Mangfallgebirge

Halserspitz (1862 m)

Halserspitz
Aufstieg 4:00 h Abstieg 3:00 h
3
1100 Höhenmeter
Tourbeschreibung Druckversion
Bilder (48) Gipfelbuch (11)
Karte

Wildbad Kreuth (783 m) - Siebenhüttenalm (837 m) - Blaubergalm (1540 m) - Halserspitz (bzw. Halserspitze) (1862 m) - Siebenhüttenalm (837 m) - Wildbad Kreuth (783 m)

Charakter: Anspruchsvolle, teilsweise ausgesetzte und lange Wanderung. Gute Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich.

Anfahrt: Autobahn München - Salzburg, Ausfahrt Holzkirchen, über die B 318 und B 307 vorbei am Tegernsee, durch Kreuth hindurchfahren, nach einer Rechtskurve links in den großen Wanderparkplatz einbiegen
 
Geo-Koordinaten des Ausgangspunkts:
47.625979, 11.746917 (in Google Maps öffnen)

Passende Wanderkarte bei Amazon.de:
Kompasskarte 8 - Tegernsee, Schliersee, Wendelstein (1:50 000)

Eine Tour durch die Wolfsschlucht mit Aufstieg zur Blaubergalm und Gratüberschreitung zur Halserspitz (auch Halserspitze geschrieben) ist wohl eine der eindrucksvollsten Unternehmungen, die die Bayerischen Voralpen zu bieten haben. Ein langer Anmarsch, ein steiler und teilweise ausgesetzter Steig durch die wilde Wolfsschlucht, eine genussreiche Gratüberschreitung und ein schier endloser Rückmarsch: So lässt sich die abwechslungsreiche Rundtour in einem Satz beschreiben. Während der Gratwanderung gilt es zudem vier mehr oder weniger ausgeprägte Gipfel zu überschreiten, bis man letztendlich mit der Halserspitz den höchsten Punkt der Blauberge erreicht.

Aufstieg: Wir verlassen den Wanderparkplatz, spazieren über eine Brücke, und wandern immer geradeaus weiter Richtung Wildbad Kreuth. In der Folgezeit orientieren wir uns an der Ausschilderung "Siebenhütten". Wir erreichen nun bewaldetes Gebiet. An einer Weggabelung halten wir uns rechts, wandern ein kurzes Stück bergab und stehen nach einer halben Stunde Gehzeit an der Siebenhüttenalm. Hinterhalb der Alm überschreiten wir eine kleine Holzbrücke, und folgen nun dem Forstweg Richtung Halserspitz. Sobald wir den Wald hinter uns lassen, passieren wir die unbewirtschaftete Königshütte, und folgen nun der Felsweißach in die Wolfsschlucht hinein. Der breite Bach wird dabei desöfteren überschritten.

Nach einer Stunde Gehzeit erreichen wir Einstieg zum Steig, der uns nun durch die Wolfsschlucht auf den Rücken des Blaubergkamms bringt. Rechter Hand eines Wasserfalls steigen wir in Serpentinen empor, bevor eine schrofige Passage folgt. Nach den Felsen schraubt sich der Pfad weiter in die Höhe, ehe wir auf eine weiteren steilen und felsigen Abschnitt treffen, der durch ein Drahtseil entschärft wurde. Zwischen Bäumen hindurch gewinnen wir über den Pfad die nächsten Höhenmeter. Im Anschluss folgen einige längere drahtseilgesicherte Schrofenpassagen. Nachdem die Stellen gemeistert wurden, gilt es noch einen steilen und sandigen Hang entlang eines Drahtseils zu queren.

Nach einer knappen Stunde lassen wir die Wolfsschlucht hinter uns, und erreichen sanfteres Gelände und schließlich einen Abzweig. Nach rechts würde man nun zum Schildenstein gelangen. Hier biegen wir allerdings links ab, und erreichen in weiteren zehn Minuten die Blaubergalm. An der Blaubergalm hat man die Möglichkeit Bio-Produkte aus eigener Produktion wie Käse und Speck zu erwerben. An der Alm blicken wir nun zudem in die abweisende Nordwand des Guffert. Hinterhalb der Alm schlängelt sich unser Weg nun steil den grasigen Hang empor. Je höher man steigt, desto weitreichender werden die Blicke. Der Roß- und Buchstein zeigt erstmals seine beide Zacken, und sobald wir den grasigen Rücken des Blaubergkamms erreichen, liegt uns die gesamte Bergwelt des Tegernseer Tals zu Füßen.

25 Minuten nach Aufbruch an der Blaubergalm stehen wir am unspektakulären Buckel der Wichtelplatte (1766 m). Nach einem kurzen Bergab und Bergauf überschreiten wir die latschenbewachsene Blaubergschneid (1788 m). Der Weg von der Blaubergschneid zum ausgeprägteren Blaubergkopf (1787 m) nimmt in eine gute halbe Stunde und einen größeren Gegenanstieg in Anspruch. Wir steigen nun abermals einige Meter bergab, um nun die Karspitz (1800 m) an deren rechter Flanke zu queren, und in einem finalen Anstieg in einer weiteren halben Stunde das Gipfelkreuz der Halserspitz zu erreichen. Im Osten zeigt sich uns nun der Wilden Kaiser, im Nordosten schließen zum Greifen nah die Berge des Spitzinggebiets an.


Beschriftetes Panoramafoto, Ausblick von der Halserspitz (3,2 MB)

Abstieg: Wir folgen dem Gipfelgrat wieder ein Stück entlang unseres Aufstiegswegs, bis ein Pfad nach rechts abzweigt. Der Weg ist nicht bezeichnet, einzig ein Schild fordert uns auf Trittsicherheit und Schwindelfreiheit zu besitzen. Zuerst geht es steil über schrofiges Terrain bergab. Im Anschluss queren wir die latschenbewachsene nördliche Flanke der Halserspitz. Nach weiteren Schrofen erreichen wir den oberen Rand eines Kars, den wir entlang eines Drahtseils überschreiten. Die größten Schwierigkeiten liegen nun hinter uns. Unser Pfad bahnt sich nun seinen Weg zwischen Latschen und niedrigen Sträuchern hindurch.

Nach einer Stunde erreichen wir bewaldetes Gebiet und das kleine Holzhäuschen der Wenigberghütte. Nach der Hütte folgt ein Gegenanstieg von 40 Höhenmetern. Wir überschreiten nun den Weißenbachkopf, und wandern in durch Wald und entlang einiger Bäche bergab. Sobald wir an einer Brücke einen breiten Forstweg erreichen, biegen wir rechts ab, und folgen der Ausschilderung "Siebenhütten". 2 ½ Stunden nach Aufbruch vom Gipfel passieren wir die Siebenhüttenalm. In einer weiteren halben Stunde kehren wir zum Wanderparkplatz bei Wildbad Kreuth zurück.

Einkehrmöglichkeit:
Siebenhüttenalm (837 m), privat, Tel.: +49 (0)8029-1228, geöffnet von Pfingsten bis zum Sonntag vor Kirchweih

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit:
Blaubergalm (1540 m), privat, Tel.: +43 (0)664/2306719, geöffnet von Juni bis Ende Oktober


  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
783 m - 837 m + 0:30 0:30 Siebenhüttenalm
837 m - 1540 m + 2:00 2:30 Blaubergalm
1540 m - 1862 m + 1:30 4:00 Halserspitz
1862 m - 837 m + 2:30 6:30 Siebenhüttenalm
837 m - 783 m + 0:30 7:00 Wanderparkplatz bei Wildbad Kreuth

Autor: Didi Hackl
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