Norwegen Jotunheimen-Gebirge

Galdhøpiggen (2469 m)

Charakter 3
Tourdaten:
Aufstieg Aufstieg:  4:30 Stunden
Abstieg Abstieg:  3:30 Stunden
Höhenmeter 1500 Höhenmeter
Strecke 12,8 Kilometer

Spiterstulen (1104 m) - Svellnose (2272 m) - Keilhaus topp (2355 m) - Galdhøpiggen (2469 m)

Charakter: Anspruchsvolle Bergwanderung, die über holprige Pfade und ausgedehntes Geröll- und Blockgelände führt. Beim Aufstieg zur Svellnose und am Übergang von der Svellnose zum Keilhaus topp warten kleinere Blockklettereien im max. 1. Schwierigkeitsgrad. Im Sommer sind oft Altschneefelder anzutreffen, die die Schwierigkeiten nochmal erhöhen können. Für die Besteigung sind eine gute Kondition sowie Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig.

Anfahrt: Über die E6 von Oslo Richtung Trondheim bis Otta fahren, dort links abbiegen und der Straße Nr. 15 vorbei am Vagavatnet bis nach Lom folgen. In Lom beim Kreisverkehr leicht linkshaltend in die Straße Nr. 55 einbiegen und dieser für 23 Kilometer folgen. In Røisheim links in die Straße Visdalsvegen einbiegen, die kurz darauf in eine unasphaltierte und an manchen Stellen holprige Mautstraße übergeht. Der Piste folgt man für 17 Kilometer hinauf nach Spiterstulen. Hier am großen Parkplatz unterhalb der Herberge das Auto abstellen. Die Maut von 80 NOK (Stand 2014) ist an der Rezeption von Spiterstulen zu bezahlen.

Geo-Koordinaten des Ausgangspunkts:
61.625588, 8.403825 (in Google Maps öffnen)

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Der Galdhøpiggen ist der höchste Berg Norwegens und ganz Skandinaviens. Diesen Titel darf der Galdhøpiggen erst seit einigen Jahren sein Eigen nennen. Bis in die 1980er-Jahre galt der benachbarte Glittertinden als der höchste Skandinavier. Seine vergletscherte Gipfelkuppe ist mittlerweite derart abgeschmolzen, dass diese nun vom Galdhøpiggen überragt wird. Und wie bei allen höchsten und zudem relativ leicht erreichbaren Bergen ist man auch am Galdhøpiggen selten alleine unterwegs. Wer ein wenig Ruhe genießen möchte, der sollte früh am Parkplatz in Spiterstulen aufbrechen, wenn sich dort die meisten Bergfreunde noch am Frühstücksbuffet der komfortablen Herberge tummeln. Gegen Mittag kann es am Gipfel sogar richtig eng werden. Dann treffen dort auch die ersten Seilschaften der geführten Touren von der Juvasshytta über den Styggebrean-Gletscher ein. Der beschriebene Anstieg von Spiterstulen ist gänzlich gletscherfrei. Im Sommer kann man allerdings auch auf dieser Route auf einige Altschneefelder treffen.

Aufstieg: Vom Parkplatz folgen wir dem Fluss Visa weiter in südlicher Richtung zu einer Holzbrücke. Hier überqueren wir den Fluss und wenden uns nach der Brücke nach rechts (Wegweiser "Galdhøpiggen"). Nun folgen wir dem Pfad, der leicht schräg vom Wasser weg führt, über den Zeltplatz. Am Ende des Zeltplatzes treffen wir auf eine erste Markierung (rotes "T"). Nun leitet uns der Weg auf einen steilen Hang zu. Nach dem Zeltplatz schlängelt sich unser Pfad durch lichtes Buschwerk zügig bergauf. Schon nach wenigen Minuten lassen wir die Büsche hinter uns und wir bewegen uns von nun an im freien und aussichtsreichen Gelände. Der Weg gewährt zu Beginn keine Verschnaufpausen und führt steil und in vielen Serpentinen in nordwestlicher Richtung den Hang hinauf.

Je höher wir kommen desto schöner und weitreichender wird der Blick Richtung Süden. Über das Tal, durch das sich der Gletscherfluss Visa seinen Weg bahnt, schauen wir zum mächtigen Hellstugutinden und zur markanten Pyramide des Urdadalstinden. Nach einer Gehzeit von einer guten halben Stunde vollzieht unser Weg einen Linksbogen und leitet uns nun flacher in südwestlicher Richtung zu einem grasigen Rücken hinauf. Hier wendet sich der Weg wieder nach rechts (Nordwesten) und führt uns über steinigeres Terrain aufwärts. Wir passieren einige kleinere Bachläufe und queren schon bald darauf ein erstes Blockgelände. Der Weg verliert sich nun mehr und mehr zwischen Schutt und Blöcken. Die Route ist allerdings mit einigen Steinmännchen und durchgehend mit roten "T"-Markierungen gekennzeichnet.

