Der prominenteste Hausberg von Unterwössen ist der Hochgern (1748 m). Während die beliebtesten Anstiege in Marquartstein beginnen, präsentiert sich die Wanderung von Unterwössen über die Jochbergalmen als eher ruhig. Besonders nach den Almen, die zur Weidesaison auch zu einer Einkehr locken, wird es beinahe einsam. Natürlich kann man von Unterwössen auch den direkten Weg über das Hochgernhaus einschlagen. Schöner gestaltet sich aber die Route über die wildromatischen Wiesen zwischen den Jochbergalmen und der Grundbergalm. Da nimmt man dann auch gerne die knapp 100 Höhenmeter in Kauf, die man vor der Grundbergalm verliert. Aus dem grasbewachsenen Kessel geht es schließlich steil und kompromisslos über seine steile Südflanke zur Gipfelkapelle des Hochgern hinauf (4 Stunden Aufstieg ab Unterwössen, Abstieg knapp 3 Stunden über das Hochgernhaus).
Die Rechenbergrunde und die Gscheuerwand
Südlich des Hochgern erhebt sich der Rechenberg. Sein langgezogener Bergrücken ist größtenteils dicht bewaldet. Eine Ausnahme bildet das Dampfschiff (1425 m), dessen markanter Felszinken sich deutlich von den umliegenden Wäldern abhebt. Die Route zum Dampfschiff ist nicht markiert und verlangt zudem Schrofenkletterei. Eine Besteigung ist also dem schwindelfreien und trittsicheren Berggeher mit einem guten Gespür fürs Gelände vorbehalten. Einfacher ist da schon die Rechenbergrunde, die vorallem wegen der Einkehrmöglichkeiten gschätzt wird. Neben den Jochbergalmen lädt auch die Rechenbergalm zu einer Rast ein. Wer möchte, kann in einem kurzen Abstecher noch den Kleinen Rechenberg (1466 m) besuchen (5 Stunden Gehzeit inklusive Abstecher zum Kleinen Rechenberg).
Südwestlich von Unterwössen thront mit der Gscheuerwand (1106 m) eine exponierte Felskanzel über dem Achental. Der kleine Gipfel mit dem kleinen Kreuz und den Rastbänken ist vom Parkplatz Balsberg erreichbar. Die ersten beiden Drittel der Aufstiegsroute sind einfach. Von Balsberg nähert man sich der Gscheuerwand erst einmal auf breiten Forstwegen. Gegen Ende geht es auf einem schmalen Pfad und nahe der Abbruchkante zur Gscheuerwand hinauf. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sollten also vorhanden sein. Bei Schneelage ist dieser Anstiegsweg nicht zu empfehlen. Für eine schöne Rundtour bietet sich der Rückweg über Achberg und den Segelflugplatz von Unterwössen an (insgesamt 4 Stunden für die Rundtour).
Von Hinterwössen zum Taubensee und zur Chiemhauser Alm
Der Taubensee, der auf der Grenze zwischen Bayern und Tirol in einem schönen Bergkessel liegt, lässt sich von Hinterwössen über den Luftbodensteig erreichen. Beim Luftbodensteig ist der Name Programm: Steil und ohne Verschnaufpause führt dieser durch das Naturwaldreservat Vogelspitz zum Bergsee hinauf. Besonders reizvoll ist der Weiterweg vom Taubensee über das Sonnwendköpfl (1278 m) und die Sauermöseralm zur Stoibenmöseralm. An letzterer kann man sich von Mitte Mai bis Anfang Oktober stärken, bevor es über den Jagasteig wieder hinunter nach Hinterwössen geht (knapp 5 Stunden für die gesamte Rundtour).
Wer es gerne gemütlicher hat, der kann von Hinterwössen zur Chiemhauser Alm (1025 m) wandern. Der Anstieg erfolgt auf breiten Wegen über die Langwiese und Häusleralm. Über einen sanften Wiesenrücken wird zu guter Letzt die Alm erreicht. Zurück nach Hinterwössen geht es durch den tiefeingeschnittenen Graben, durch den sich der Schlierbach seinen Weg bahnt (insgesamt 2 ¾ Stunden für die Rundtour).
Weitere Wandergebiete in der Nähe von Unterwössen:
Anfahrt mit dem Auto: Autobahn München - Salzburg, Ausfahrt Grabenstätt. Über Marquartstein nach Unterwössen.
Anfahrt mit Bus & Bahn: Mit der Bahn oder dem Meridian von München Hauptbahnhof über Rosenheim nach Prien am Chiemsee. Von Prien weiter mit der Bus-Linie 9505 nach Unterwössen (Fahrplan und Buchung).