Katalonien

Naturpark Serra de Montsant - Roca Corbatera

3
Tourdaten:
Gesamtgehzeit:  7:45 h
1300 Höhenmeter

Wanderung durch die Serra de Montsant. Aufstieg durch die imposanten Felsformationen der Südwand zum Roca Corbatera, dem höchsten Punkt des Montsant Gebirges

Charakter: Technisch teils anspruchsvolle und lange Wanderung, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraussetzt. Ausreichend Trinkwasser mitnehmen!

Anfahrt: Ausgehend von Tarragona auf der Av. de Tarragona (T-11) südlich an Reus vorbei fahren. Weiter auf der T-11 bleiben, die zur N-420 wird. Nachdem man Les Borges del Camp südlich passiert hat, im Kreisverkehr rechts abbiegen. Weiter auf der C-242 an Alforja vorbei Richtung Cornudella de Montsant fahren. Vor Cornudella de Montsant links auf die TV-7021 abbiegen und der Straße bis La Morera de Montsant folgen. Im Nordosten der Ortschaft befinden sich Parkplätze.
Geo-Koordinaten des Ausgangspunkts:
41.266429, 0.842732 (in Google Maps öffnen)

Die Serra de Montsant ist ein Teil des katalanischen Vorküstengebirges und liegt in der Provinz Tarragona. Beeindruckend ist vor allem die nach Süden steil abfallende Flanke östlich von La Morera de Montsant. Der hier beschriebene Aufstiegsweg zum Roca Corbatera führt auf einem imposanten Steig mitten durch die reizvolle Landschaft. Auch das karstige Hinterland hat beeindruckt. Fernab der Touristenströme durchziehen zahlreiche Pfade die trockene Steppenlandschaft. Wildkatzen, Luchse, Marder sowie zahlreiche Greifvögel haben hier ihre Heimat.

Aufstieg: Vom Parkplatz aus starten wir unsere Tour auf der "Carrer de la Font" und betreten das malerische Dorf La Morera de Montsant von Nordosten. Im Ortskern halten wir uns rechts und verlassen nach Norden auf der "Carrer la Bassa" die Siedlung. Am Ortsausgang befindet sich rechts ein kleines Museum, welches über den Naturpark Montsant informiert. Auch Karten der Region sind dort erhältlich. Nach einem kurzen Besuch setzen wir unseren Weg fort und steigen auf der Straße weiter bergauf. Ein paar Meter hinter einem gut sichtbaren Sendemasten halten wir uns rechts und folgen auf einem Pfad, zunächst nach Norden und wenig später in nordöstliche Richtung, dem Wegweiser zum "Grau de Barrots". Zunächst gewinnt der Weg nur mäßig an Höhe. Nach knapp 30 Minuten auf dem Pfad zweigen wir links ab und wandern direkt auf die Felsen des Montsant-Gebirges zu.

Der Weg ist nun deutlich steiler und durch eine gelb-weiße Markierung gekennzeichnet. Die nächste Stunde bietet sicherlich die interessantesten und spektakulärsten Abschnitte unserer Wanderung. In einer engen Rinne, nicht sonderlich steil, dringen wir förmlich in die Felsen ein. Wir passieren dank künstlicher Eisentritte relativ leicht eine Stufe und stehen anschließend in einer kleinen Höhle, deren Decke an das geöffnete Maul eines Wales erinnert. Gebückt erreichen wir ein paar Meter über dem Einstieg erneut die senkrechte Südwand des Gebirges. Nach rechts führt ein Pfad in die ansonsten völlig glatte Wand. Wir halten uns jedoch links, also nach Osten. Hierzu überklettern wir einen eingekeilten Felsen und setzen anschließend auf einem etwas breiteren, aber mindestens ebenso eindrucksvollen Pfad, unseren Weg fort.

Ohne sonderlich an Höhe zu gewinnen wandern wir, meist recht bequem, entlang der über und unter uns steil abfallende Wand. Neben dem Ausblick auf La Morera de Montsant und die Weinanbaugebiete beeindrucken auch die zahlreichen Pflanzen, die sich in den Ritzen und Spalten der Felsen einen Platz zum Wachsen gesucht haben. Nach etwa 10 Minuten entlang der Wand erreichen wir einen Aussichtpunkt, der mit "Balco del Priorat" gekennzeichnet ist und besonders ausgesetzt positioniert ist. Knapp eine viertel Stunde führt uns der Weg noch weiter nach Osten durch die Wand. Anschließend treffen wir auf einen Wegweiser "Serra Major - Barranc Falles", der uns nach Norden an den oberen Rand der Abrisskante führt.

