Zahmer Kaiser

Pyramidenspitze (1997 m) über das Winkelkar

Pyramidenspitze
Aufstieg 3:30 h Abstieg 2:30 h
A/B
1250 Höhenmeter
Tourbeschreibung Druckversion
Bilder (75) Gipfelbuch (3)
Karte GPS-Track

Durchholzen (735 m) - Winkelalm (1192 m) - Winkelkar + Klettersteig - Pyramidenspitze (1997 m)

Charakter: Leichte Bergtour mit ungesicherten Klettereien (bis max. I) und leichten bis mäßig schwierigen Klettersteigpassagen (bis max. B am Gipfelaufbau, sonst A). Der Aufstieg durch das Winkelkar und über den Klettersteig ist steinschlaggefährdet. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind erforderlich.

Besondere Ausrüstung: Steinschlaghelm ratsam, für weniger geübte und nicht schwindelfreie Geher auch Klettersteigausrüstung.

Anfahrt: Autobahn München - Innsbruck, Ausfahrt Oberaudorf und links Richtung Niederndorf/Kössen abbiegen. Über Niederndorf und Sebi bis nach Walchsee Ortsteil Durchholzen fahren. Nach dem Kaiserlift in einer Linkskurve beim Hotel Gasthof Alpenhof geradeaus weiter fahren und der Straße "Hochberg" bis zum Wanderparkplatz am Ende der Fahrmöglichkeit folgen.

Karte: Kompasskarte 9 - Kaisergebirge (1:50 000)

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Die Pyramidenspitze ist zwar nicht der höchste, dennoch der berühmteste Gipfel im Zahmen Kaiser. Über die Vorderkaiserfeldenhütte kann die Pyramidenspitze in einem unschwierigen, aber auch sehr langen Anstieg erwandert werden. Schneller gelangt man über die Nordseite durch das Winkelkar zum Gipfel. Hier geht es allerdings um einiges zünftiger zu. Neben ungesicherten Kraxelein im brösligen Schrofengelände müssen auch einige Klettersteigpassagen gemeistert werden. Für den sicheren und konditionsstarken Geher stellen diese Klettereinlagen keine besonders hohen Hürden dar und der Aufstieg durch das Winkelkar entpuppt sich als abwechslungsreiche, genussvolle und landschaftlich sehr reizvolle Unternehmung.

Aufstieg: Vom Wanderparkplatz in Durchholzen folgen wir der geteerten Straße weiter in südlicher Richtung. Wir durchwandern ein Waldstück und erreichen nach knapp zehn Minuten freies Almgelände. Vor uns bauen sich die Wände des Roßkaisers auf, auf die wir nun zu laufen. Eine knappe halbe Stunde nach Verlassen des Parkplatzes passieren wir die Jager-Ried-Hütte. Wir lassen das Gebäude rechts liegen und spazieren geradeaus weiter. Der Forstweg bringt uns innerhalb von weiteren knapp zehn Minuten zur Großpoitneralm. Wir passieren die Alm an ihrer rechtnr Seite und wandern leicht links haltend über einen Wiesenpfad aufwärts (rot-weiße Markierungen).

Zehn Minuten nach dem Zurücklassen der Großpoitneralm treffen wir auf einen Forstweg. Hier wandern wir wiederum leicht links haltend weiter bergauf und folgen der Ausschilderung "Jöchlalm/Heuberg". Dass die Pyramidenspitze hier nicht angeschrieben ist mag etwas verwirrend sein. Man befindet sich jedoch auf dem richtigen Weg. Kurz darauf passiert man ein Drehkreuz und wandert im Anschluss über einen zu Beginn steinigen Wiesenpfad aufwärts. Nach weiteren gut zehn Minuten gelangen wir zu einer Weggabelung. Hier würde nach links der Pfad zum Heuberg abzweigen. Wir biegen allerdings rechts ab und folgen der Ausschilderung zur Winkelalm und zur Pyramidenspitze.

Vor uns rücken nun die imposanten Wände des Zahmen Kaisers, die sich rund um das Winkelkar aufbauen, näher. Nach weiteren zehn Minuten erreichen wir die Winkelalm, eine unbewirtschaftete Selbstversorgerhütte des DAV. Nach der Alm wandern wir einige Meter bergab und im Anschluss einen steinigen Pfad wieder bergauf, der uns immer näher an das Winkelkar heranbringt. Schließlich vollzieht der Pfad einen Rechtsbogen und leitet uns in nördlicher Richtung zum Fuße eines grasbewachsenen Hangs. In Serpentinen steigen wir zu einem Rücken empor. Der grasige Rücken bringt uns zu einer Schuttreiße, die wir nun mühsam hinaufsteigen.

Der steile Anstieg über das bröslige Terrain bringt uns schließlich zum Fuß der Felswände. Wir überkraxeln einige Schrofen und gelangen zu einer ersten Drahtseilsicherung. Nach einer kurzen Querung gewinnen wir am zu Beginn unschwierigen Steig zügig an Höhenmeter. Auf die ersten Drahtseile folgt eine längerer Quergang. An die Querung schließt sich ein weiterer geischerter Aufschwung an, der uns in eine Rinne hinaufführt. Über eine schrofige Rinne steigen wir nun in vielen Serpentinen steil aufwärts. Auch an diesem Wegabschnitt wechseln sich Gehpassagen und leichte Klettersteigstellen ab. Schließlich führt uns der Pfad nach links aus der Rinne heraus.

Nach dem steilen Ausstieg aus der Rinne queren wir nun die grasige Flanke der Jofenspitze und steuern direkt auf den Gipfelaufbau der Pyramidenspitze zu. Eine schrofige Gasse leitet uns zwischen den Latschen hindurch und führt uns links des Gipfelaufbaus vorbei. Schließlich erreichen wir eine kleine Einsattelung unterhalb des Pyramidenspitz-Gipfels. Der Steig führt uns nun in die rechte Flanke der Gipfelfelsen hinein. Im Zickzack steigen wir teils an Drahtseilsicherungen weiter aufwärts. Bei einer weiteren kleinen Einschartung wechseln wir auf die linke Seite der Gipfelfelsen und gelangen zum Finale des Anstiegs, das nocheinmal Klettersteigflair verbreiten wird.

Über Trittbügel überwinden wir zuerst eine plattige und luftige Wand. Auf diese Sprossenwand folgt in einer finalen Klettersteigstelle ein steiler Aufschwung, der uns zum Gipfelgrat bringt. In wenigen Schritten erreichen wir über den Grat das große Gipfelkreuz der Pyramidenspitze. Vom Gipfel blicken wir hinüber zur Vorderen Kesselschneid (2002 m), dem höchsten Punkt im Zahmen Kaiser. Im Vergleich zur Pyramidenspitze wirkt dieser Gipfel eher unscheinbar. Dahinter spitzen die Zacken des Wilden Kaisers hervor. Über das südliche Inntal mit den Tuxer und Zillertaler Alpen schweift der Blick zum Karwendel den Bayerischen Voralpen und schließlich zum nördlichen Inntal und den Chiemgauer Alpen.

Abstieg: Wie Aufstieg.

Einkehrmöglichkeit: Unterwegs keine.


  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
735 m - 1192 m + 1:15 1:15 Winkelalm
1192 m - 1997 m + 2:15 3:30 Pyramidenspitze
1997 m - 1192 m + 1:40 5:10 Winkelalm
1192 m - 735 m + 0:50 6:00 Durchholzen

Autor: Didi Hackl
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