Radstädter Tauern

Tappenkarsee und Draugsteintörl

2
Tourdaten:
Gesamtgehzeit:  5:30 h
900 Höhenmeter
12,7 Kilometer

Wanderung in den Radstädter Tauern von der Schwabalm zum Tappenkarsee mit der Tappenkarseealm und über das Draugsteintörl zur Tappenkarseehütte

Charakter: Insgesamt mittelschwierige Bergwanderung. Bis zum Tappenkarsee müssen 550 Höhenmeter und bis zum Draugsteintörl weitere gute 300 Höhenmeter überwunden werden. Der Anstieg zum Tappenkarsee erfolgt über einen komfortablen, aber steinigen Weg, der ein Minimum an Trittsicherheut verlangt. Beim Weiterweg zum Draugsteintörl wird oberhalb der Tappenkarseealm eine schrofig, erdige Rinne durchstiegen und ein abschüssiger Grashang gequert. Der weitere Weg zum Törl inklusive Abstieg zur Tappenkarseehütte und Rückweg entlang des Seeufers ist einfach.

Anfahrt: Über die Autobahn München - Salzburg zur Landesgrenze und weiter auf der A10 Richtung Villach bis zur Ausfahrt St. Johann im Pongau. Nach der Ausfahrt über die Bundesstraße 311 nach St. Johann fahren und dort die Bundesstraße Richtung Wagrain (B 163) verlassen. Über die Bundesstraße 163 durch St. Johann im Pongau hindurch und weiter nach Wagrain fahren. In der Ortsmitte von Wagrain rechts Richtung Kleinarl abbiegen über Kleinarl zum Jägersee fahren. Von dort der mautpflichtigen Schotterpiste weiter zum Wanderparkplatz Schwabalm folgen (4,80 Euro Maut, Stand 2018).

Mit Bus & Bahn: Mit der Bahn oder mit dem Meridian von München Hauptbahnhof nach Salzburg (Fahrplan und Buchung). Von Salzburg Hauptbahnhof mit der Bahn Richtung Wörgl nach St. Johann im Pongau. Von St. Johann im Pongau mit der Bus-Linie 530 zur Haltestelle Kleinarl Jägersee (zur Fahrplanauskunft). Vom Jägersee zu Fuß in 1 Stunde über die Mautstraße zum Wanderparklatz Schwabalm (3,4 km und 100 Höhenmeter).

Geo-Koordinaten des Ausgangspunkts:
47.209516, 13.330907 (in Google Maps öffnen)

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Der Tappenkarsee ist der größte See in den Niederen Tauern und ein sehr beliebtes Ziel für eine Wanderung. Beginnend am Wanderparkplatz an der Schwabalm südlich des Jägersees gelangt man in vielen Serpentinen über einen schönen Weg zum herrlichen Bergsee. Der Steig musste im Jahr 2014 neue angelegt werden, nachdem eine Mure den alten Weg teilweise verschüttet hatte. Am Nordwestufer des Tappenkarsees erreicht man nach etwa 1 ¾ Stunden mit der Tappenkarseealm eine erste Einkehrmöglichkeit. In weiteren 30 Minuten gelangt man zuerst dem Ufer folgend und zu guter Letzt in einem kurzen Gegenanstieg zur Tappenkarseehütte. Das Schutzhaus des Österreichischen Alpenvereins bietet auch Übernachtungsplätze. Rund um die Hütte finden Gipfelaspiranten mit dem Weißgrubenkopf, der Glingspitze oder dem Gurenstein eine Spielwiese für einen zweitägigen Aufenthalt. Wer vom Ufer des Sees noch einen schönen Aussichtspunkt erreichen möchte, dem sei der Anstieg von der Tappenkarseealm zum Draugsteintörl empfohlen. Von dort lässt sich ein herrlicher Blick hinüber zum markanten Draugstein und auf die felsige Bergwelt östlich des Tappenkarsees genießen. Vom Törl führt ein Weg direkt hinunter zur Tappenkarseehütte. Wer noch Luft und Lust hat, kann auch noch den Gurenstein überschreiten und über das Karteistörl zur Alpenvereinshütte zurückkehren (insgesamt 2 ¼ Stunden ab dem Draugsteintörl).

Aufstieg: Vom Wanderparkplatz an der Schwabalm (1220 m) gehen wir in südlicher Richtung links an der Talstation der Materialseilbahn vorbei und spazieren in den Bergwald hinein. Der moderat ansteigende Weg bringt uns durch lichten Wald und vollzieht nach 15 Minuten kurz vor dem Bachbett des Kleinarlbachs einen Linksknick. Nun steigen wir steiler bergauf und überqueren in einer Rechtskehre einen Bachlauf. Im Anschluss leitet uns der Weg in vielen Kehren zügig bergauf. Je höher wir steigen, desto steiniger wird der Weg. Mehr und mehr zieht sich auch der Bergwald zurück und gibt in nördlicher Richtung den Blick zum Jägersee und auf das Kleinarltal frei. Später passieren wir ein kunstvoll geschnitztes Denkmal zur Wegneuerrichtung im Jahre 2014.

