Allgäuer Alpen

Großer Krottenkopf (2656 m)

Großer Krottenkopf
Aufstieg 6:15 h Abstieg 5:30 h
3
2000 Höhenmeter
Tourbeschreibung Druckversion
Bilder (105) Gipfelbuch (2)
Karte GPS-Track

Elbigenalp (1039 m) - Hermann-von-Barth-Hütte (2131 m) - Krottenkopfscharte (2350 m) - Großer Krottenkopf (2656 m) - Krottenkopfscharte (2350 m) - Abzweig Weg Nr. 437 (2045 m) - Rothornjoch (2158 m) - Bernhardseck-Hütte (1812 m) - Elbigenalp (1039 m)

Charakter: Insgesamt anspruchsvolle und sehr anstrengende Bergwanderung. Beim Zustieg zur Hermann-von-Barth-Hütte handelt es sich um eine mittelschwierige Bergwanderung auf teils steinigen Wegen. Am Weiterweg von der Hütte zur Krottenkopfscharte befindet man sich größtenteils im Gehgelände, wird allerdings auch von sehr steilen Anstiegen auf brösligem Untergrund sowie kurzen drahtseilgesicherten Querungen und Kraxeleien erwartet. Der Gipfelanstieg verlangt kleinere ungesicherte Klettereien im 1. Schwierigkeitsgrad. Die beschriebenen Abstiegsvariante über das Bernhardseck erfordert eine sehr gute Kondition. Zudem gilt es kurze Felsstufen und eine drahtseilgesicherte Rinne zu meistern. Der Abstieg vom Rothornjoch über das Bernhardseck ist unschwierig. Von der Hermann-von-Barth-Hütte legt man über das Bernhardseck nach Elbigenalp eine Wegstrecke von 18,5 km zurück. Wem dies zu lang ist, der kann zusätzlich in der gemütlichen Bernhardseck-Hütte nächtigen und die Runde auf drei Tage verteilen.

Anfahrt: Autobahn München - Garmisch bis Oberau. In Oberau rechts Richtung Oberammergau abbiegen und nach Ettal fahren. Nach dem Ortsende von Ettal links Richtung Linderhof/Reutte abbiegen und vorbei am Plansee nach Reutte, in Reutte links ins Lechtal einbiegen und über Stanzach, Elmen und Häselgehr nach Elbigenalp fahren. Im Ort vor der Brücke, die über den Bernhardsbach führt, rechter Hand am beschilderten Parkplatz (Geierwallyparkplatz) das Auto abstellen. Reutte erreicht man alternativ von Füssen. Aus dem Innsbrucker Land fährt man von Imst über das Hahntennjoch nach Elmen und von dort weiter nach Elbigenalp.

Mit Bus & Bahn: Mit der Bahn von München Hauptbahnhof nach Reutte und von Reutte mit dem Bus 4268 zur Haltestelle Elbigenalp Hotel Alpenrose (Fahrplan und Buchung), die sich direkt am Ausgangspunkt befindet.

Karte: Kompasskarte 24 - Lechtaler Alpen, Hornbachkette (1:50 000)

Der Große Krottenkopf ist der höchste Berg der Allgäuer Alpen. Bestiegen wird er sowohl von Oberstdorf über die Kemptner Hütte als auch von Tirol mit Ausgangspunkt in Holzgau oder Elbigenalp. Die Zustiege zum Krottenkopf sind allesamt nicht gerade kurz. Wer in Elbigenalp startet, der kann die Tour mit einer Nächtigung auf der Hermann-von-Barth-Hütte auf zwei Tage verteilen. Diese Aufstiegsroute, die entlang der schroffen Hornbachkette führt und zudem herrliche Blicke zu den Lechtaler Alpen ermöglicht, ist landschaftlich ungemein reizvoll. Vom Gipfel des Großen Krottenkopfs gelangt man am schnellsten durch das Bernhardstal zurück nach Elbigenalp. Wer noch Luft und Lust hat, wählt als Abstiegsvariante den sehr langen Rundweg über die Bernhardseck-Hütte und kommt noch in den Genuss eines wunderbaren Nahblicks auf den Allgäuer Hauptkamm.

Aufstieg: Am Geierwallyparkplatz in Elbigenalp spazieren wir auf die Schnitzschule zu und passieren das rote Gebäude auf seiner rechten Seite. Wir folgen der Teerstraße und treffen in der ersten Kehre auf gelbe Wegweiser. Hier halten wir uns rechts Richtung Hermann-von-Barth-Hütte und Kasermandl. Der asphaltierte Weg geht in einen Forstweg über und schlängelt sich durch lichten Wald bergauf. Schon bald erblicken wir vor uns den Gipfel der Roten Wand. Kurz darauf passieren wir eine Almhütte und wählen dort den linken (oberen) Weg, der auf die Rote Wand zuführt. 20 Minuten später erreichen wir an einem Sattel eine Verzweigung. Hier halten wir uns rechts und folgen der Ausschilderung Richtung Kasermandl.