Gut eine Stunde wandern wir nun auf den Roca Corbatera zu. Nicht immer führt der Weg direkt an der Felswand entlang, oft sind wir einige 100 Meter von der Kante entfernt. Tendenziell wandern wir immer Richtung Osten oder Nordosten. Nachdem wir auf ein Wegkreuz treffen, welches auch als Wegweiser fungiert, halten wir uns rechts und steigen zu einer kleinen Wiese ab. An deren östlichem Ende sind unter einem Felsvorsprung Reste einer Bebauung zu erkennen. Anschließend umgehen wir die Felsen im Süden und setzen unseren Weg zum Roca Corbatera an der Abrisskante fort. Knapp eine Stunde später stehen wir auf dem höchsten Punkt der Serra de Montsant.

Im Norden ist bereits unser nächstes Ziel zu sehen, die Kapelle Santa Maria de Montsant. Weiter links kann man tief in das mit kleinen Tälern durchzogene Gebirge blicken. Im Süden ist hinter dem Städtchen Cornudella de Montsant der Stausee Panta de Siurana zu sehen. Gut 50 Meter westlich von uns befindet sich der Punta de la Serra Major, dem wir auch einen Besuch abstatten und ein weiteres mal die Aussicht über das Tal im Süden genießen.

Abstieg: Südlich zwischen den beiden Gipfeln setzen wir unseren Weg fort. Nachdem wir ein paar Meter abgestiegen sind, umrunden wir den zweiten Aussichtspunkt zur Hälfte und wandern weiter bergab zu einer nahen Forststraße. Dieser folgen wir links nach Nordwesten bis rechts ein kleiner Pfad abzweigt. Dieser führt uns direkt zu der kleinen Kirche. Bereits im 12. Jahrhundert haben hier Einsiedler gelebt. Heute ist die Gegend um die Kapelle zwar verlassen, gelegentlich werden aber noch Messen in dem Gotteshaus abgehalten.

Hinter der Kapelle führt uns der Weg am nördlichen Rand des Gebirgszuges weiter nach Westen. Rechts vorbei an einem gewaltigen Felsen erreichen wir schon bald die Ruinen einer ehemaligen Behausung. Die bauchigen Felsen ragen über unseren Köpfen oft über den Steig. Während wir dem Wegweiser "Pi de la Carabasseta" weiter folgen haben wir oft einen schönen Blick auf Ulldemolins im Norden. Obwohl wir die Tour durch ein Tal südlich von uns verkürzen können, ignorieren wir den Wegweiser zum "Barranc dels Pelags" und bleiben weiter an der Kante des Gebirgszuges. Der Weg ist hier durch eine weiß-rote Markierung gekennzeichnet.

Eine gute Stunde marschieren wir weiter nach Westen. Nach einiger Zeit verlieren wir etwas an Höhe und wandern ein gutes Stück unterhalb der Kante entlang. Der Steig wird zunehmend etwas verwachsen. Vor einer nach Norden recht ausladenden Flanke steigen wir wieder auf. Oben angekommen ist der Weg nun auch wieder deutlich zu erkennen. Nachdem wir einen markanten Baum erreicht haben ist La Morera nach Süden ausgeschildert. Laut Wegweiser trennen uns noch 7 Kilometer von unserem Ausgangsort. Je weiter wir in die Barranc (Schlucht) del Parrat absteigen umso grüner wird auch die Pflanzenwelt die uns umgibt. Einen kleinen Gipfel, den la Mola lassen wir links liegen und halten uns an einem Wegweiser zum "Toll de L'ou".

