Allgäuer Alpen

Großer Widderstein (2533 m)

Großer Widderstein
Aufstieg 4:15 h Abstieg 4:15 h
3
1313 Höhenmeter
Tourbeschreibung Druckversion
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Karte

Baad (1220 m) - Bärgundhütte (1408 m) - Großer Widderstein (2533 m) - Widderstein Hütte (2009 m) - Gemstelboden (1160 m)

Charakter: Die Umrundung des Großen Widderstein ist eine mittelschwere Bergwanderung. Etwas schwieriger ist der Gipfelanstieg selbst. Dieser erfolgt über einen Steig und erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Ein Helm ist aufgrund der Steinschlaggefahr empfehlenswert. Mit über 8 Stunden Gehzeit ist die Umrundung sicherlich auch nicht die kürzeste Bergtour.

Anfahrt: Von Kempten aus auf der B19 Richtung Süden über Sonthofen, an Oberstdorf vorbei in das Kleinwalsertal (Österreich) fahren. Im Kleinwalsertal der ST209 bis Baad folgen und am gebührenpflichtigen Wanderparkplatz parken.

Geo-Koordinaten des Ausgangspunkts:
47.30971, 10.122864 (in Google Maps öffnen)

Passende Wanderkarte bei Amazon.de:
Kompasskarte 3 - Allgäuer Alpen, Kleinwalsertal (1:50 000)

Der Große Widderstein bietet alles, was man sich von einer Bergtour erwarten kann, eine tolle Aussicht, einen anspruchsvollen Gipfelanstieg und genügend Einkehrmöglichkeiten. Wer bei der Rundtour den Gipfelanstieg scheut, kann gemütlich in der Widdersteinhütte bei Speis und Trank auf die Gipfelaspiranten warten. Mit etwas Glück können diese dann bei einem Weißbier von ihren Steinbockbeobachtungen rund um den Gipfel erzählen.

Aufstieg: Vom Parkplatz in Baad starten wir auf einem breiten Forstweg, der zunächst den Bärguntbach überquert. Vorbei an der Egg Alm erreichen wir 40 Minuten später die Bärgunthütte. Obwohl diese sehr einladend aussieht, ziehen wir auf dem nun etwas schmaler werdenden Weg weiter. Während wir den Hochalppaß weiter aufsteigen, zeigen sich links von uns immer deutlicher die gewaltigen Felsmassen des Kleinen und Großen Widdersteins. Auch der Hohe Ifen wird im Norden sichtbar. Nachdem wir die Passhöhe erreicht haben, werden wir mit für den Rest des Anstieges mit einem Panorama verwöhnt, das seines gleichen sucht.

Aber nicht nur das, auch Kunst lässt sich hier in exakt 2039 Metern Höhe finden. Eine von Antony Gormleys 640 Kilogramm schweren Eisenfiguren, die er im Rahmen seines Projekts „Horizon Field“ aufstellen hat lassen, betrachtet hier ehrfürchtig den Großen Widderstein. Für uns geht es weiter auf den Gipfel zu. Beim Blick zurück Richtung Westen entdecken wir nördlich vom Sattel den kleinen Hochalpsee. Schon bald kommen wir zu einem Wegweiser, an dem der Pfad zum Widderstein-Gipfel links abzweigt. Spätestens an der Tafel, die auf Trittsicherheit und Schwindelfreiheit hinweist, sollte man seinen Helm aufsetzen, da auf Grund der vielen losen Geröllmassen in der Rinne Steinschlaggefahr herrscht.

Geschützt mit Helm setzen wir die Bergtour fort. Der ungesicherte Steig weist keine unüberwindlichen Hindernisse auf, trotzdem ist es hie und da nötig die Hände zur Hilfe zu nehmen. Kurz nachdem rechts erstmals das Gipfelkreuz sichtbar wird, entdecken wir in der Wand darunter 3 Steinböcke. Während des ganzen Aufstiegs ist das Panorama im Süden überwältigend und wird nur noch von der Rundumsicht am Gipfel des Großen Widdersteins getoppt.

Die Gipfel zu zählen, die sich bei schönen Wetter vom Widderstein aus zeigen, ist wohl nur schwer möglich. Fast ein wenig klein wirkt der Grünten im Norden im Vergleich zum Nebelhorn, Großen Daumen, Hochvogel und Mädelegabel, um nur einige der Berge im Nordosten zu nennen. Es folgen im Osten das Hohe Licht und der Biberkopf, der südlichste Berg über 2000 Meter Deutschlands. Im Südosten sticht der Hohe Riffler mit seinen 3168 Metern heraus. Im Süden konkurrieren etliche Gipfel um das Auge des Betrachters. Nicht zuletzt verdient der Schesaplana im Südwesten noch genannt zu werden. Die Berge weiter westlich sind nicht mehr ganz so hoch wie im Süden, die Aussicht ist auch hier gigantisch.


Beschriftetes Panoramafoto, Ausblick vom Großen Widderstein (1,3 MB)

Abstieg: Für den Abstieg geht es wieder denselben Steig hinunter, auf dem wir aufgestiegen sind. An dessen Ende halten wir uns jedoch links Richtung Osten, auf die Widdersteinhütte zu und setzen so unsere Tour rund um den Widderstein fort. 2 Stunden nachdem wir am Gipfel gestartet sind, genießen wir die verspätete Gipfelhalbe in der Hütte. Gut gestärkt ziehen wir weiter und stehen wenig später auf der Passhöhe des 1972 Meter hohen Gemstelpasses.

Vorbei an der Oberen Gemstelalpe führt der Weg am linken Rand der Klamm vorbei zum Gemstelboden. Unterwegs findet sich noch die Hintere Gemstelhütte und Bernhard`s Gemstelalpe, verdursten muss man im Abstieg also sicherlich nicht. Am Gemstelboden halten wir uns links und folgen dem Weg entlang der Breitach flussaufwärts nach Baad.

Einkehrmöglichkeiten:
  • Bärgunthütte (1408 m), privat Tel. +43 (0)6643110453, Februar - April von 10:00 bis 17:00 Uhr, Dezember - Januar von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet
  • Widdersteinhütte (2009 m), privat, Tel. +43(0)6643912524, Juni bis Mitte Oktober durchgehend geöffnet, in den Wintermonaten über info@widderstein-huette.at erreichbar
  • Hintere Gemstelhütte (1320 m), privat, Tel. +43 (0)664/2510289, Juni bis Ende Oktober von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet
  • Bernhard`s Gemstelalpe (1310 m ), privat, Tel. +43 (0)664/2003035, Juni bis Ende Oktober von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
1220 m - 1408 m + 0:40 0:40 Bärgundhütte
1408 m - 2533 m + 3:25 4:15 Großer Widderstein
2533 m - 2009 m + 2:00 6:15 Widderstein Hütte
2009 m - 1160 m + 1:45 8:00 Gemstelboden
1160 m - 1220 m + 0:30 8:30 Baad

Autor: Tom Lindner
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