Wilder Kaiser

Regalmwand (2208 m)

4
Tourdaten:
Aufstieg:  3:15 Stunden
Abstieg:  2:30 Stunden
1125 Höhenmeter

Wochenbrunner Alm (1085 m) - Gaudeamushütte (1267 m) - Wildererkanzel (1642 m) - Regalmwand (2208 m)

Charakter: Insgesamt mittelschwierige bis anspruchsvolle Bergtour mit leichten Klettereien (I) im brösligen Schrofengelände und einer kurzen Schlüsselstelle (II) am Gipfelaufbau. Die Route ist gut markiert, es finden sich aber keine Sicherungen wie Drahtseile oder Tritthilfen. Der Anstiegsweg ist am Gildensteig und besonders am Gipfelaufbau steinschlaggefährdet. Für eine Besteigung sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig.

Besondere Ausrüstung: Steinschlaghelm

Anfahrt: Autobahn Kufstein - Innsbruck, Ausfahrt Kufstein Süd und weiter Richtung St. Johann / Felbertauern. Am Ortsende von Ellmau rechts Richtung Wochenbrunner Alm abbiegen (grüner Wegweiser). Über die Bergstraße bis zur Wochenbrunner Alm fahren (Mautgebühr 4,00 Euro, Stand 2012). Am besten den ungeteerten Parkplatz gegenüber der Wochenbrunner Alm (in einer Linkskurve nach rechts in den Parkplatz einbiegen) nutzen. Der Anstiegsweg zur Gaudeamushütte beginnt am Ende dieses Parkplatzes.

Geo-Koordinaten des Ausgangspunkts:
47.540809, 12.319228 (in Google Maps öffnen)

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Treten sich an der Gruttenhütte und am Ellmauer Tor die Wanderer zur Hochsaison gegenseitig auf die Füße, finden sich am östlichen Ausläufer des Wilden Kaisers recht ruhige Ziele. Kein Wunder, sind die Gipfel dort eher etwas für den gestandenen Berggeher, der sich auf raueren Routen im brösligen Schrofengelände wohl fühlt. Ein solches Gipfelziel ist die Regalmwand (auch Regalpwand geschrieben), die sich südöstlich des Kleinen Törls erhebt. Nach einem landschaftlich sehr schönen Zustieg über die Wildererkanzel und den Gildensteig führt einen der Weg schließlich zwischen Felstürmen und durch schrofige Rinnen zu einer kurzen Schlüsselstelle, die vor dem Genuss des Gipfelpanoramas überwunden werden muss.

Aufstieg: An der Wochenbrunner Alm schlagen wir den breiten Weg am Ende des ungeteerten Parkplatzes Richtung Gaudeamushütte ein. Der Fahrweg leitet uns in gemütlicher Steigung auf die Wände des Wilden Kaisers zu. Schon bald erkennen wir vor uns das markante Ellmauer Tor, das die Karlspitzen von der Goinger Halt trennt. Nach einer halben Stunde Gehzeit ist die Gaudeamushütte erreicht. Vor der Hütte stehend wenden wir uns nach links und spazieren zu einem unübersehbaren Schilderwald hinüber. Hier wählen wir den rechten (oberen) Weg Richtung Wildererkanzel und Ackerlhütte.

Der Wiesenpfad führt zuerst entlang des Waldrands auf die Wände des Ostkaisers zu. Schon nach wenigen Minuten dreht der Weg nach rechts (Osten) und schlängelt sich durch lichten Wald zügig aufwärts. Eine halbe Stunde nach dem Verlassen der Gaudeamushütte gelangen wir zu Baumgartneralm, über die wir hinunter ins Tal nach Ellmau blicken. Kurz darauf passieren wir mit dem Freiberghaus ein weiteres Almgebäude. Die nächsten Minuten queren wir weiter ostwärts, ohne großartig an Höhe hinzu zu gewinnen. Schließlich steilt der Weg noch einmal kurz an und nach gut 1 ½ Stunden Gehzeit erreichen wir einen grasbewachsenen Sattel mit Wegweiser.

