Deutschland Chiemgauer Alpen

Kampenwand (1664 m) ab der Hochplattenbahn via Kampenwandsteig

Charakter 4

Tourdaten:

Aufstieg Aufstieg:  3:30 Stunden
Abstieg Abstieg:  3:00 Stunden
Höhenmeter 1140 Höhenmeter
Strecke 17,8 Kilometer

Bergtour von der Hochplattenbahn über die Piesenhausener Hochalm und den Kampenwandsteig zur Kampenwand

  • Lange, anspruchsvolle und abwechslungsreiche Kampenwandbesteigung aus dem Achental
  • Mit Benutzung des Sessellifts der Hochplattenbahn lässt sich diese lange Tour ein wenig verkürzen
  • Bei einer Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist eine Überschreitung ins Priental möglich
Tourenbericht von Didi Hackl
Datum der Tour:  27.06.2022

Wegverlauf:

Parkplatz Hochplattenbahn (605 m) - Staffn-Alm (1050 m) - Piesenhausener Hochalm (1338 m) - Kampenwand-Ostgipfel (1664 m)

Charakter:

Insgesamt lange Alpinwanderung (T4), die Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und eine gute Kondition erfordert. Der Anstieg von der Talstation der Hochplattenbahn zur Staffn-Alm erfolgt über Fahr- und Forstwege. Kurz nach der Staffn-Alm verlässt man den Fahrweg und setzt den Anstieg über kleine, im Bereich des Friedenraths auch steinige Pfade fort. Nach der Piesenhausener Hochalm wird auf der Südseite des Hochalpenkopfs ein abschüssiger, grasiger Hang gequert. Vorsicht bei Nässe! Der Weiterweg vorbei am Raffen leitet über wurzelige und steinige Pfade. Der Kampenwandsteig über die latschenbewachsene Südseite zum Gipfel ist zu Beginn sehr steil und abschnittsweise schrofig. Im Sommer kann es in diesem Bereich richtig heiß werden. Bei Nässe ist der Südanstieg zudem äußerst rutschig. Zum Gipfel gelangt man schließlich über einen kurzen drahtseilgesicherten Klettersteig.

Anfahrt:

Über die Autobahn München - Salzburg bis zur Ausfahrt Bernau am Chiemsee und weiter über Bernau und Rottau nach Grassau fahren. In der Ortsmitte von Grassau nach einer Rechtskurve beim Kreisverkehr geradeaus weiter Richtung Marquartstein orientieren und kurz nach dem Ortsendeschild von Grassau rechts Richtung Hochplattenbahn und Piesenhausen abbiegen. In Piesenhausen bei der Querstraße rechts halten und über Niedernfels zum Wanderparkplatz bei der Hochplattenbahn fahren. Dort das Auto abstellen.

Mit Bus & Bahn:

Mit dem Meridian Richtung Salzburg von München Hauptbahnhof über Rosenheim nach Prien am Chiemsee oder nach Übersee. Weiter von Prien mit der Bus-Linie 9505 bzw. von Übersee mit der Bus-Linie 9509 zur Haltestelle Rathaus, Marquartstein (Fahrplan und Buchung). Von der Bushaltestelle zu Fuß in 35 bis 40 Minuten (2,5 km) über die Loitshauser Straße, den Niederfelser Weg, den Altweg und die Schlossstraße zur Talstation der Hochplattenbahn (ab Marquartstein durchgängig beschildert). Mit dem Bayern-Ticket fahren bis zu 5 Personen für 26 Euro + 8 Euro je Mitfahrer nach Marquartstein. Von Mai bis Oktober ist Samstag und Sonntag ist auch eine direkte Anreise mit dem Münchner Bergbus des DAV möglich (Linie Chiemgau, Haltestelle Marquartstein - Hochplattenbahn).

Geo-Koordinaten des Ausgangspunkts:

47.761151, 12.435904 (in Google Maps öffnen)

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Tourenbeschreibung:

Der Ostanstieg aus dem Achental zur Kampenwand präsentiert sich als recht lange, aber auch sehr abwechslungsreiche Unternehmung. Von der Talstation der Hochplattenbahn hat man auf einfacher Wegstrecke 9 Kilometer bis zum Chiemgaukreuz am Kampenwand-Ostgipfel vor sich. Mit Nutzung des Sessellifts als Aufstiegshilfe lassen sich immerhin 3 Kilometer einsparen. Auch die Höhenmeter, die es zu bewältigen gilt, verringern sich von über 1100 auf insgesamt gut 700. Dennoch ist die Tour auch mit Entschärfung durch den Lift weiterhin anspruchsvoll, da die größten Schwierigkeiten am Gipfelaufbau warten. Die letzten 30 Minuten geht es über einen sehr steilen und schrofigen Steig durch die latschenbewachsene Südseite dem Gipfel entgegen. In den Latschen kann es im Sommer sehr heiß werden und so wird der Gipfelsturm im wahrsten Sinne des Wortes schweißtreibend. Zum Schluss wartet ein kurzer Klettersteig, der uns letzendlich zum Gipfelgrat hinauf bringt. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind für den Kampenwandsteig also unerlässlich. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist und nicht den gleichen Weg zurücklaufen möchte, der kann über die Kaisersäle zur Steinlingalm und danach ins Priental nach Aschau absteigen.

