Velebit

Velika und Male Paklenica mit Anica Kuk-Besteigung

4
Tourdaten:
Gesamtgehzeit:  8:15 h
1200 Höhenmeter

Tagestour durch die eindrucksvollen Schluchten Velika und Mala Paklenica auf den Gipfel des Anica Kuk.

Charakter: Technisch anspruchsvolle und lange Bergwanderung. Insbesondere der Auf- und Abstieg zum Anica Kuk erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Auch in der Mala Paklinica müssen gelegentlich die Hände zur Hilfe genommen werden und es muss eine kurze, mittels Drahtseil gesicherte Passage überwunden werden. In Teilen des Nationalparks Paklenica besteht weiterhin Gefahr durch Landminen. Die Wege sollten daher nicht verlassen werden.

Anfahrt: Die Autobahn A1 E71 an der Anschlussstelle 15 Maslenica verlassen und weiter auf der E65 über Rovanjska Richtung Starigrad fahren. In Seline nach einer Brücke rechts in die Put Jukica abbiegen und den Wegweisern "Mala Paklenica" bis zu einem kleinen Parkplatz folgen.

Geo-Koordinaten des Ausgangspunkts:
44.283098, 15.492821 (in Google Maps öffnen)

Die einzigartige Landschaft des Velebit ist ein Teil des Dinarischen Gebirges und befindet sich in Kroatien, etwa 30 Kilometer nördlich von Zadar. Bekannt geworden ist die Gegend bereits in den Sechzigern durch die Verfilmung des Karl-May-Romans "Der Schatz im Silbersee". Die tief in das Massiv führenden Schluchten Velika und Mala Paklenica faszinieren ihre Besucher auch aufgrund der dort vorkommenden Tierarten, wie Braunbär, Luchs und Gänsegeier. Den Kletterern dürfte vor allem der Anica Kuk ein Begriff sein, der wegen seiner zahlreichen Kletterrouten in den senkrechten Westwänden berühmt ist. Wir haben den imposanten Berg auf unserer Tour vom Osten aus besteigen, was zwar nicht Klettergurt und Seil benötigt, aber trotzdem die eine oder andere Kletterstelle beinhaltet.

Am Eingang 2 des Paklinica Nationalparks geht es beschaulich zu. In der Nähe des kleinen Parkplatzes befindet sich ein Häuschen der Nationalparkverwaltung. Hier wird eine Eintrittsgebühr von 50 Kuna fällig (Stand 2015). Gleich dahinter beginnt der zunächst noch recht gut ausgebaute Weg in die "Mala Paklenica". Nach etwa einer halben Stunde haben wir die eigentliche Schlucht erreicht. Der Weg wird nun felsiger, ist aber mit einem weißen Punkt mit roter Umrandung durchwegs gut markiert. Um größere Hindernisse überwinden zu können, kommen auch immer wieder mal die Hände zum Einsatz. Auch ein kleines drahtseilgesichertes Stück müssen wir überwinden. Enge Passagen im trockenen Bachbett wechseln sich mit Abschnitten ab, in denen sich der Weg durch Buschwerk an den Flanken der Schlucht hochzieht. Mit der Zeit wird es deutlich steiler. Knapp zwei Stunden nach dem Start entdecken wir in den rechten Wänden eine Höhle, in der auch ein kleine Quelle entspringt. Auch wenn die Stelle mit dem kroatischen Wort für Wasser "Voda" gekennzeichnet ist, bevorzugen wir doch das mitgebrachte Wasser in unseren Trinkflaschen. Über einen Pfad erreichen wir wieder das Bachbett und folgen diesem weiter bergauf. Der Weg wird nun wieder leichter. Nach 8 Kilometern verlassen wir endgültig das Bachbett und folgen dem Wegweiser "Njive Lekine" durch den Wald. Schnell gewinnen wir dabei an Höhe und haben etwa 30 Minuten später einen weiteren Wegweiser erreicht, der den Beginn einer Hochebene kennzeichnet.

Dort halten wir uns Richtung Westen und folgen dem ausgeschilderten Weg nach Jurline. Hierzu überqueren wir eine kleine Wiese und halten uns nach einem Mauerdurchbruch rechts. Wie schon in der Schlucht können wir auf den Blumen und Gräsern zahlreiche, teils beeindruckend große, Insekten entdecken. Die karstige Landschaft beherbergt auch viel Schlangen, wie die Hornviper und die Kreuzotter. Leider bekommen wir weder diese, noch deren Feinde die Schlangenadlern oder Gänsegeier zu Gesicht. Der Weg zu der verlassenen Ansiedlung Jurline zieht sich bequem dahin. Von dem meist eben verlaufenden Weg haben wir einen recht schönen Ausblick auf die bis zu 1757 Meter hohen Gipfel des Velebit-Gebirgsmassivs. Nachdem wir ein paar Höhenmeter abgestiegen sind, werden die verfallenen Häuser Jurlines sichtbar. Nur eins scheint etwa besser erhalten zu sein. Dort halten wir links und spazieren vor dem Haus weiter nach Süden. Am nächsten Wegweiser halten wir uns Richtung Starigrad.