Rechter Hand befindet sich der Gipfel des Baumgartnerkopfs, dem man in einem kurzen Abstecher einen Besuch abstatten kann. Am Baumgartnerkopf befindet sich auch das Bergsteigergrab. Hier liegt seit 1952 der Wieser Much, ein legendärer Bergsteiger und Liebhaber des Wilden Kaisers, begraben. Wir wenden uns am Sattel nach links und folgen dem Rücken Richtung Wildererkanzel. Wir spazieren durch eine Latschengasse und gelangen nach weiteren gut fünf Minuten nochmals zu einer Kreuzung. Hier biegen wir rechts ab Richtung Ackerlhütte und Gildensteig zum Kleinen Törl. Gut fünf Minunten später stehen wir an der Wildererkanzel und riskieren einen Blick zwischen den eigentümlich aufeinander geschichteten Felsblöcken hindurch.

Für den Weiterweg biegen wir vor der Wildererkanzel rechts ab und steigen eine schrofige Rinne hinauf. Kurz nach der Rinne erreichen wir bei einem Zaun einen Durchlass. Nach dem Passieren des Durchschlupfs stehen wir auf einem grasigen Rücken mit Wegweiser. Hier halten wir uns leicht links und folgen der Ausschilderung Richtung Regalmwand und Gildensteig zum Kleinen Törl. Nun wandern wir über den grasigen Rücken aufwärts und im Anschluss in vielen Serpentinen auf die Wände des Kaisers zu. Kurz vor Erreichen der ersten Wand dreht der Weg nach rechts (Osten) und führt zu einem kleinen Sattel hinauf. Der Pfad wird im Anschluss deutlich steiniger und ruppiger und führt uns zwischen kleinen Felstürmen hindurch.

Schließlich dreht der Gildensteig in nordwestliche Richtung und führt uns abermals zu einem Sattel empor. Vom Sattel queren wir durch eine Senke zu einer Rinne, die wir immer wieder die Hände zur Hilfe nehmend hinauf steigen. Nach dem Ausstieg geht es wiederum durch eine Senke hindurch und im Anschluss leicht kraxelnd über eine schrofige Rinne aufwärts. Nach einem weiteren Quergang und einem steilen Anstieg im Gehgelände stehen wir schließlich an der Flachschneid, einem schmalen Kammverlauf. Hier wenden wir uns nach rechts, folgen dem Kammverlauf und erreichen kurz darauf eine Verzweigung.

Die Verzweigung ist nicht beschildert und daher leicht zu übersehen. Rechts finden sich an einem markanten Felsen eine rot-weiße Markierung (815 B) und ein kleines weißes Schild ("Kreuzung Regalmwand - Kleines Törl, 2054 m"). Wir biegen also rechts ab und folgen den oberen Markierungen über Schrofengelände zu einer Rinne. Hier steigen wir in die Rinne hinunter und hinterhalb wieder aus der Rinne hinaus (I). Nach dem Ausstieg wenden wir uns nach rechts und folgen den Markierungen über einen Schrofenhang zu einer weiteren Rinne. Nach dem Durchstieg (I) wandern wir im Gehgelände zum Fuße eines Felsturms.

Dieser Turm wird auf seiner rechten Seite passiert. Wir erreichen eine weitere Rinne (I) und quetschen uns durch den teils engen Durchlass hindurch. Über Schrofen und Felsen steigen wir weiter aufwärts und gelangen zu einer Einschartung. Rechts von uns befindet sich nun eine senkrechte drei Meter hohe Wand, die gleichzeitig die Schlüsselstelle dieser Bergtour markiert. Über glatte Felsen überklettern wir die Felsbarriere (II) und erreichen eine schrofige Rampe. Über diese steigen wir leicht links haltend im deutlich leichteren Terrain weiter aufwärts und erreichen kurz darauf den Gipfel der Regalmwand.

Abstieg: Wie Aufstieg.

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit:
Gaudeamushütte (1267 m), DAV Sektion Main-Spessart, Tel.: +43 (0)5358 / 2262, geöffnet von Mitte Mai bis Mitte Oktober

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
1085 m - 1267 m + 0:30 0:30 Gaudeamushütte
1267 m - 1642 m + 1:15 1:45 Wildererkanzel
1642 m - 2208 m + 1:30 3:15 Regalmwand
2208 m - 1642 m + 1:20 4:35 Oberissalm
1642 m - 1267 m + 1:00 5:35 Gaudeamushütte
1267 m - 1085 m + 0:25 6:00 Wochenbrunner Alm

Autor: Didi Hackl
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Letzter Eintrag (von Kraxlmaxl):
03.08.14  War am Freitag den 1.8. auf der Regalmwand. Grandiose Aussicht, schöner und anspruchsvoller Aufstieg, mit ... [weiter]

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