Wir überqueren nun ausgedehntes Blockgelände und steigen weiter in nordwestlicher Richtung bergauf, bis wir das Hochplteau unterhalb der Svellnose erreichen. Nun wandern wir flach auf den Zinken der Svellnose zu, wenden uns schließlich leicht nach rechts und steigen über Blockwerk dem Gratverlauf östlich (rechts) der Svellnose entgegen. Am Grat angelangt eröffnet sich ein herrlicher Tiefblick hinunter zum Styggebrean-Gletscher. Nun wenden wir uns nach links und folgen dem Gratverlauf in westlicher Richtung und halten somit auf den Gipfelaufbau der Svellnose zu. Nach kleineren Blockklettereien mündet der Grat in einen Schutthang, den wir in vielen Serpentinen hinauf steigen. Nach einer Gehzeit von 3 ½ Stunden haben wir den höchsten Punkt der Svellnose erreicht. In südlicher Richtung schauen hinunter zum Gletscher Svellnosbrean.

Vor uns erblicken wir nun auch den Gipfel des Galdhøpiggen, der sich hinter dem Keilhaus topp versteckt. Wir folgen dem blockigen Gratverlauf der Svellnose steil hinab in die Einsattelung zwischen Svellnose und Keilhaus topp. Kurz vor dem Sattel gilt es im Fels kleinere Kraxeleien zu bewältigen. Gerade bei Altschnee ist der Übergang vom Fels in den Sattel etwas unangenehm. Über den schuttbedeckten Sattel wandern wir auf den Gipfelaufbau des Keilhaus topp zu. Am Gipfelgrat bleibend steigen wir zuerst über plattigen Fels und schließlich über Blockwerk in teilweiser einfacher Kraxelei aufwärts. 30 Minuten nach Aufbruch an der Svellnose haben wir den geräumigen Gipfel des Keilhaus topp erreicht. Wer möchte kann linkshaltend noch den höchsten Punkt und den Gipfelsteinmann erreichen.

Vor uns erblicken wir nun das letzte und eigentliche Ziel unserer Bergtour: Den Galdhøpiggen mit seiner kleinen Gipfelhütte. Wir überschreiten den Gipfel des Keilhaus topp und wandern über den breiten Gratverlauf in den Sattel zwischen Keilhaus topp und Galdhøpiggen hinunter. Vor uns erblicken wir nun einen Gletscherausläufer. Wir steuern auf das untere Ende des Schneefeldes zu. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, um das eisige Hindernis zu überwinden: Dünne rote Markierungsstangen leiten zu einem Seil, welches über den Gletscher gespannt ist. Hier kann der Gletscher an einem spaltenfreien Abschnitt überquert werden. Der Gletscher ist im unteren Teil recht steil und eine Überquerung des Schneefelds ist bei Blankeis ohne Steigeisen nicht empfehlenswert.

Die zweite und eisfreie Möglichkeit: Man geht linkshaltend am Fuße des Gletschers vorbei, steigt an dessen Ende nach rechts steil über Schutt aufwärts und umgeht so das unangenehme Eis. Im Abstieg sollte man den Gletscher sowieso umgehen und auf eine Querung des Schneefelds verzichten. Nun trennen uns nur noch wenige Minuten vom Gipfel: Über den breiten Schutthang steigen wir zur Volehytta hinauf, die bereits zum Greifen nahe ist. Sobald wir die Volehytta erreicht haben, gehen wir rechts an der kleinen Hütte vorbei und steigen über Blockwerk zum höchsten Punkt des Galdhøpiggen, des Jotunheimen-Gebirges und ganz Norwegens hinauf. Nun eröffnet sich auch der gewaltige Blick nach Westen über den Storjuvbrean-Gletscher. Wir genießen das fantastische Panorama, das über die Bergwelt von Jotunheimen bis zum Rondane-Gebirge reicht.

Abstieg: Wie Aufstieg.

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten:
  • Spiterstulen (1104 m), komfortable Herberge mit 200 Betten, einem Zeltplatz, Duschen, einem Restaurant und einem Café, Tel. +47 61 21 94 00. Geöffnet von ca. 20. Mai bis 15. Oktober.
  • Die Volehytta am Gipfel des Galdhøpiggen wird bei schönem Wetter bewirtschaftet. Ansonsten steht in der kleinen Hütte Proviant gegen Bezahlung bereit und es gibt Decken und Schlafplätze für ein Notbiwak.

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
Aufstieg 1104 m - 2070 m + 2:45 2:45 Grat der Svellnose
Aufstieg 2070 m - 2272 m + 0:45 3:30 Svellnose
Aufstieg 2272 m - 2355 m + 0:30 4:00 Keilhaus topp
Aufstieg 2355 m - 2469 m + 0:30 4:30 Galdhøpiggen
Abstieg 2469 m - 2272 m + 0:45 5:15 Svellnose
Abstieg 2272 m - 1104 m + 2:45 7:00 Spiterstulen

Autor: Didi Hackl
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Gesamtbewertung der Tour „Galdhøpiggen“:
sehr empfehlenswert
Im Durchschnitt 5 von 5 (1 Bewertung)

Letzter Eintrag (von Joachim Finzel):
14.09.15  Danke für diese sehr detaillierte Tourenbeschreibung. Allerdings habe ich sie beim Aufstieg dann gar nicht ... [weiter]

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