Nur wenig später ist auch erstmals der Anica Kuk angeschrieben. Recht gemütlich spazieren wir ohne nennenswerten Höhenverlust weiter nach Süden. Etwa 30 Minuten später biegen wir nach Westen (rechts) ab und folgen einem weiteren Wegweiser zum Anica Kuk. Der Pfad geradeaus führt auf einer alternativen Route zurück nach Seline. Schnell haben wir den östlichen Rand der Velika Paklenica erreicht. Knapp unterhalb der Felsen wandern wir nun wieder nach Süden. Die steilabfallende Westwand des Anica Kuk beeindruckt uns schon von weiten. Nach einem kleinen Unterschlupf in der Felswand links von uns treffen wir auf einen Sattel. Wir folgen weiter dem Pfad nach Süden und können schon bald mit dem eigentlichen Aufstieg auf der Ostseite beginnen. Die scharfkantigen karstigen Felsen bieten beim Klettern viel Halt. Auch wenn der Normalweg nicht mit den Kletterrouten der Westseite vergleichbar ist - Vorsicht, absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind auch hier unabdingbar. Die sehr gut markierte Route führt uns in etwa 30 Minuten auf den Gipfel. Kurz bevor wir diesen erreichen, entdecken wir auch eine kleine Box. Diese beinhaltet das Gipfelbuch als Loseblattsammlung.

Über ein Gipfelkreuz verfügt der Anica Kuk derzeit zwar noch nicht, trotzdem ist der Ausblick grandios. Im Süden zeigt sich das Meer mit dem Velebit-Kanal. Der Westen ist geprägt von den steilen Wänden der Velika Paklenica Schlucht und den dahinter liegenden Bergen. Im Norden zeigen sich die sanften, aber deutlich höheren Gipfel des Velebit Gebirges.

Für den Abstieg wählen wir bis zum Sattel den Aufstiegsweg. Dort halten wir uns jedoch links und steigen über einen Pfad an den westlichen Wänden des Anica Kuk vorbei in die Velika Paklenica Schlucht ab. Zahlreiche Klettertouren durchziehen die Felsen über uns. Je tiefer wir kommen um so lauter werden auch die Stimmen der Ausflügler die der Schlucht einen Besuch abstatten. Neben Wanderern treffen wir hier vor allem auf Kletterer. Dieser internationale Kletterspot ist weit über die Grenzen Kroatiens hinaus bekannt. Nachdem wir das Flussbett der Schlucht erreicht haben spazieren wir auf einem gut ausgebauten Weg nach Südwesten und können dabei zahlreiche Kletterer in den Wänden über uns beobachten. Der beginnenden Straße folgen wir ein paar Meter bergab, bevor links ein Naturlehrpfad beginnt. Auf diesem lässt es sich deutlich bequemer als auf der Straße zum Eingang 1 des Nationalparks gehen. Am Ende des Weges kommen wir noch in den Genuss, eine alte Wassermühle besichtigen zu können. Wenig später halten wir uns rechts und erreichen das Pförtnerhäuschen der Nationalparkverwaltung. Wir haben das Glück hier abgeholt zu werden. Ansonsten würde man sich links nach Osten halten und in etwa 45 Minuten zurück zum Eingang 2 laufen.

In jedem Fall steht nun einem erfrischenden Bad am Strand von Starigrad oder Seline nichts mehr im Weg!

Einkehrmöglichkeit und Übernachtungsmöglichkeiten:
Unterwegs keine. In den Orte Seline und Starigrad befinden sich jedoch ausreichend Restaurants und Übernachtungsmöglichkeiten.

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
Aufstieg 722 m - 1470 m + 4:00 4:00 Jurline
Aufstieg 2150 m - 2238 m + 1:30 5:30 Anica Kuk
Abstieg 2238 m - 1620 m + 2:45 8:15 Eingang 1 des Paklenica Nationalparks

Autor: Tom Lindner
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Gesamtbewertung der Tour „Velika und Male Paklenica mit Anica Kuk-Besteigung“:
sehr empfehlenswert
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