Hordaland

Trolltunga

  Gesamtgehzeit 9:15 h
3
1450 Höhenmeter
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Karte GPS-Track

Wanderung in Norwegen zur Trolltunga, der berühmten Trollzunge bei Odda über dem Ringedalsvatnet

Charakter: Anspruchsvolle Bergwanderung, auf der insgesamt 26,5 Kilometer und 1450 Höhenmeter zurückgelegt werden. Mit Startpunkt beim oberen Parkplatz am Mågelitopp verringert sich die Strecke auf insgesamt 20 Kilometer und der Höhenunterschied auf 1050 Meter. Vom Parkplatz Skjeggedal werden die ersten 400 Höhenmeter auf der breiten Fahrstraße zurückgelegt, die zum Parkplatz Mågelitopp hinauf führt. Der Weiterweg zur Trolltunga führt über steinige Wege, die Trittsicherheit verlangen. Teils trifft man auf sumpfiges Terrain, diese Abschnitte halten sich für norwegische Verhältnisse aber in Grenzen. Für die lange Wanderung ist eine sehr gute Konditon notwendig. Wie beim Halbmarathon zeigen Schilder nach jedem Kilometer, wie weit man noch von der Trolltunga entfernt ist. Machbar ist die Trolltunga von Mitte Juni bis Mitte September. Von Mitte Februar bis Ende Mai werden geführte Schneeschuhtouren angeboten. Wer zwischen Mitte September bis Ende Oktober zur Trolltunga aufberechen möchte, sollte sich ebenfalls einem Guide anschließen. Entsprechende Touren werden von Trolltunga Active angeboten. Allgemeine Informationen zur Trolltunga erhält man in der Touristeninformation in Odda.

Anfahrt: Von Oslo über die E18 nach Drammen fahren und in Drammen in die E134 einbiegen. Über Hokksund, Notodden, Haukeli nach Røldal fahren. Den Røldalsvatnet, das Røldal Skisenter sowie den Røldalstunnelen passieren. Nach dem Tunnel Trogilshol rechts abbiegen und der Straße 13 vorbei an Skare über Odda nach Tyssedal folgen. In Tyssedal rechts Richtung Trolltunga abbiegen und der Bergstraße hinauf zum Parkplatz Skjeggedal folgen. Entweder hier am gebührenpflichtigen Parkplatz (300 NOK, Stand 2017) das Auto abstellen oder auf Höhe des Parkplatzes links zum Mauthäuschen und zur Schranke einbiegen und über die holprige Piste in vielen Serpentinen zum Parkplatz Mågelitopp hinauf fahren. Der obere Parkplatz bietet nur Platz für 30 Fahrzeuge. Die Schranke öffnet um 7:00 Uhr, die Maut kostet 500 NOK (Stand 2017). Es empfiehlt sich, zur Hochsaison spätestens um 6:00 Uhr an der Schranke zu stehen, um einen der begehrten Parkplätze zu ergattern. An manchen Tagen öffnet diese schon deutlich vor 7:00 Uhr. Wohnmobile oder Motorräder dürfen den oberen Parkplatz nicht nutzen.

Mit Bus & Bahn: Von Bergen mit der Bus-Linie 930 nach Odda (zur Fahrplanauskunft) oder von Oslo mit der Bergenbahn nach Voss und von Voss mit der Bus-Linie 990 nach Odda (zur Fahrplanauskunft). Von Odda fährt vom 15. Juni bis 15. September ein Shuttle-Bus nach Skjeggedal. Dieser hält an den meisten Übernachtungsplätzen in Odda (zu den genauen Abfahrtszeiten).