Nach einer Gehzeit von insgesamt einer Stunde erreichen wir die Kasermandl-Hütte, die wir rechts liegen lassen. Wir gehen immer geradeaus über den Forstweg und gelangen nach weiteren zehn Minuten zur Talstation der Materialseilbahn der Hermann-von-Barth-Hütte. Gleich nach der Talstation spazieren wir in einer Rechtskehre geradeaus weiter und schlagen einen schmalen Pfad ein. Wir wandern über einen licht bewaldeten Rücken bergauf und treffen nach einer weiteren guten Viertelstunde auf das Ende eines Forstweges. Hier halten wir uns links und folgen der Ausschilderung Richtung Hermann-von-Barth-Hütte. Über einen schon bald steinigeren Weg spazieren wir in das Tal des Balschtebachs hinein.

Hoch über der Schlucht, durch die sich der Bachlauf seinen Weg bahnt, passieren einen in den Fels geschlagenen und mit Drahtseilgeländer gesicherten Quergang. Wir wandern immer weiter in das Tal hinein und treffen eine knappe Viertelstunde später auf den Balschtebach, den wir überqueren. Danach vollzieht unser Pfad einen Linksknick und führt uns in südlicher Richtung einen mit Sträuchern und Latschen bewachsenen Hang hinauf und im Anschluss in einen grünen Kessel hinein. Von dort leitet uns der Weg in einem Rechtsbogen wieder hinaus und wir queren über einen schrofigen Pfad einen latschenbewachsenen Hang. Nach der Querung schlängelt sich der Weg schließlich zur großen freien Fläche unterhalb des Wolfebnerkars hinauf.

Nun erblicken wir auch erstmals die Hermann-von-Barth-Hütte, die wir in einem großzügigen Linksbogen nach insgesamt drei Stunden Gehzeit erreichen. Für den Weiterweg gehen wir über die Hüttenterrasse links am Schutzhaus vorbei, lassen den Winterraum links liegen und folgen der Ausschilderung Richtung Kemptner Hütte den Hang hinauf. Nach nur drei Minuten treffen wir auf eine Verzweigung. Hier biegen wir links Richtung Kemptner Hütte ab (gelber Wegweiser). Über einen steinigen Pfad wandern wir in moderater Steigung auf den Rücken südlich der Ilfenspitzen hinauf. Wir queren den Kammverlauf in nordwestlicher Richtung über kleinere drahtseilgesicherte Felsstufen und steigen dann in westlicher Richtung in das Birgerkar hinunter.

Über das weite Birgerkar steuern wir auf die markante Hermannskarspitze zu. Am Fuße der Hermannskarspitze treffen wir auf einen Abzweig. Wir lassen den Abstiegsweg ins Bernhardstal links liegen, gehen weiter geradeaus und queren an der Hermannskarspitze vorbei. Im Anschluss führt uns der Weg in vielen Serpentinen und teilweise sehr steil über sandigen Untergrund zur Schafscharte (2320 m) hinauf. Von der Scharte blicken wir erstmals hinüber zum Großen Krottenkopf. Rechts unterhalb des mächtigen Gipfelaufbaus liegt mit dem Hermannskarsee unser nächstes Ziel. Wir steigen von der Schafscharte über brösliges Terrain abwärts, wandern in nördlicher Richtung in das Hermannskar hinunter, queren dies in einem großzügigen Linksbogen und erreichen den Hermannskarsee (2216 m).

Wir lassen den Hermannskarsee rechts liegen und wandern in südlicher Richtung am Großen Krottenkopf vorbei. Nach einer kurzen seilversicherten Querung treffen wir auf eine schrofige Rinne, die wir hinauf steigen. Gleich im Anschluss erreichen wir eine Felsstufe, die wir entlang einer Drahtseilsicherung überwinden. Danach wandern wir auf die Krottenkopfscharte zu und steigen zu dieser in vielen und zum Schluss hin steilen Serpentinen hinauf (2 ½ Stunden ab Hermann-von-Barth-Hütte). Von der Krottenkopfscharte (2350 m) blicken wir erstmals hinüber zum Hauptkamm der Allgäuer Alpen mit dem Hohen Licht, der Hochfrottspitze, der Mädelegabel und der Trettachspitze. Nach dem ersten Genuss des schönen Panoramas wenden wir uns an der Krottenkopfscharte nach rechts.