Aufstieg zur Piesenhausener Hochalm:

Wir wandern in den Wald hinein...Am südwestlichen Ende des Parkplatzes schlagen wir Höhe Talstation der Hochplattenbahn den Weg zur Kampenwand und zur Hochplatte ein. Wir spazieren in nordwestlicher Richtung in den Bergwald hinein und folgen der breiten Fahrstraße in Kehren bergauf. Nach der dritten Kehre und einem Flachstück gelangen wir zu einem beschilderten Abzweig. Hier verlassen wir die breite Trasse und biegen linkshaltend in den Weg zur Hochplatte ein. Ein etwas schmälerer Weg leitet uns in südlicher Richtung in den nun deutlich schattigeren Wald hinein. Nach einer scharfen Rechtskehre wendet sich unser Weg nach Westen und führt uns oberhalb des Rossbarmgrabens weiter bergauf. Wir passieren ein Marterl mit einem Gedenkstein und überqueren wenig später rechtshaltend den Bachgraben.

Über uns erkennen wir den felsigen FriedenrathNach einer Linkskurve überqueren wir den Tennbodenbach und folgen dem kurvigen und stetig ansteigenden Weg in nördlicher Grundrichtung. Der Wald lichtet sich etwas und wir kommen nach einer scharfen Linkskurve zu einer unbeschilderten Verzweigung. Hier bleiben wir weiter am Forstweg, wenden uns nach rechts und erreichen kurz darauf den Abzweig unweit der Bergstation und der Staffn-Alm. Für den direkten Weiterweg biegen wir links ab und folgen der Beschilderung zur Hochplatte. Der nur mehr moderat steile Weg bringt uns an einer Lichtung zu einer Weggabelung, an der wir den linken (unteren) Weg einschlagen. Wir wandern südwestwärts, lassen einen Abzweig links liegen und kommen später nach einer Holzbank zu einer beschilderten Verzweigung.

Später erreichen wir den Sattel zwischen Friedenrath und HaberspitzHier verlassen wir nun den breiten Weg, biegen rechts ab und schlagen so den alten Weg zur Hochplatte ein (Wegweiser „Bergwalderlebnisweg Staffen, Piesenhausener Hochalm“). Ein kleiner Waldweg leitet uns nun nordwestwärts und nach einer Links- sowie einer Rechtskurve gelangen wir zurück zu einem Forstweg. Diesem folgen wir ein paar Meter rechtshaltend, bis wir am Rande einer Weide auf einen nächsten beschilderten Abzweig treffen. Nun wenden wir uns nach links und wählen somit den Pfad zur Piesenhausener Hochalm. Der Waldpfad führt uns nun steiler in südöstlicher Richtung bergauf. An einer felsigen Wand wird unser Weg wird kurzzeitig steiniger und auch deutlich holpriger. Sobald wir den Wald an einem Drehkreuz verlassen, erreichen wir den Sattel zwischen dem Friedenrath und der Haberspitz.

Wir nähern uns der Piesenhausener HochalmAm Wiesensattel halten wir unsere Grundrichtung und halten auf den Waldrand zu. Im Wald steigen wir in kurzen Kehren aufwärts und queren nach dem kurzen Aufschwung an der Westseite der Haberspitz vorbei. Sobald sich die Bäume wieder zurückziehen, ignorieren wir Steigspuren, die nach links in den Hang hinein führen. Wir bleiben am unteren Weg und queren durch ein lichtes Wäldchen weiter südwestwärts. Schließlich erreichen wir freies Wiesengelände und erblicken zu unserer Rechten die Piesenhausener Hochalm und die felsige Kampenwand. Kurz darauf stoßen wir auf einen Fahrweg und biegen rechtshaltend in diesen ein. In westlicher Richtung folgen wir dem Fahrweg in eine Senke hinab, passieren dort die Grassauer Hütte und erreichen in einem Gegenanstieg die Piesenhausener Hochalm (2 ¼ Stunden ab dem Parkplatz der Hochplattenbahn).