Geo-Koordinaten des Ausgangspunkts:
60.132867, 6.625419 (in Google Maps öffnen)

Die Wanderung zur Trolltunga gehört zu den beliebtesten Unternehmungen in Norwegen. Das berühmte Foto des ins Nichts ragenden Felsvorsprungs zieht jedes Jahr magisch Scharen von Besuchern an. Im Gegensatz zum ähnlich spektakulären Preikestolen ist die Trolltunga nur mit deutlich mehr Anstrengung und zeitlichem Aufwand zu erreichen. Vom Parkplatz Skjeggedal gilt es auf dem Hin- und Rückweg gut 26 Kilometer und 1450 Höhenmeter zurückzulegen. Seit 2017 gibt es dank der neuen Bergstraße die Möglichkeit, von Skjeggedal zum Mågelitopp hinauf zu fahren und die Wanderung auf 20 Kilometer und 1050 Höhenmeter zu verkürzen. Der Parkplatz am Mågelitopp fasst allerdings nur 30 Fahrzeuge und so gilt es früh an der Mautstation zu stehen, um einen der wenigen Parkplätze ergattern zu können. Aber egal welchen Ausgangspunkt man wählt, ein früher Aufbruch ist wichtig. Ohne Pausen benötigt man für die Wanderung insgesamt 9 bis 10 Stunden. Wer erst gegen Mittag oder später an der Trolltunga ankommt, dem kann es passieren, dass er sich in eine lange Schlange einreihen muss, um an sein begehrtes Foto zu kommen. Eine Wartezeit von 2 oder 3 Stunden ist dann zur Hochsaison keine Seltenheit. Im Sommer sind die Tage in Norwegen lang, doch wer wegen eines zu späten Aufbruchs und langer Wartezeiten in die Dunkelheit gerät, kann schnell in Schwierigkeiten kommen. Eine weitere Option wäre eine Übernachtung im Zelt, um antizyklisch zu den Besuchermassen an der Trolltunga einzutreffen. In jedem Fall ist schon der Weg zum berühmten Felsvorsprung sehr reizvoll. Hat man einmal die fade Fahrstraße hinter sich gebracht, bewegt man sich im freien und aussichtsreichen Gelände. Das Stehen auf der Trollzunge inklusive der gähnenden Leere unter den Sohlen ist schließlich das Sahnehäubchen dieser langen und eindrucksvollen Exkursion.

Aufstieg: Vom Parkplatz in Skjeggedal gehen wir an der Mautsation und an der Schranke vorbei und schlagen den Fahrweg zum oberen Parkplatz am Mågelitopp ein. In vielen Kehren steigen wir über die breite Piste bergauf und erreichen nach einer Stunde in einer Rechtskurve den beschilderten Abzweig zur Trolltunga. Hier halten wir uns links und verlassen den Fahrweg über einen Pfad. Schon nach wenigen Minuten wird der Untergrund felsiger und über plattiges Terrain folgen wir der mit roten Ts und Stangen markierten Route zwischen niedrigem Buschwerk hindurch. Einen Bachlauf überqueren wir mit Hilfe von kleinen Holzbrücken und setzen im Anschluss unsere Wanderung über plattigen Fels fort. Den glatten Untergrund lassen wir bald darauf hinter uns und der Weg leitet uns nach einem Linksknick (Wegweiser „Trolltunga“) zu einem gerölligen Hang.

Über den mit vielen Steinstufen ausgebauten Weg steigen wir den Geröllhang hinauf und passieren dabei kleine Holzhütten. Sobald wir die steinige Treppe hinter uns gelassen haben, betreten wir plattigen Fels, über den wir in östlicher Richtung zu einer breiten Einsattelung hinauf steigen. Am Sattel trennen uns noch 7 Kilometer von der Trolltunga. Vor dem Weitermarsch genießen wir in westlicher Richtung die Aussicht zu den vergletscherten Bergen des Folgefonna-Nationalparks. Am Sattel lassen wir den beschilderten Abzweig Richtung Tyssevassbu links liegen und spazieren in südöstlicher Richtung zu einem See. Wir passieren den See an seiner rechten (südlichen) Seite und wandern vorbei an kleineren Seen in südöstlicher Richtung bergab. Sobald das Gelände wieder flacher wird, überqueren wir einen Bachlauf über eine Holzbrücke.