Kurz darauf kommen wir zu einem mit einer Holztreppe ausgebauten Steilpassage. Nach der Treppe erreichen wir vor einem Kessel eine Hochebene. Der Pfad wendet sich nun nach Südwesten und leitet uns über eine Holzbrücke. Im Anschluss durchstreifen wir lichten Bergwald, passieren die Bergstation der Materialseilbahn und überqueren den Kleinarlbach. Nach der Brücke stehen wir am Tappenkarsee und erblicken vor uns die Tappenkarseealm. Wir folgen dem Uferweg, der uns westwärts an imposanten Felswänden entlang führt, auf die Alm zu. Langsam öffnet sich der Blick in südlicher Richtung zur Tappenkarseehütte und der über ihr thronenden markanten Glingspitze. Nach einer Gehzeit von 1 ¾ Stunden erreichen wir schließlich das Gebäude der Tappenkarseealm (1768 m).

Dort genießen wir erst einmal ausgiebig den Anblick des wunderbaren Bergsees. Auf seiner Ostseite wird der See von einer imposanten felsigen Szenerie eingerahmt. Der Sage nach wird der Tappenkarsee vom Lindwurm bewohnt, der in früheren Zeiten aus den Tiefen des Sees aufstieg und Mensch und Tier verschlang. Mutige Männer lockten den Lindwurm mit einem sprengstoffgefüllten Köder an und brachten diesen zur Explosion. Das verletzte Tier konnte aber in den See entkommen und knabbert seither an den Felswänden, die den See über dem Kleinarltal halten. Irgendwann wird der Lindwurm den Fels soweit zerstört haben, dass der See das Talbecken überfluten wird. Doch bevor die Wassermassen das Kleinarltal verschlingen werden, machen wir uns von der Tappenkarseealm auf Richtung Draugsteintörl.

Wir gehen an der Alm vorbei, kommen unweit des Ufers zu einem Wegweiser und biegen dort rechts ab (Wegweiser „Draugsteintörl, Filzmoossattel, Kleinarler Hütte“). Nun spazieren wir in einen Taleinschnitt, wenden uns kurz darauf nach rechts und steigen über eine schrofige, erdige Rinne über einen Grashang steil bergauf. Oben wendet sich der Pfad nach rechts, quert an einem abschüssigen Hang vorbei und führt uns nach einem Linksknick in zahmes Wiesengelände hinein. Wir erreichen ein grasiges Hochplateau, überqueren dort einen Bachlauf und wandern dem Karteiskopf entgegen. Schließlich wendet sich der Weg leicht nach rechts (Nordwesten) und führt uns in Kehren zu einem Querweg und einem Wegweiser hinauf. Dort biegen wir rechts ab und erreichen kurz darauf das Draugsteintörl (2077 m, 1 Stunde ab der Tappenkarseealm).

Abstieg: Für den direkten Abstieg zur Tappenkarseehütte gehen wir vom Draugsteintörl über den Aufstiegweg zurück zum Wegweiser und dort geradeaus weiter (Wegweiser „Tappenkarseehütte, Glingspitze, Weißgrubenkopf“). In südöstlicher Richtung spazieren wir weitläufiges Wiesengelände bergab und passieren einige Bachgräben. Nach den Bächen erwartet uns meist ein kleiner Gegenanstieg. Unterhalb einiger Lawinenverbauungen wendet sich der Pfad nach links (Nordosten) und leitet uns zügig in Kehren zur Tappenkarseehütte hinunter (1820 m, 50 Minuten ab dem Draugsteintörl). Für den Rückweg zur Schwabalm wenden wir uns am Hütteneingang nach links, steigen zum Tappenkarsee hinunter und folgen dem Uferweg innerhalb von 25 Minuten zur Tappenkarseealm (1768 m). Von dort erreichen wir über den Hinweg in 1 ½ Stunden wieder den Parkplatz an der Schwabalm (1220 m).

Einkehrmöglichkeit:
Tappenkarseealm (1768 m), privat, Tel. +43 (0)676 3409923. Geöffnet je nach Witterung von Anfang/Mitte Juni bis Ende September/Anfang Oktober.

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit:
Tappenkarseehütte (1820 m), ÖAV Alpenverein Edelweiss, Tel. +43 (0)6418/20113. Geöffnet von Anfang Juni bis Ende September.

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
1220 m - 1768 m + 1:45 1:45 Tappenkarseealm
1768 m - 2077 m + 1:00 2:45 Draugsteintörl
2077 m - 1820 m + 0:50 3:35 Tappenkarseehütte
1820 m - 1768 m + 0:25 4:00 Tappenkarseealm
1768 m - 1220 m + 1:30 5:30 Schwabalm

Autor: Didi Hackl
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