Wettersteingebirge

Zugspitze (2962 m) von Ehrwald

Zugspitze
Aufstieg 5:30 h Abstieg 4:00 h
A/B
1750 Höhenmeter
Tourbeschreibung Druckversion
Bilder (98) Gipfelbuch (3)
Karte GPS-Track

Ehrwald, Talstation Zugspitzbahn (1220 m) - Gamskar - Wiener-Neustädter-Hütte (2213 m) - Stopselzieher - Zugspitze (2962 m)

Charakter: Beim Aufstieg von Ehrwald über die Wiener-Neustädter-Hütte zum Einstieg des Stopselzieher-Klettersteigs handelt es sich um eine anspruchsvolle Bergwanderung mit kurzen ausgesetzten Querungen und zwei kleinen Kletterstellen. Der Zustieg durch das Geröll des Gamskars und des Schneekars ist teilweise recht mühsam. Der Stopselzieher ist ein leichter Klettersteig mit wenigen mittelschwierigen Passagen (meist A und A/B). Der Klettersteig wird des Öfteren von Gehgelände und kurzen ungesicherten Klettereien bis zum max. 1. Schwierigkeitsgrad unterbrochen. Im oberen Teil des Klettersteigs liegt viel loses Gestein herum, daher ist das Tragen eines Steinschlaghelms ratsam. Die Mitnahme einer Klettersteigausrüstung ist empfehlenswert. Für den langen Aufstieg sind eine gute Kondition sowie Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig.

Besondere Ausrüstung: Steinschlaghelm, evtl. Klettersteigausrüstung.

Anfahrt: Autobahn München - Garmisch, nach dem Autobahnende weiter geradeaus durch Oberau Richtung Garmisch fahren. Nach dem Tunnel rechts Richtung Reutte/Fernpass abbiegen. Durch Garmisch und Grainau hindurch und über Griesen bis nach Ehrwald fahren. Nachdem man in Ehrwald die Bahn unterquert hat, links abbiegen und gegenüber der Tankstelle gleich nochmal links in die Zugspitzstraße einbiegen. Nun folgt man der Zugspitzstraße durch Ehrwald hindurch (Wegweiser "Zugspitzbahn") und weiter bis zur Talstation der Tiroler Zugspitzbahn. Dort das Auto abstellen.

Mit Bus & Bahn: Von Garmisch-Partenkirchen mit der Regionalbahn Richtung Reutte in Tirol zur Haltestelle Ehrwald Zugspitzbahn (Fahrplan und Buchung). Vom Bahnhof in Ehrwald mit dem Sommerbus (Linie 1 und 2) weiter zur Talstation der Tiroler Zugspitzbahn fahren (zum Busfahrplan).

Karte: Kompasskarte 5 - Wettersteingebirge, Zugspitzgebiet (1:50 000)

Verzichtet man gänzlich auf Aufstiegshilfen, ist der Anstieg von Ehrwald über die Wiener-Neustädter-Hütte und den Stopselzieher der kürzeste und schnellste Weg hinauf zur Zugspitze. Doch selbst bei der schnellsten Aufstiegsvariante zum Zugspitz-Gipfel hat man alles andere als einen Spaziergang vor sich. Von der Talstation der Tiroler Zugspitzbahn müssen immerhin 1750 Höhenmeter überwunden werden, bevor man das Gipfelglück am höchsten Punkt Deutschlands genießen kann. Die Route selbst ist zwar nicht ganz so spektakulär wie der Weg über das Höllental, sie präsentiert sich aber als sehr kurzweilig und abwechslungsreich. Höhepunkt des Anstiegswegs ist der leichte Klettersteig, der vom Schneekar hinauf zum Gipfelgrat führt. Dabei wird ein Naturstollen, der sogenannte Stopselzieher, durchklettert. Nach dieser langen und ausgiebigen Bergtour kann man mit gutem Gewissen die Dienste der Zugspitzbahn in Anspruch nehmen und gelenkschonend zum Ausgangspunkt in Ehrwald hinunter schweben.

