Ammergauer Alpen

Hochplatte (2082 m) von der Kenzenhütte

Hochplatte
Aufstieg 2:45 h Abstieg 2:30 h
3
900 Höhenmeter
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Bilder (95) Gipfelbuch (1)
Karte GPS-Track

Kenzenhütte (1294 m) - Hochplatte (2082 m) - Fensterl (1916 m) - Kenzensattel (1650 m) - Kenzenhütte (1294 m)

Charakter: Insgesamt anspruchsvolle Bergwanderung. Der Anstieg von der Kenzenhütte erfolgt bis zum Abzweig oberhalb des Weitalpjochs kurz über Forstwege und zum Großteil über kleine Pfade. Der Weiterweg zum Gipfel der Hochplatte führt über schrofiges Gelände mit kleineren Steilstufen. Am Gipfelgrat wartet ein luftiger Abschnitt, der mit einem Drahtseil gesichert ist. Der Abstieg über das Fensterl ist anspruchsvoller als der beschriebene Aufstiegsweg. Die Überschreitung führt über den teils ausgesetzte Gipfelgrat und teils ungesicherte und mit Drahtseilen gesicherte Kletterstellen. Hier ist absolute Schwindelfreiheit und Trittsicherheit notwendig. Beim Abstieg durchs Fensterl werden nasse und rutschige Platten gequert. Auch hier finden sich Drahtseilsicherungen. Der Weiterweg zur Kenzenhütte erfolgt über Schotter und später über kleine teils steinige Pfade.

Anfahrt: Autobahn München - Lindau bis zur Ausfahrt Landsberg am Lech-West und nach der Ausfahrt weiter über die B 17 über Schongau und Steingaden nach Halblech. In Halblech gleich nach dem Gasthof Adler schräg links Richtung Kenzenhütte (ausgeschildert) abbiegen und nach der Halblech-Brücke rechts in den großen kostenfreien Wanderparkplatz einbiegen. Von der Allgäuer Seite erreicht man Halblech von Kempten oder Marktoberdorf über Roßhaupten und von Tirol über Reutte und Füssen.

Mit Bus und Bahn: Mit der Bahn von München Hauptbahnhof über Kaufbeuren nach Füssen. Vom Bahnhof in Füssen weiter mit der Bus-Linie 73 Richtung Steingaden, Wieskirche nach Halblech (Fahrplan und Buchung). Mit dem Bayern-Ticket fahren bis zu 5 Personen für 25 Euro + 6 Euro je Mitfahrer nach Halblech.

Von Halblech mit dem Wanderbus zur Kenzenhütte: Vom Wanderparkplatz in Halblech bringt einen der Wanderbus direkt zur Kenzenhütte. Der Bus fährt zwischen Christi Himmelfahrt und Mitte Oktober. Abfahrt ist in Halblech um 8:00, 9:00, 10:00, 11:00, 13:30 und 17:00 Uhr (an Wochenenden und Feiertagen auch um 7:00 Uhr) und die Rückfahrt von der Kenzenhütte um 10:30, 14:00, 16:00 und 17:30 Uhr. Eine Berg- und Talfahrt kostet 8 Euro (Stand 2016), Kinder bis 5 Jahre sind frei. Zur Hochsaison fahren die Busse bei Bedarf öfter. Gerade in den Sommerferien ist einiges los und die Plätze im Bus sind heiß begehrt. Da es zu Wartezeiten kommen kann, sollte man einen Zeitpuffer mit einplanen.

Geo-Koordinaten des Ausgangspunkts:
47.56646, 10.857232 (in Google Maps öffnen)

Passende Wanderkarte bei Amazon.de:
Kompasskarte 5 - Wettersteingebirge, Zugspitzgebiet (1:50 000)

Die Hochplatte ist wohl das prominenteste Gipfelziel im Einzugsbereich der Kenzenhütte. Der ungemein aussichtsreiche Berg lässt sich von der Hütte auf direktem Wege in einer knapp dreistündigen Wanderung erreichen. Überschreitet man die Hochplatte und wählt den Rückweg über das Fensterl und den Kenzensattel, wird aus der Besteigung eine sehr abwechslungsreiche und landschaftlich reizvolle Rundtour. Für diese Variante sind allerdings absolute Schwindelfreiheit und Trittsicherheit notwendig, da am Gipfelgrat einige ausgesetzte Passagen passiert werden. Unsere Wanderung beginnt mit einer Fahrt mit dem Wanderbus von Halblech hinauf zur Kenzenhütte. Der Fußmarsch zum Ausgangspunkt würde 3 ¼ Stunden in Anspruch nehmen und nur im Rahmen einer Zweitagestour mit Nächtigung auf der Kenzenhütte Sinn machen. Auch als Bike & Hike-Tour eignet sich die Hochplatte hervorragend: Zur Kenzenhütte benötigt man mit dem Mountainbike von Halblech für die 11 Kilometer lange Strecke, auf der 460 Höhenmeter überwunden werden, etwa 1 ½ Stunden.

