Ammergauer Alpen

Hasentalkopf (1797 m)

3
Tourdaten:
Aufstieg:  3:45 Stunden
Abstieg:  2:30 Stunden
875 Höhenmeter

Parkplatz Sägertal (969 m) - Bäckenalmsattel (1536 m) - Scheinbergjöchl (1745 m) - Hasentalkopf (1797 m) - Scheinbergjöchl (1745 m) - Lösertaljoch (1682 m) - Parkplatz Sägertal (969 m)

Charakter: Beim Anstieg durch das Sägertal zum Bäckenalmsattel handelt es sich um eine leichte und zwischen Bäckenalmsattel und Scheinbergjöchl mittelschwierige Bergwanderung, die an einigen Stellen Trittsicherheit verlangt. Der Gipfelanstieg vom Scheinbergjöchl zum Hasentalkopf, der über einen schrofigen Grat erfolgt und mit kleineren Kraxeleien aufwartet, ist anspruchsvoll. Hier sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig. Bei Nässe ist wegen des steilen Wiesengeländes Vorsicht geboten. Der Abstieg über das Lösertaljoch ist mittelschwierig.

Anfahrt: Autobahn München - Garmisch, nach dem Autobahnende über die B 2 weiter nach Oberau. In Oberau rechts in die B 23 Richtung Ettal/Oberammergau abbiegen und durch Ettal hindurch fahren. Nach dem Ortsende von Ettal links Richtung Reutte/Linderhof abbiegen. Durch Graswang hindurch und an Linderhof vorbei fahren. 2 Kilometer nach Linderhof am geräumigen Parkplatz Sägertal rechts der Straßenseite das Auto abstellen.

Mit Bus & Bahn: Mit der Bahn nach Oberammergau und vom Bahnhof Oberammergau mit der RVO-Bus-Linie 9622 nach Linderhof (Fahrplan und Buchung). Von dort über den Wanderweg entlang der Linder in 30 Minuten zum Ausgangspunkt. Mit dem Bayern-Ticket fahren bis zu 5 Personen für 25 Euro + 6 Euro je Mitfahrer nach Linderhof.

Geo-Koordinaten des Ausgangspunkts:
47.562426, 10.935507 (in Google Maps öffnen)

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Der Hasentalkopf ist ein recht ruhiges Gipfelziel in den Ammergauer Alpen. Im Vergleich zur benachbarten Prominenz von Hochplatte, Scheinbergspitze und Großer Klammspitze geht es hier schon beinahe einsam zu. Das liegt vielleicht auch am langgezogenen Anmarsch durch das Sägertal. Der Talhatscher über den moderat ansteigenden Forstweg lässt sich allerdings auch gut mit dem Fahrrad verkürzen. Hat man den längeren Zustieg bewältigt, wird man im oberen Teil mit einer ungeheuer abwechslungsreichen und landschaftlich reizvollen Wanderung belohnt. Besonders der wunderschöne und wilde Kessel zwischen Hasentalkopf und Vorderscheinberg mit seinem kleinen Bergsee macht alle Anstrengungen des Aufstiegs vergessen. Am Hasentalkopf selbst wartet eine kleine und luftige Gratwanderung mit kurzen Kraxeleinlagen im schrofigen Terrain. Und da wäre noch der schöne Abstieg durch das Lösertal, der vorbei an bizarren Felsformationen wieder zurück ins Sägertal führt.

Aufstieg: Wir verlassen den Parkplatz am Eingang zum Sägertal und schlagen an seinem östlichen Ende den breiten Forstweg Richtung Kenzenalm und Hochplatte ein. Kurz darauf überqueren wir die Linder und erreichen gleich danach eine Kreuzung. Hier lassen wir den Winteraufstieg zur Scheinbergspitze links liegen und gehen geradeaus weiter. Ein paar Meter nach der Kreuzung passieren wir einen gelben Wegweiser ("Bäckenalmsattel, Kenzenhütte, Hochplatte"). Im Anschluss bringt uns der Forstweg in nordwestlicher Richtung ins Sägertal hinein. Nach kurzer Zeit treffen wir auf den Sägertalbach, der uns von nun an begleiten wird. Ohne nennenswerten Höhengewinn folgen wir dem Sägertalbach durch das enger werdende Tal. Nach 45 Minuten überqueren wir über eine kleine Holzbrücke den Sägertalbach. Nach der Brücke leitet uns der Weg in ein schattiges Waldstück hinein.

Wir durchstreifen das Waldstück und überqueren nach einer Lichtung nochmals den Sägertalbach. Danach wird der Weg etwas steiler und führt uns schließlich in einem Rechtsbogen vom Sägertalbach weg. Der breite Weg schlägelt sich nun deutlich steiler durch den Wald bergauf. An einer unbeschilderten Verzweigung im Wald halten wir uns rechts und folgen dem Weg weiter nordwestwärts. Sobald sich der Wald lichtet, gelangen wir zu einer Verzweigung mit gelben Wegweisern (gut 1 ¼ Stunden ab dem Parkplatz). Dort lassen wir den Abzweig zum Lösertaljoch und zur Hochplatte links liegen und gehen geradeaus weiter Richtung Bäckenalmsattel und Kenzenhütte. Wir spazieren in westlicher Richtung aus dem Wald hinaus und überqueren nach gut fünf Minuten rechtshaltend einen kleinen Bachlauf.