Aufstieg: Vom Parkplatz spazieren vorbei an der Talstation der Zugspitzbahn in östlicher Richtung. Gleich nach der Talstation treffen wir auf eine Weggabelung und gehen geradeaus weiter (Wegweiser "Wiener-Neustädter-Hütte, Zugspitze"). Kurz darauf leitet uns der Weg in einem Rechtsbogen um ein Gebäude herum. Auf der Rückseite des Gebäudes halten wir uns schräg links und gehen zu einem Querweg empor. Wir folgen dem Querweg wenige Schritte nach rechts und gelangen dann zu einer Kreuzung. Nun biegen wir links ab (Wegweiser "Zugspitze") und folgen der breiten Trasse der ehemaligen Skipiste in südöstlicher Richtung bergauf. Etwa 20 Minuten später treffen wir nach einer sanften Rechtskurve auf einen Steig, der nach links von der Trasse weg in die Latschen hinein führt (keine Beschilderung, nur rote Punkte).

Hier hat man nun die Möglichkeit nach links den Steig ins Gamskar einzuschlagen. Wer den gerölligen Weg meiden möchte, der geht weiter geradeaus und folgt der ehemaligen Piste in einem Linksbogen ins Gamskar hinein. Beide Wege treffen nach knapp 15 Minuten wieder aufeinander. Kurz nach dem Aufeinandertreffen beider Varianten weist uns eine deutliche Markierung mit der roten Schrift "W. N." den Weg nach rechts in die Latschen. Wir folgen nun wieder der ehemaligen grasigen Piste durch eine Latschengasse. Nach einer scharfen Linkskurve verliert sich die Graspiste mehr und mehr im Schutt. Wir wandern nun über schottriges Terrain in nordöstlicher Richtung in den von hohen Wänden umrahmten Kessel des Gamskars hinein. Der Pfad schlängelt sich nun etwas steiler bergauf und wir erreichen nach einer Gehzeit von insgesamt 1 ¼ Stunden eine Tränke.

Von der Tränke leitet uns der Weg in vielen Serpentinen zuerst zwischen Latschen hindurch und im Anschluss in einem recht mühsamen Anstieg einen schottrigen Hang hinauf. Eine halbe Stunde später treffen wir unterhalb einer hohen Felswand auf einen Querweg. Linker Hand erkennen wir die ehemalige Mittelstation der Seilbahn. Zur Felswand blickend wenden wir uns nach rechts und schlagen nun den Georg-Jäger-Steig ein. Wir folgen allerdings nicht den Trittspuren, die steil den Schutthang hinauf führen, sondern queren rechts an der Schuttreiße vorbei und leicht abwärts in das Gamskar hinein (auf die roten Markierungen achten!). Nach der Querung bringt uns der Weg in Serpentinen und über einige Stufen in nördlicher Richtung zügig bergauf. Nach einem kurzen steileren Anstieg wendet sich der Weg nach links (Westen) und leitet uns zu einem Rücken empor.

Dort wendet sich der Weg wieder nach Norden und wir erreichen die ehemalige Liftstütze der alten Seilbahn. Von dort wandern wir auf die zweite Stütze der neuen Zugspitzbahn zu. Kurz vor dem Seilbahnmasten gilt es eine kurze drahtseilgesicherte Felsstufe zu überwinden. Nach der kurzen Kraxeleinlage unterqueren wir bei einigen Lawinenverbauungen die Seilbahn und queren im Anschluss über einen teilweise gesicherten und an manchen Stellen luftigen Steig in die Wand hinein. Ohne größeren Höhengewinn wandern wir ostwärts und erreichen eine ungesicherte Steilstufe, die wir überklettern. Danach folgt eine weitere Querung und ein kurzer steilerer Anstieg. Nach der Steilstufe bringen uns die Markierungen in einem großzügigen Rechtsbogen über Steine und plattige Felsen hinauf zur Wiener-Neustädter-Hütte (2213 m, 2 ¾ Stunden ab der Talstation in Ehrwald).