Dort angekommen ist auch wieder La Morera ausgeschildert. Etwa 100 Meter später biegen wir rechts ab und steigen nach Südwesten erneut auf. Schon bald haben wir einen beeindruckenden Blick auf die beiden Schluchten. Eine Stunde nach dem "Toll de L'ou". haben wir auf einem flachen Bergrücken die Wahl zwischen links nach Osten oder, leicht bergab, nach Westen. Mangels Beschilderung halten wir uns nach Osten. Nach einem Kilometer bestätigt uns ein Wegweiser, dass wir richtig lagen. Nach Norden wandern wir von dort durch die "Cami de Montsant" zum "Grau de la Grallera". Deutlich leichter wie beim Aufstieg führt uns von dort ein Weg hinunter zurück zu unserem Ausgangspunkt La Morera de Montsant.

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
Aufstieg 750 m - 1050 m + 1:00 1:00 Grau de Barrots
Aufstieg 1050 m - 1163 m + 2:30 3:30 Roca Corbatera
Abstieg 1163 m - 1000 m + 0:30 4:00 Santa Maria de Montsant
Abstieg 1000 m - 750 m + 3:45 7:45 La Morera de Montsant

Autor: Tom Lindner
zu den Bildern

Karte vergrößern
Download GPS-Track
Wanderbuch
Gesamtbewertung der Tour „Naturpark Serra de Montsant - Roca Corbatera“:
sehr empfehlenswert
Im Durchschnitt 5 von 5 (1 Bewertung)
Letzter Eintrag (von Tom):
23.04.15   [weiter]

weiter zum Wanderbuch

Touren in der Umgebung:

Spanien Serra de Tramuntana
Torrent de Pareis
Torrent de Pareis
Spanien Serra de Tramuntana
Puig de Galatzó
Puig de Galatzó (1027 m)
Spanien Serra de Tramuntana
Massanella
Massanella (1364 m)
Spanien Serra de Tramuntana
Puig Tomir
Puig Tomir (1103 m)
Spanien Serra de Tramuntana
Talaia d
Talaia d'Alcúdia (444 m)
Frankreich Korsika
A Muvrella
A Muvrella (2148 m)
Italien Grajische Alpen
Gran Paradiso
Gran Paradiso (4061 m)
Italien Bergamasker Alpen
Monte Legnone
Monte Legnone (2610 m)
Schweiz Berninagruppe
Munt Pers
Munt Pers (3207 m)
Italien Gardaseeberge
Cima Capi
Cima Capi (909 m)
Italien Gardaseeberge
Schmugglerweg Gardasee - Sentiero Contrabbandieri Massimo Torti
Schmugglerweg Gardasee - Sentiero Contrabbandieri Massimo Torti
Italien Gardaseeberge
Auf der Ponalestraße von Riva nach Pregasina
Auf der Ponalestraße von Riva nach Pregasina
Italien Gardaseeberge
Cima SAT
Cima SAT (1246 m)
Italien Gardaseeberge
Monte Brione
Monte Brione (376 m)
Schweiz Appenzeller Alpen
Säntis
Säntis (2502 m)
Italien Gardaseeberge
Castel Penede Nago
Castel Penede Nago
Österreich Rätikon
Schesaplana
Schesaplana (2965 m)
Italien Gardaseeberge
Colodri
Colodri (370 m)
Italien Gardaseeberge
Via Ferrata Rio Sallagoni
Via Ferrata Rio Sallagoni (465 m)
Italien Ortlergruppe
Suldenspitze
Suldenspitze (3376 m)
Italien Ortlergruppe
Monte Cevedale
Monte Cevedale (3769 m)
Italien Ortlergruppe
Hintere Schöntaufspitze
Hintere Schöntaufspitze (3325 m)
Italien Ortlergruppe
Lyfispitze
Lyfispitze (3352 m)
Österreich Lechquellengebirge
Spuller Schafberg
Spuller Schafberg (2679 m)
Italien Ortlergruppe
Laaser Spitze
Laaser Spitze (3304 m)
Österreich Bregenzerwald
Kanisfluh
Kanisfluh (2044 m)
Italien Fleimstaler Alpen
Via Ferrata Burrone Giovanelli
Via Ferrata Burrone Giovanelli
Italien Ötztaler Alpen
Tisser Klettersteig
Tisser Klettersteig
Österreich Allgäuer Alpen
Großer Widderstein
Großer Widderstein (2533 m)
Österreich Allgäuer Alpen
Walmendinger Horn
Walmendinger Horn (1990 m)
Italien Ötztaler Alpen
Similaun
Similaun (3599 m)
Deutschland Allgäuer Alpen
Toreck
Toreck (2016 m)