44.263723, 15.64775 (in Google Maps öffnen)
Zweifellos ist die Tour auf den Tulove Grede ein Muss für alle Winnetou Fans, auch wenn sie vielleicht nicht die letzten Meter bis zum Gipfel hinaufklettern. In den Filmen wurde das formschöne Massiv von allen Seiten gezeigt. In Winnetou 3 stirbt hier auch der legendäre Apachen-Häuptling. Man muss aber nicht zwangsläufig Western-Fan sein, um die Kulisse zahlreicher Karl-May-Filme zu genießen. Die unmittelbare Umgebung, aber auch der Blick weit über die karstigen Spitzen des Velebit Gebirges ist einzigartig. Nach Süden reicht die Sicht über die weitläufige Ebene und den Fluss Zrmanja (Winnetou-Fans eher als Rio Pecos bekannt) zum Novigrader Meer und weiter.Aufstieg: Bevor wir starten betrachten wir noch die zahlreichen Fotografien, die auf beiden Seiten der Mauer zu finden sind. Sie zeigen Szenen aus den Winnetou-Filmen und deren Entstehung. Auch eine Steinplatte zum Gedenken an den 2015 verstorbenen Winnetou-Darsteller Pierre Briece finden wir auf der Straßenseite der Mauer vor. Anschließend starten wir auf einem Bergpfad Richtung Nordosten unsere Tour auf den Tulove Grede.
Der Weg führt oberhalb eines riesigen Kraters auf die Nordseite des Tulove Grede Massivs. Im Krater unter uns kam es in Winnetou I zum Showdown zwischen den Banditen und den Apachen. Winnetous Schwester Nscho-tschi und sein Vater Intschu-Tschuna fanden hierbei im Film den Tod. Die Filmgräber sind noch sichtbar und befinden sich ein Stück nordwestlicher. Nach Osten gewinnen wir, vorbei an formschönen Karstfelsen, weiter an Höhe. Knapp über 1000 hm schwenkt der Weg nach Süden, direkt auf das Massiv zu.
In den Felsen erreichen wir eine kleine Wiese. Auf der Südseite ist zwischen den Spitzen nun auch wieder der Blick auf die Ebene frei. Wir setzen unseren Weg, den weißen Punkten mit rotem Rand folgend, nach Westen fort. Eine kleine, recht leichte Kraxelstelle gilt es zu bewältigen, danach setzt sich der Weg wieder leichter nach Westen fort. Nachdem wir links von uns eine mächtige Spitze passiert haben erreichen wir eine kleine Scharte. Die Markierung, ein Pfeil und die Worte "HRVATSKE ZASTAVE" (dt. Flagge von Kroatien), deuten uns an, dass wir hier auf der anderen Seite runter klettern müssen.
Wer nicht so gern klettert, sollte von hier die Gegend genießen. Der Weg weiter nach Westen wird nun schwieriger und Kletterstellen bis in den unteren Bereich 2 müssen bewältigt werden. Zunächst steigen wir ein paar Meter ab. Ein Drahtseil unterstützt hier das Vorankommen. Durch die imposanten Felsen folgen wir auf der Südseite den Markierungen. Noch einmal geht es über eine Kante hinüber, links an einem Baum vorbei und anschließend über eine steile Wand bis zum Gipfel. Der raue Karstfelsen bietet viel Reibung sodass wir gut vorankommen.
Vom Gipfel genießen wir die weitreichende Sicht über das Velebit Gebirge. Im Nordwesten zeigt sich der Sveto Brdo, nach dem Vaganski vrh (1757 m), ist dieser mit 1753 m Höhe die zweitgrößte Erhebung im Velebit Gebirge. Im Süden zeigt sich das Novigrader Meer, in das der Zrmanja mündet. Auch der Krater und die Mauer von der aus wir gestartet sind ist recht schön zu sehen. Im Osten kann man die Scharte erkennen, an der die Kletterei begann. Außerdem sind dort noch zahlreiche weitere Spitzen des Tulove Grede Massivs zu sehen, von denen wir nun eine besuchen werden.
Abstieg: Zurück zum Parkplatz geht es wieder auf dem Aufstiegsweg. Ein kleines Schmankerl lassen wir uns jedoch nicht entgehen. In der Nähe der Scharte erklettern wir noch den mit "VIDILICA" (zu dt. Aussicht) markierten Nebengipfel. Der kurze, eher im oberen 2er Bereich anzusiedelnde Aufstieg erfordert noch mal ein wenig Konzentration, dann können wir erneut die herrliche Aussicht genießen. Die Kraxelei in den Felsen sollte man aber auch nicht unterschätzen. Wer Schwierigkeiten hat, sollte stets bedenken, dass er auch wieder abklettern muss, was ungleich schwerer ist. Zudem gibt es auch genug Aussichtspunkte zwischen den Felsen, die ohne Kletterei zu erreichen sind.
Nachdem wir nach unserer Exkursion über den Aufstiegsweg wieder den Parkplatz erreicht haben, statten wir noch der kleinen Kapelle am Pass einen Besuch ab. Das Kirchlein, sowie zahlreiche Marmortafeln an den Felswänden links erinnern an die dunkle Zeit Anfang der 90er, in der hier nicht mit Filmwaffen, sondern mit echten Gewehren geschossen wurde. Bleibt zu hoffen, dass so eine Epoche in Zukunft dem Tulove Grede erspart bleibt. Beeindruckt von dem Erlebten treten wir schließlich die Heimfahrt über die Schotterpiste nach Starigrad an.
Unterwegs keine. Gute Ausgangsorte für Touren im südlichen Velebit sind die Ortschaften Seline und Starigrad nahe der Paklenica Schlucht.
Höhe | Gehzeit | Gesamt | Ziel | ||
---|---|---|---|---|---|
865 m | - 1120 m | + 1:15 | 1:15 | Tulove Grede | |
1120 m | - 865 m | + 1:00 | 2:15 | Parkplatz Vrhprag |