Von der Wiener-Neustädter-Hütte überqueren wir das geröllige Schneekar in südöstlicher Richtung und erreichen nach gut 15 Minuten den Einstieg zum Klettersteig. Über eine plattige Rampe (A) und einige Trittbügel (A/B) erreichen wir den Naturstollen des Stopselziehers. Durch einen Spalt kraxeln wir den Stollen hinauf und verlassen diesen kurz darauf durch den niedrigen Höhlenausgang. Danach klettern wir weiter an einem Riss empor (A/B) und treffen nach wenigen Metern auf viele Trittbügel, über die wir zügig die Wand hinauf steigen (A/B). Nach dieser längeren Treppe lehnt sich das Gelände zurück und wir folgen dem Drahtseil hauptsächlich im Gehgelände über eine breite Rampe bergauf. Nach wenigen Minuten endet der erste Klettersteigabschnitt und wir folgen den Markierungen über den zumeist festen Fels aufwärts.

Eine Viertelstunde später treffen wir auf die nächsten Drahtseilsicherungen: Diese führen uns über die Rampe leicht nach rechts querend (A) zu einer Rippe. Nun folgen wir der Rippe im gestuften und langsam brösliger werdenden Terrain steiler hinauf (A/B, auf Steinschlag achten!). Schließlich endet der Klettersteig und wir verlassen die Rippe linkshaltend über sehr schottriges Terrain. Die Markierungen leiten uns über unangenehm brösligen Untergrund hinüber zur alten und verlassenen Seilbahnstation. An der ehemaligen Station wendet sich der Weg nach rechts und bringt uns zuerst über ein Band und schließlich entlang einiger Drahtseilsicherungen hinauf zum Gipfelgrat. Dort treffen wir auf die Wanderer, die über das Reintal und die Knorrhütte die Besteigung der Zugspitze in Angriff genommen haben.

Vom Gipfel selbst trennt uns nun noch ein Fußmarsch von einer knappen halben Stunde. Wir wenden uns nach links und folgen dem Grat in nordöstlicher Richtung entlang vieler Drahtseilsicherungen auf die Bauten im Gipfelbereich der Zugspitze zu. Schließlich bringt uns ein in den Felsen gehauener und drahtseilgesicherter Steig in Serpentinen hinauf zu einer Treppe. Die Treppe leitet uns über viele Stufen hinauf zum Münchner Haus. Dort überqueren die Terrasse der Alpenvereinshütte und im Anschluss auch die Aussichtsplattform. Wir gehen links am Eingang zur Seilbahn vorbei und steigen am Ende der Plattform zum Fuße des Zugspitzgipfels hinunter. Über eine Leiter und zum Schluss entlang einer Drahtseilsicherung kraxeln wir über sehr speckigen Fels zum Gipfelkreuz der Zugspitze hinauf.

Abstieg: Wie Aufstieg. Alternativ fährt man mit der Tiroler Zugspitzbahn hinunter zum Parkplatz (Talfahrt 26 Euro pro Person/Stand 2014, zu den Infos und zum Fahrplan).

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit:
  • Wiener-Neustädter-Hütte (2213 m), Österreichischer Touristenklub (ÖTK), Tel. +43 (0)676/730 44 05. Geöffnet von Mitte Juni bis Anfang Oktober.
  • Münchner Haus (2959 m), DAV Sektion München, Tel. +49 (0)8821/2901, geöffnet von Mai bis Oktober.

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
1220 m - 2213 m + 2:45 2:45 Wiener-Neustädter-Hütte
2213 m - 2962 m + 2:45 5:30 Zugspitze
2962 m - 2213 m + 2:00 7:30 Wiener-Neustädter-Hütte
2213 m - 1220 m + 2:00 9:30 Ehrwald, Talstation Zugspitzbahn

Autor: Didi Hackl
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