Ammergauer Alpen

Laber (1686 m) über die Schartenköpfe

2
Tourdaten:
Aufstieg:  2:30 Stunden
Abstieg:  3:00 Stunden
970 Höhenmeter

Bahnhof Oberammergau (834 m) - Talstation Laber-Bergbahn (900 m) - Laber (1686 m) - Ettaler Manndl (1633 m) - Soila-Alm (1325 m) - Talstation Laber-Bergbahn (900 m) - Bahnhof Oberammergau (834 m)

Charakter: Der Aufstieg über die Schartenköpfe zum Gipfel des Laber erfordert ein Minimum an Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Der Abstieg über die Hintere Soila-Alm ist unschwierig. Wer den Felsgipfel des Ettaler Manndl besuchen möchte, muss zudem einen 15-minütigen Klettersteig der Kategorie A/B bewältigen. Den Felsgipfel kann man aber auch unterhalb umgehen.

Anfahrt: Über die Autobahn München - Garmisch bis zum Ende und weiter nach Oberau fahren. Dort rechts Richtung Oberammergau abbiegen. Durch Ettal hindurch fahren und die B23 an der Ausfahrt Oberammergau Süd verlassen. Weiter den Beschilderungen zur Laberbergbahn/Schwimmbad Wellenberg folgen.

Besondere Ausrüstung: Weniger Geübten ist bei einer Besteigung des Ettaler Manndl eine Klettersteigausrüstung zu empfehlen!

Mit der Bahn: Von München mit der Bahn Richtung Garmisch nach Murnau und von dort weiter nach Oberammergau (Fahrplan und Buchung). Vom Bahnhof zu Fuß innerhalb von 40 Minuten über die Bahnhofstraße, die Dorfstraße, die Sankt-Lukas-Straße und entlang der Großen Laine zur Talstation der Laberbergbahn (Wegweiser „Laber, Altherrenweg, Unterammergau über Romanshöhe“). Mit dem Bayern-Ticket fahren bis zu 5 Personen für 25 Euro + 6 Euro je Mitfahrer nach Oberammergau. Der Ausgangspunkt liegt im Geltungsbereich des Regio-Tickets Werdenfels.

Geo-Koordinaten des Ausgangspunkts:
47.598803, 11.084411 (in Google Maps öffnen)

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Der Laber gehört zu den Hausbergen Oberammergaus. Ähnlich wie der Kofel ist der Berg gut besucht, was neben der Aussicht und der guten Erreichbarkeit mit der Bahn sicherlich auch auf die bereits 1957 erbaute Laberbergbahn zurückzuführen ist. Wir haben den Laber über die Schartenköpfe zu Fuß erklommen und dabei die Aussicht auf Oberammergau und das Kloster Ettal genossen. Mit dem lohnenden Abstecher zum Ettaler Manndl wartet auch im Abstieg ein Highlight auf den Wanderer. Wer weniger Zeit mitbringt, oder sich den kleinen Klettersteig nicht zutraut, kann die Felsnadel auch umgehen oder bereits vor den Manndlköpfen nach Norden zur Soila-Alm absteigen.

Aufstieg: Wer umweltgerecht mit der Bahn anreist, muss zwar etwa 2 Kilometer mehr bis zur Talstation der Laberbergbahn in Kauf nehmen, hat aber dafür auch kein schlechtes Gewissen, wenn er sich auf der Hinteren Soila-Alm ein zweites Bier, aus der mit fließend Wasser gekühlten hölzernen Getränkequelle, nimmt. Vom Bahnhof Oberammergau spazieren wir über die Bahnhofstraße und die Dorfstraße nach Osten, bis wir die Große Laine erreichen. Entlang dem stark begradigten Bach führt uns der Weg ohne nennenswerte Steigung bis zur Talstation der nostalgischen Laberbergbahn. Ein paar Meter nördlich der Seilbahnstation, gleich hinter der Sankt Gregor Kapelle, befindet sich der Parkplatz, von dem aus die Autofahrer die Tour starten. Der eigentliche Aufstieg beginnt südlich der Talstation, mit dem Wegweiser "Laber über Schartenkopf".

Auf einem gut angelegten Kiesweg steigen wir nach Osten bis zu einer Fahrstraße auf. Dort halten wir uns wenige Meter nach rechts, um hinter dem nächsten Baum gleich wieder links, nach Süden weiter aufzusteigen. Minuten später halten wir uns nach einer Viehtränke links und steigen vorbei an grasenden Pferden durch den Wald weiter auf. Es folgen zahlreiche Serpentinen auf einer schmalen Skipiste, die mit ihren 84 % Gefälle als einer der steilsten Abfahrten in Deutschland gilt. Weiter durch den Wald erreichen wir nach etwa einer Stunde ein Weidegatter. Von hier ist es nicht mehr weit bis zur unbewirtschafteten Laberalm. Diese befindet sich im Sattel zwischen Laberköpfl und Laber.