Über den Kampenwandsteig zum Ostgipfel der Kampenwand:

Kurzzeitig ist der Wiesenhang  abschüssiger Für den Weiterweg zur Kampenwand halten wir an der Piesenhausener Hochalm unsere Grundrichtung bei und schlüpfen an einem Durchlass durch den Weidezaun. Wir folgen dem breiten und flachen Rücken nordostwärts und passieren ein lichtes Wäldchen. Langsam nimmt die Steigung des Weges zu und unser Pfad wendet sich in der Folgezeit in einem sanften Linksbogen nach Südwesten. Schließlich lassen wir die Bäume hinter uns und der Pfad führt uns über die grasige Ostflanke des Hochalpkopfs empor zu einem Wiesensattel. Dort überwinden wir einen Weidezaun, wenden uns nach rechts und folgen dem Wiesenpfad in nordwestlicher Richtung. Dabei passieren wir die Südseite des Hochalpkopfs und streifen kurz darauf ein Waldstück. Nach den Bäumen folgt ein Quergang über einen kurzzeitig abschüssigeren Grashang (Vorsicht bei Nässe!). Im Anschluss tauchen wir wiederum in den schattigen Bergwald ein. Nach dem Verlassen erblicken wir vor uns die felsigen Wände des Raffen.

...zum Chiemgaukreuz Am Wandfuß schwenkt der Pfad nach links und führt uns im Auf und Ab über Stock und Stein westwärts. Nach einem Übertritt schraubt sich der holprige Pfad in kurzen Kehren aufwärts und führt uns in nordwestlicher Richtung durch ein Waldstück zu einer beschilderten Kreuzung empor. Hier beginnt nun der Kampenwandsteig, der uns innerhalb von 30 Minuten zum Gipfel bringen wird. Wir gehen geradeaus weiter (Weg Nr. 66), wandern kurz im Wald bergauf und steigen dann sehr steil über Schrofen aufwärts. Durch Latschengassen und über eine glatte Rinne gewinnen wir zügig an Höhe. Dann kommen wir zu einer Felswand, steigen nach rechts über ein Band entlang einer Drahtseilsicherung aufwärts. Durch die Latschen gelangen wir zur finalen Ferrata, über die wir linkshaltend über Felsstufen empor klettern. Nach den Stufen kraxeln wir links hinauf zum Gipfelgrat und folgen auf diesem auf das Chiemgaukreuz zu, welches wir zu guter Letzt über eine Eisenbrücke erreichen (1 ¼ Stunden ab der Piesenhausener Hochalm).

Abstieg:

...über die Gedererwand zum Chiemsee, ...Der Rückweg erfolgt innerhalb von 3 Stunden über die Aufstiegsroute (bei Nutzung des Sessellifts der Hochplattenbahn in 2 ¼ Stunden). Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, kann auch ins Priental absteigen. Dazu quert man entlang einer drahtseilgesicherten Passage zu den Kaisersälen und steigt über teils abgespeckte Felsstufen, einer schrofigen Rampe und einen schottrigen Pfad innerhalb von 25 Minuten hinunter zur Steinlingalm. Von der Steinlingalm wandert man innerhalb von 1 ¾ bis 2 Stunden über den Sultensattel und die Maisalm hinunter nach Kohlstatt (zur Tourenbeschreibung) und in weiteren knapp 20 Minuten zum Bahnhof in Aschau. Wer die Dienste der Kampenwandbahn in Anspruch nehmen möchte, der erreicht von der Steinlingalm in 25 bis 30 Minuten die Bergstation (Talfahrt 15 Euro, Stand 2022). Von der Talstation in Hohenaschau geht es zu Fuß in weiteren 25 Minuten (1,7 km) zum Bahnhof in Aschau.

Alternative Anstiege zur Kampenwand:

Einkehrmöglichkeiten:

  • Staffn-Alm (1050 m), Tel. +49 (0)8641/7740. Von 1. Mai bis Ende Oktober und vom 25. Dezember bis 6. Januar täglich geöffnet. Vom 7. Januar bis zum dritten Sonntag im März Montag und Dienstag Ruhetag (außer Rosenmontag und Faschingsdienstag).
  • Piesenhausener Hochalm (1338 m), Tel. +49 (0)8641 592374. Geöffnet von Anfang Mai bis Ende Oktober.

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
605 m - 1020 m + 1:05 1:05 Abzweig Bergstation/Staffn-Alm
1020 m - 1338 m + 1:10 2:15 Piesenhausener Hochalm
1338 m - 1664 m + 1:15 3:30 Kampenwand-Ostgipfel
1664 m - 1402 m + 1:10 4:40 Piesenhausener Hochalm
1402 m - 1020 m + 1:00 5:40 Abzweig Bergstation/Staffn-Alm
1020 m - 605 m + 0:50 6:30 Talstation Hochplattenbahn


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