschönen Aufstieg lockt nach dem Gipfelsieg eine ebenso abwechslungsreiche, wie auch lange Abfahrt zum Morteratschgletscher und, wenn es die Schneelage zulässt, bis zum Bahnhof Morteratsch.

Steil geht es hinunter zum Persgletscher Aufstieg: Ausgehend vom Berghaus Diavolezza beginnt die Skitour ausnahmsweise bereits mit einer kleinen Abfahrt. Am tiefsten Punkt im Sattel zwischen Munt Pers und Sass Queder hält man sich nach Süden und fährt, anfangs noch recht gemütlich, mit jedem Höhenmeter, den man verliert aber deutlich steiler, zum Persgletscher ab. Bereits hier ist Vorsicht geboten, da der Hang bis zu 35 Grad steil ist und gerade in den Morgenstunden oft hart gefroren ist.

Die Sonne kämpft sich hinter dem Piz Trovat hervorAm Gletscher angekommen binden wir uns in das Seil ein und starten mit dem eigentlichen Aufstieg. Nur kurz marschieren wir dabei direkt auf den im Süden die Aussicht dominierenden Piz Palü zu, dann zweigt nach rechts eine Spur ab, die uns flach über den Gletscher Richtung Fortezzagrat führt. Während hinter uns über dem Piz Trovat die Sonne aufgeht bestaunen wir die Eismassen, die in der Nordwand des Piz Palü eine einzigartige Kulisse bilden.

Die beeindruckende Nordwand des Piz PalüNoch bevor wir den Fortezzagrat erreichen, dreht die Spur allmählich nach Südwesten. Einige Minuten wandern wir ein Stück unterhalb der Felsen entlang, bevor wir auf einer Rampe den Gletscher verlassen. Anfangs steil, später etwas entspannter, wandern wir nun in einem Bogen nach Norden zum Sattel hinauf, der den Skigipfel vom eigentlichen Gipfel trennt. Auf den letzten Metern wird der Schnee recht hart, aber die Harscheisen brauchen wir zumindest an diesem Tag nicht. Noch einmal blicken wir vom Sattel zurück auf die einzigartige Landschaft des Persgletscher, auf das Eis in der Nordwand und auf den Gipfel des Palü. Allesamt Eindrücke, die die Tour unvergesslich machen.

Der Blick in das Tal des Morteratschgletschers Auch die Sicht nach Norden wird ab dem Sattel frei. Der Skigipfel ist nun nicht mehr weit entfernt. In 2-3 Spitzkehren steigen wir die Anhöhe nach Westen auf. Auch hier ist der Schnee recht hart und Harscheisen könnten den Aufstieg erleichtern. Oben angekommen genießen wir die weitreichende Aussicht. Zwar sind mittlerweile bereits die Bernina und der Bellavistagrat in Wolken gehüllt, die Sicht auf den Piz Morteratsch und den darunterliegenden Gletscher aber frei. Auch der Blick nach Norden zum Munt Pers und zur Diavolezza ist wunderschön.

Genussreich geht es steil zwischen den Felsen durchAbfahrt: Die Abfahrt erfolgt nun direkt nach Norden über den Vadret da la fortezza. Wunderschön zieht sich der Hang links am Fortezzagrat auf die Isla Persa hinunter. Dort halten wir uns links und fahren über mehrere Steilstufen zum Morteratschgletscher ab. Über die Seitenmoräne gelangen wir zu dem hier schon recht flachen Gletscher. Der Blick über die Gletscherzunge hinauf nach Süden fällt auch hier auf gigantische Eisbrüche.

Beeindruckend fließen die mächtigen Eismassen ins TalFlach folgen wir dem Morteratschgletscher weiter nach Norden bis uns der Schnee unter den Brettern ausgeht. Mitte Mai müssen wir hier recht unangenehm durch den sulzigen Schnee einen Geröllabhang hinunter, bevor einige Meter dahinter ein Wanderweg beginnt. Auf diesem spazieren wir mit den Skiern am Rucksack bequem zum Bahnhof Morteratsch, von wo uns die Rhätische Eisenbahn wieder zurück zur Haltestelle Bernina Diavolezza bringt.

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit:
Berghaus Diavolezza (2973 m), Tel. +41 (0)81 839 39 00, geöffnet bei Betrieb der Seilbahn Diavolezza von Mitte Dezember bis Ende November.


  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
2976 m - 3186 m + 2:15 2:15 Gemsfreiheit
3186 m - 1890 m + 2:00 4:15 Bahnhof Morteratsch

Autor: Tom Lindner
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