Über schottrigen Untergrund steigen wir über einen zu Beginn deutlich sichtbaren Pfad in Serpentinen bergauf. Der Pfad verliert sich schon bald im plattigen Fels. Die Orientierung ist nicht weiter schwierig, da die Route bestens mit roten Strichen markiert ist. Über Schotter und Platten wandern wir auf den Gipfel zu. Am Fuße des Gipfelaufbaus queren wir von einer Einschartung nach links und steigen über Bänder und plattigen Fels in leichter Kletterei höher. Am Gipfelgrat steigen wir über eine abschüssige Platte hinweg und im Anschluss über den nun deutlich schmäleren Blockgrat zum Gipfelkreuz hinüber. Vom Gipfel genießen wir den Blick über die Marchspitze zur Bretterspitze und zur Urbeleskarspitze. Über die Lechtaler Alpen schauen wir zu den Ötztaler Alpen mit der Watzespitze und der Wildspitze, zum Verwall und zur Silvretta. Hinter dem Hauptkamm der Allgäuer Alpen zeigen sich einige Gipfel des Rätikon.

Abstieg: Vom Gipfel des Krottenkopfs steigen wir wieder hinunter in die Krottenkopfscharte. Wer den kürzesten Weg nach Elbigenalp einschlagen möchte, der wendet sich an der Scharte nach links, verlässt nach kurzer Zeit den Aufstiegsweg rechtshaltend und folgt den roten Markierungen in südöstlicher Richtung hinab (an dieser Stelle gibt es keinen Wegweiser!) ins Bernhardstal. Im Talboden wendet man sich nach links und wandert über die Gibler Alm nach Elbigenalp (3 ½ bis 4 Stunden ab Krottenkopf-Gipfel). Wir entscheiden uns für den schöneren aber auch deutlich längeren Abstieg über das Bernhardseck. Dazu wenden wir uns an der Krottenkopfscharte nach rechts und folgen den Wegweisern Richtung Kemptner Hütte und Holzgau. Über viele Serpentinen und über kleinere Felsstufen mit Trittbügeln und -stiften erreichen wir nach einer guten halben Stunde im Talboden eine Verzweigung (2045 m).

Dort wenden wir uns nach scharf links und folgen der Ausschilderung Richtung Jöchelspitze und Bernhardseck-Hütte (gelber Wegweiser). Wir wandern über den Weg Nr. 437 in einigem Auf und Ab in südlicher Richtung, queren die Ramstallspitze und steigen in ein Kar hinab. Im Kar halten wir uns links und gelangen über einen steinigen Weg zu einer markanten Felsrinne. Wir klettern die drahtseilgesicherte Rinne hinauf und erreichen kurz darauf eine Verzweigung. Hier biegen wir rechts ab Richtung Berhardseck und queren über einen Wiesenpfad im leichten Auf und Ab vorbei am Strahlkopf und an der Rothornspitze. Schließlich erreichen wir mit dem Rothornjoch (2158 m) die Einsattelung zwischen Rothornspitze und Jöchlspitze. Am Rothornjoch wenden wir uns nach links (Wegweiser "Bernhardseck") und wandern in östlicher Richtung in eine grasige Senke hinunter.

Von der Senke wandern wir in einem Gegenanstieg bergauf zu einem Plateau. Immer am Kamm bleibend spazieren wir wieder bergab und meistern noch einmal einen Gegenanstieg, bevor uns der Weg hinunter zur Bernhardseck-Hütte bringt. Von der Hütte gehen wir weiter geradeaus und folgen dem Karrenweg, der kurz darauf ungewöhnlich steil bergab führt. In einer Rechtskurve verlassen wir den Forstweg linkshaltend und folgen dem Pfad Richtung Elbigenalp. Später treffen wir wieder auf den Forstweg, gehen über diesen ein Stück nach rechts und verlassen diesen bald darauf wiederum über einen Pfad nach links (Wegweiser "Abkürzung Elbigenalp"). Sobald dieser wieder auf den Forstweg trifft, biegen wir links ab und spazieren weiter zur Gibler Alm. Direkt an der Alm führt ein Pfad hinunter nach Elbigenalp. Je nach Geschmack kann man den kleinen Pfad einschlagen oder sich vor der Alm nach rechts wenden, und über den Forstweg hinunter zum Ausgangspunkt spazieren.

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten:
  • Hermann-von-Barth-Hütte (2131 m), DAV Sektion Düsseldorf, Tel. +43 (0)5634/6671, geöffnet von Ende Mai bis Anfang Oktober.
  • Bernhardseck-Hütte (1812 m), privat, Tel. +43 (0)5634/6218, geöffnet von Mitte Mai bis Mitte November.

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
1039 m - 2131 m + 3:00 3:00 Hermann-von-Barth-Hütte
2131 m - 2350 m + 2:30 5:30 Krottenkopfscharte
2350 m - 2656 m + 0:45 6:15 Großer Krottenkopf
2656 m - 2350 m + 0:40 6:55 Krottenkopfscharte
2350 m - 2045 m + 0:35 7:30 Abzweig Weg Nr. 437
2045 m - 2158 m + 1:30 9:00 Rothornjoch
2158 m - 1812 m + 1:15 10:15 Bernhardseck-Hütte
1812 m - 1039 m + 1:30 11:45 Elbigenalp

Autor: Didi Hackl
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