Kurz nach dem Passieren des 5-Kilometer-Schildes kommen wir zur ersten der beiden Survival-Cabins. Im Anschluss steuern wir auf eine felsige Wand zu und steigen direkt an der Wand hinauf zu einem grasigen Bergrücken. Über den moderat ansteigenden und teils matschigen Pfad setzen wir unsere Wanderung in östlicher Richtung fort. Rechter Hand blicken wir nun hinunter zum Ringedalsvatnet. Wir kommen am 4-Kilometer-Schild vorbei und steigen 10 Minuten später steiler zu einem Ausläufer eines Rückens hinauf. Dort wendet sich der Weg nach links (Nordosten) und wir folgen dem Pfad rechts vom Bergrücken bleibend bergauf. Etwa 300 Meter nach dem 3-Kilometer-Zeichen kommen wir an der zweiten Survival-Cabin vorbei, die links von uns auf einer Anhöhe thront. Wir behalten unsere Grundrichtung bei und erreichen gut 5 Minuten später in einem Rechtsbogen einen Bachlauf.

Im Anschluss steigen wir über kurzzeitig ausgesetzteres Gelände aus dem Bachgraben hinaus. Sobald wir den Graben hinter uns gelassen haben, vollzieht unser Weg einen Linksbogen und wir wandern über sumpfiges und teilweise mit Planken ausgebautes Terrain nordostwärts. Nach einer Rechtskurve steigen wir entlang einer plattigen Wand vorbei an einem kleinem Wasserfall bergab und erreichen nach einem weiteren Rechtsbogen eine karge Mondlandschaft. Nun sind wir einen Kilometer von der Trolltunga entfernt. Wir folgen den roten Markierungen zu einem Wegweiser. Dort wendet sich der Weg nach links (Wegweiser „Trolltunga“) und führt uns in einem großzügigen Rechtsbogen durch das Gewirr aus Felsblöcken und kleinen mit Wasser gefüllten Löchern. Ein richtiger Weg ist in dieser Mondlandschaft kaum mehr zu erkennen, die Route ist aber dank der vielen roten Markierungen und Steinmännchen leicht zu finden.

Zu guter Letzt leiten uns die Markierungen über einen plattigen Hang in südwestlicher Richtung hinauf zur Abbruchkante über dem Ringedalsvatnet. Links unter uns hängt 700 Meter über dem Abgrund der Felsvorsprung der Trolltunga. Von der felsigen Plattform oberhalb der Trollzunge klettert man über Trittbügel zur Trolltunga hinunter. Dort genießen wir einen schwindelerregenden Tiefblick und schießen die obligatorischen Fotos mit dem türkisfarbenen Ringedalsvatnet und den schneebedeckten Gipfeln des Folgefonna im Hintergrund. Wer noch Luft und Lust hat, kann dem Pfad von der Trolltunga in südlicher Richtung innerhalb von 20 Minuten zu einem weiteren schmalen Preikestolen oberhalb des Ringedalsvatnet folgen. Hier herrscht deutlich weniger Betrieb als an der Trollzunge selbst. Das Betreten des Preikestolens bleibt den absolut schwindelfreien Bergfreunden vorbehalten.

Abstieg: Wie Aufstieg.

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit:
Unterwegs keine. Die beiden Survival-Cabins auf dem Weg zur Trolltunga dürfen nur im Notfall für ein Biwak verwendet werden. Wer die lange Wanderung auf zwei Tage verteilen möchte, dem bleibt nur eine Übernachtung im eigenen Zelt. Im Bereich des Mågelitopp ist auf den ersten 3 Kilometern nach dem oberen Parkplatz das Zelten verboten.

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
425 m - 810 m + 1:00 1:00 Abzweig Mågelitopp
810 m - 1200 m + 3:45 4:45 Trolltunga
1200 m - 810 m + 3:45 8:30 Abzweig Mågelitopp
810 m - 425 m + 0:45 9:15 Skjeggedal

Autor: Didi Hackl
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