Wir halten uns rechts und spazieren, nun weniger steil, unterhalb der Schartenköpfe nach Südwesten. Nachdem der Weg wieder nach Südosten schwenkt, wird der Aufstieg deutlich felsiger, aber auch interessanter. Schön ist nun der Blick auf Oberammergau und das nach Norden sanft auslaufende Ammertal frei. Vom Grat aus ist tief unter uns das Kloster Ettal im Süden zu erkennen. Auf dem Schartenkopf nutzen wir eine schlichte Brotzeitbank und genießen die Aussicht nach Süden auf die wolkenverhangene Zugspitze. Der Gipfel der nahen Notkarspitze hingegen ist frei. Im Nordosten setzen wir unseren Weg fort und verlieren zunächst ein paar Höhenmeter, die wir im finalen Anstieg zum Laber aber sofort wieder gut machen.

Der Gipfel des Labers ist weniger aussichtsreich als angenommen. Von mehreren Bänken aus kann man zwar durch die Schneisen des Bergwaldes in verschiedene Himmelsrichtungen blicken, bei einem Vergleich mit der Aussicht vom Schartenkopf kann der Laber jedoch weniger punkten. Ein paar Meter hinter dem Gipfel befindet sich die Gipfelstation der Laberbergbahn. Die Terrasse des angeschlossenen Restaurants bietet eine recht ansehnliche Aussicht auf das Wettersteingebirge mit Zugspitze im Süden. Während wir uns das Mittagessen schmecken lassen, fällt uns zudem die unmittelbar unter uns liegende Startrampe der Drachenflieger auf. Heute können wir zwar niemand beim Abheben beobachten, bei günstigen Windverhältnissen sitzt man hier aber in der ersten Reihe, um dem Spektakel zuzusehen.

Abstieg: Gestärkt geht es östlich der Gipfelstation weiter. Nach wenigen Minuten können wir, wie schon von den Schartenköpfen aus, unser nächstes Ziel, das Ettaler Manndl deutlich im Osten erkennen. Der Weg führt uns südlich vorbei an einem Aussichtpunkt einige Höhenmeter bergab, schwenkt aber kurz darauf wieder nach Osten. Schon bald zweigt links nach Norden der direkte Weg Richtung Soila-Alm ab. Da wir aber noch dem Ettaler Manndl einen Besuch abstatten wollen, bleiben wir rechts und marschieren unterhalb der Manndlköpfe weiter nach Osten. Von unten stößt nun auch der Steig vom Kloster Ettal (zur Tourbeschreibung) auf unseren Weg. Wir steigen links weiter auf. Eine steile Felswand links von uns kündigt den Einstieg zum Klettersteig aufs Ettaler Manndl an.

Etwa eine Viertelstunde benötigt man für den Aufstieg. Der mittels Kette gesicherte Steig bereitet zwar geübten Gehern wenig Schwierigkeiten, unterschätzen sollte man ihn aber nicht. Ein Sturz hätte in dem recht ausgesetzten Gelände verheerende Folgen. Unsichere Geher sollten sich daher auf jeden Fall mittels Klettersteigausrüstung sichern. Belohnt wird man am Gipfel mit einer tollen Sicht auf die Ammergauer Alpen, sowie auf das Estergebirge und das Wettersteingebirge. Über den gleichen Weg geht es im Abstieg auch wieder zurück auf den Wanderpfad, was insbesondere zu Stoßzeiten etwas länger dauern kann.

In einem großen Bogen um das Ettaler Manndl setzen wir unseren Abstieg Richtung Soilasee fort. Der See selbst ist im Sommer kaum zu erkennen. Lediglich an der satten grünen Farbe des Grases und daran, dass die Stelle außerordentlich flach ist, kann man erkennen, dass hier zeitweise ein See liegt. Im Talkessel dahinter halten wir uns rechts nach Norden und stoßen wenig später auf eine Forststraße. Kurzentschlossen biegen wir rechts ab und statten der nur fünf Minuten entfernten Soila-Alm einen Besuch ab. Danach steigen wir auf dem Fahrweg wieder ein paar Meter auf und spazieren weiter zunächst nach Norden und später nach Westen zurück zur Laberalm. Von dort geht es auf dem Aufstiegsweg wieder zurück nach Oberammergau.

Alternative Aufstiegsroute zum Ettaler Manndl:
Vom Kloster Ettal zum Ettaler Manndl (zur Tourbeschreibung).

Einkehrmöglichkeiten:
  • Bergstation der Laberbahn mit Gaststätte, Tel. +49 (0)8822/4280. Täglich geöffnet ab 9:00 Uhr bis 16:30, von April bis November bis 17:00 Uhr. Im Juni, Juli und August Donnerstags bis 22:00 Uhr.
  • Soila-Alm (1325 m), privat, von Juni bis Ende Oktober bewirtschaftet.

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
Aufstieg 900 m - 1686 m + 2:30 2:30 Laber
Abstieg 1686 m - 1633 m + 0:45 3:15 Ettaler Manndl
Abstieg 1633 m - 1325 m + 1:00 4:15 Hintere Soila-Alm
Abstieg 1325 m - 900 m + 1:15 5:30 Parkplatz Talstation Laber-Seilbahn

Autor: Tom Lindner
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09.06.18  Schöne Tour u tolle Tiefblicke von den Schartenköpfen - mit lohnendem Gipfelschwung zum Etttaler Mandel. [weiter]

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