45.858241, 10.830413 (in Google Maps öffnen)
Wegbeschreibung: Recht unscheinbar wirkt der Pfad, der von der alten Ponalestraße abzweigt und in den Wald führt. Eine schlichte weiße Steintafel ist der einzige Hinweis, den wir in der Serpentine, über die auch eine Hochspannungsleitung führt, finden. Bergab führt uns der Pfad in einem Bogen nach Norden zu einem Joch. Dieses umrunden wir und stehen wenig später hinter den Steinschlag-Verbauungen. Ein Schild zu Ehren von Massimiliano Torti markiert den Beginn des eigentlichen Steigs.
Spätestens hier sollte man seinen Klettergurt anlegen und Seil sowie Expressen bereithalten. Der in den Fels gehauene Weg ist schmal und ausgesetzt. Anfangs befindet man sich noch hinter dem Maschendraht, der die Straße unter uns vor Steinschlag schützt. Der Abstand zum Fels ist aber so groß, dass der Maschendraht im Falle eines Falles keinerlei Schutz bietet. Bereits wenige Meter später können wir uns mit der üblichen Klettersteigausrüstung an einem Drahtseil sichern. Der Ausblick auf den Gardasee und das gegenüberliegende Monte Baldo Massiv ist gigantisch.
Nachdem das Drahtseil endet, sichern wir uns mit dem mitgebrachten Seil und den zahlreich vorhandenen Bohrhaken. Technisch stoßen wir zunächst noch auf keinerlei Schwierigkeiten, der kühn verlaufende Weg sorgt aber allein wegen seiner Ausgesetztheit für einen leicht erhöhten Puls. Nach einem Einschnitt erreichen wir die erste Schlüsselstelle, eine tief eingeschnittene Rinne. Mittels eines beherzten Schrittes, ein paar Zentimeter unter dem gedachten Wegverlauf, erreicht man gut die andere Seite.Spannend ist der Abschnitt allemal, denn der Tiefblick an dieser Stelle ist enorm. Auch der Ausblick auf den bisherigen Wegverlauf und die dahinterliegende Spitze des Cima Capi ist sehenswert.
Hinter der Rinne folgt der Schmugglerweg wieder seinem typischen Muster. Sehr schmal, ausgesetzt aber technisch einfach. Mittlerweile an die Höhe gewöhnt können wir die Aussicht über den See Richtung Riva del Garda, Torbole und den dazwischenliegenden Monte Brione richtig genießen. Trotzdem ist es sicherlich keine schlechte Idee, dafür stehenzubleiben und eine kleine Pause zu machen. Über lange, in den Stein gehauene Bänder erreichen wir schrofiges und mit Büschen durchsetztes Gelände. Wenig später stehen wir vor der nächsten Attraktion des Schmugglerwegs: Eine kurze, recht wacklige Drahtleiter.
Etwa drei Meter gilt es auf der Konstruktion zu überwinden, bevor man auf einer glatten, leicht abschüssigen Steinplatte wieder festen Boden unter den Füßen hat. Wieder ein Stück abklettern und dann auf die Leiter wechseln ist hier das Mittel der Wahl. Beim ersten Griff zu einer der Aluminiumsprossen wird klar, unser Vorgänger hat den Sonnenschutz sehr ernst genommen. Auf der nicht nur wackligen sondern auch recht schmierigen Leiter ist also Zupacken angesagt. Dahinter setzt sich der Weg unschwer fort.
Leicht und vergleichsweise wenig ausgesetzt führt uns anschließend der Schmugglersteig durch die hier stark bewachsene Felswand. Dies ist jedoch nicht von langer Dauer. Wir überwinden eine mit Seilen gesicherte Stelle und können dahinter bereits einen Blick auf die schwierigste Stelle des Weges werfen. Auf der gegenüberliegenden Felswand ist recht gut zu sehen, dass ein Stück des Weges fehlt. Recht bequem wandern wir noch in einem Bogen durch einen tiefen Einschnitt in der Felswand, dann stehen wir vor dem Kletterstück.
Immerhin ist hier der Weg recht ordentlich mit einem Drahtseil gesichert. Einen Spalt überwinden wir problemlos. Ein kleiner Baum gibt hier einen hervorragenden Tritt ab. Danach wird es allerdings anstrengend. An langen Armen überklettern wir einige Meter die mit C bis D zu bewerten sind. Klettertechnisch sicherlich der schwierigste Abschnitt. Immerhin ist der Abschnitt solide gesichert. Minuten später stehen wir wieder auf einem kleinen Pfad und können nun ohne nennenswerte Schwierigkeiten unseren Weg Richtung Hotel Peer fortsetzen.
Eine knappe halbe Stunde ist man noch unterwegs. Zeit nochmal das wirklich atemberaubende Panorama über den See zu genießen. Anschließend wird die Hotelanlage am Ufer des Gardasees sichtbar. Der Weg führt uns in die Rinne oberhalb der Gebäude. Dort hält man sich rechts und beginnt mit dem steilen und zum Teil rutschigen Aufstieg. Anfangs ist der Pfad noch wenig ausgeprägt, mit zunehmender Höhe wird er aber immer deutlicher. Wir passieren die weit sichtbaren Hochspannungsmasten und haben 45 Minuten später das obere Ende der Scharte erreicht.
In Pregasina fällt einem sofort links die Terrasse des Albergo Rosalpina auf. Bei einer Brotzeit lassen wir dort den Tag nochmal revue passieren. Später spazieren wir auf der Fahrstraße nach Norden, bis zu dem Aussichtspunkt "Regina Mundi". Von dort genießen wir nochmal die Sicht Richtung Riva del Garda. Die Autofahrer haben hier ihr Auto geparkt. Wir kürzen auf einen Pfad die alte Ponalestraße ab und erreichen wenig später unsere Räder, die wir in der 5. Serpentinen von oben gerechnet, abgestellt haben. Mit diesen geht es dann auf der Alten Ponalestraße zurück nach Riva del Garda.
Hotel Rosalpina (480 m), Tel. +39 0464 554293. Ganzjährig geöffnet.