Der kleine Pfad vollzieht kurz darauf einen Linksbogen und leitet uns zu einem bewaldeten Hang. In zwei Kehren steigen wir weiter aufwärts und queren danach in westlicher Richtung aus dem dichten Waldstück hinaus. Die Bäume ziehen sich mehr und mehr zurück und wir streben schließlich über freies Wiesengelände dem bereits sichtbaren Bäckenalmsattel entgegen. Nach einer Gehzeit von 2 ½ Stunden haben wir den Sattel erreicht. Dort ignorieren wir den ersten Abzweig nach rechts zum Grubenkopf und zur Klammspitze und gehen ein paar Schritte weiter zum nächsten Wegweiser. Nun biegen wir links ab und folgen der Ausschilderung Richtung Lösertaljoch und Hochplatte nach Südosten. In mehreren Serpentinen leitet uns der schmale und teilweise mit Stufen ausgebaute Pfad zügig bergauf.

Nach wenigen Minuten erblicken wir in westlicher Richtung den felsigen Zinken des Geiselsteins. Im Tal erkennen wir den kleinen Bockstallsee. Je höher wir steigen, desto besser lässt sich auch der Klammspitzgrat mit dem Grubenkopf, dem Feigenkopf und der Großen Klammspitze überblicken. Gut 20 Minuten nach Aufbruch am Bäckenalmsattel erreichen wir einen grasigen Rücken. Von der Anhöhe schauen wir erstmals auf den markanten Hasentalkopf. Rechts davon zeigt sich der breite und etwas höhere Vorderscheinberg. Eingerahmt von den beiden liegt malerisch in einem wilden Kessel ein dunkelblau schimmernder Bergsee. Nun heißt es aufpassen: Hier darf man sich nicht von den Trittspuren verleiten lassen, die nach rechts den grasigen Rücken hinauf leiten, sondern man folgt dem gut erkennbaren Pfad geradeaus, der kurz darauf in einem Rechtsbogen in den Kessel hinab führt.

Noch bevor der kleine Bergsee erreicht wird, wendet sich der Pfad nach links (Südwesten) und führt uns an den Fuß des Hasentalkopfs heran. In einem großzügigen Rechtsbogen queren wir unterhalb des Felszinkens vorbei, wandern durch ein Latschenfeld und zum Schluss steil zum Scheinbergjöchl hinauf (1 ¼ Stunden ab Bäckenalmsattel). Am Scheinbergjöchl wenden wir uns nach links und folgen dem leicht ansteigenden Gratverlauf ostwärts. Vor dem nächsten deutlichen Grataufschwung queren wir linkshaltend in die schrofige Flanke hinein. Danach kehren wir zum Kamm zurück und klettern beim folgenden Grateinschnitt in eine Senke hinunter. Hinterhalb steigen wir über steiles Grasgelände bergauf, durchqueren eine weitere Senke und steigen danach im Gehgelände zum kleinen Gipfelkreuz des Hasentalkopfs hinauf (15 Minuten ab Scheinbergjöchl).

Abstieg: Über den Gratverlauf kehren wir zum Scheinbergjöchl zurück. Wer möchte kann diesem von hier geradeaus weiter folgen und dem Vorderscheinberg noch aufs Haupt steigen. Für den Abstieg wenden wir uns am Joch nach links und steigen in südlicher Richtung in mehreren Kehren zum Lösertaljoch hinunter. Am Lösertaljoch biegen wir links ab und wandern entlang der roten Markierungen durch das Lösertal in östlicher Richtung bergab. Wir folgen dabei einem kleinen Bachlauf, der uns zu einem Latschenfeld und danach zu einem lichten Waldstück bringt. Im Anschluss überqueren wir eine große Wiese und erreichen schließlich dichten Bergwald. Links oberhalb vom Löstertalgraben mit seinem rauschenden Bach bleibend gelangen wir über den flach dahin führenden Weg in einem weiten Linksbogen zum Hasentalgraben. Diesen überqueren wir (bei Altschnee heikel) und kehren wenige Minuten später zurück zu unserem Aufstiegsweg, dem wir durch das Sägertal zum Parkplatz folgen.

Abstieg: Wie Aufstieg.

Einkehrmöglichkeit: Unterwegs keine.

Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
969 m - 1536 m + 2:30 2:30 Bäckenalmsattel
1536 m - 1745 m + 1:00 3:30 Scheinbergjöchl
1745 m - 1797 m + 0:15 3:45 Hasentalkopf
1797 m - 1745 m + 0:15 4:00 Scheinbergjöchl
1745 m - 1682 m + 0:10 4:10 Lösertaljoch
1682 m - 969 m + 2:05 6:15 Parkplatz Sägertal

Autor: Didi Hackl
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19.06.16  Am 18.06.16 über das Lösertaljoch auf den Hasentalkopf. Abstieg über den Bäckenalmsattel. War froh, das ... [weiter]

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