Aufstieg: Von der Bushaltestelle der Kenzenhütte schlagen wir den Forstweg ein, der links an der Hütte vorbei in südöstlicher Richtung bergauf führt (Wegweiser „Kenzenkopf, Hochplatte“). Gleich nach dem Schilderbaum wählen wir bei der ersten Weggabelung den linken (oberen) Weg und wandern in ein schattiges Waldstück hinein. Nach einer Linkskurve kommen wir zu einer beschilderten Verzweigung. Hier gehen wir geradeaus weiter (Wegweiser „Lösertaljoch, Kessel-Rundweg, Hochplatte“) und spazieren durch lichten Wald bergauf. Wenig später vollzieht unser Weg einen Rechtsknick und führt uns etwas flacher an den felsigen Wänden des Vorderscheinbergs vorbei. Danach durchsteifen wir ein weiteres schattiges Waldstück und steigen nach einer Linkskurve steiler zu einem Weidezaun hinauf.

Wir passieren den Zaun an einem Durchlass, wenden uns im Anschluss nach rechts und spazieren über einen Karrenweg auf einen markanten Felsklotz zu. Nun geht der breite Weg in einen schmalen Wiesenpfad über. Wir passieren die kleine Hirtenhütte und wandern weiter südostwörts. Schon bald lassen wir die letzten Bäume hinter uns und wir halten über freies Wiesengelände auf die Wände des Lösertalkopfs zu. Unterhalb des Lösertalkopfs wendet sich der Pfad nach links auf eine Felsnase zu und schlängelt sich in einigen Kehren einen latschenbewachsenen Hang hinauf. Nach einem kurzen Anstieg erreichen wir eine Verzweigung und biegen rechts ab (Wegweiser „Hochplatte, Ammerwald“). Nun queren wir in südwestlicher Richtung ein Stück oberhalb einer Senke die grasigen Hänge des Lösertalkopfs und halten auf eine Einsattelung zu.

Am Sattel halten wir unsere Grundrichtung bei und queren einen weiteren Grashang. Nach einem kurzen Abschnitt mit plattigem Fels steigen wir durch einen Graben bergauf, verlassen diesen rechtshaltend und peilen eine markante felsige Erhebung am. Am Fuß der Felsen gabelt sich unser Weg und wir schlagen den rechten Pfad ein, der uns rechts an den Felsen vorbei in westlicher Richtung über grasiges Gelände bergauf leitet. Nach einem kurzen Anstieg wird der Pfad wieder flacher, vollzieht eine Linkskurve und bringt uns zu einer schrofigen Gasse. Nach der schmalen Gasse steigen wir über Wiesengelände zu einer Einsattelung hinauf, die etwas oberhalb des Weitalpjochs liegt. Am Sattel (1805 m), den wir 1 ¾ Stunden nach Aufbruch an der Kenzenhütte erreichen, treffen wir auf den Weg, der von der Ammerwaldalm herauf führt.

Am Sattel wenden wir uns nach rechts (Wegweiser „Hochplatte, Fensterl“) und halten in nördlicher Richtung auf eine schrofige Flanke zu. Den roten Markierungen folgend steigen wir durch Latschengassen über die Felsen bergauf, wenden uns später leicht nach links (Nordwesten) und peilen den Nordostgrat der Hochplatte an. Wir wandern über die schrofige Flanke weiter bergauf und erreichen durch eine steile und schmale Latschengasse einen Vorgipfel. Nun wenden wir uns nach links und folgen dem Kammverlauf leicht bergab auf den Gipfelaufbau zu. Dort queren wir linkshaltend in die Gipfelflanke hinein, kraxeln über eine Felsstufe hinweg und steigen leicht rechtshaltend über die schrofige und plattige die Flanke hinauf und erreichen zu guter Letzt den Nordostgrat der Hochplatte.

Nun wenden wir uns nach links und treffen auf einen schmalen mit einem Drahtseil gesicherten Gratabschnitt. Rechts vom Geländer bleibend steuern wir über den Gratverlauf auf das bereits sichtbare Gipfelkreuz zu. Sobald wir die Sicherungen hinter uns gelassen haben, wird das Terrain wieder zahmer und wir wandern über den breiteren Rücken auf einen Grataufschwung zu. Dort steigen wir über eine Felstufe hinweg und folgen dem Pfad im Anschluss oberhalb einer grasigen Senke Richtung Gipfelkreuz. Zu guter Letzt schlägelt sich unser schottriger Weg in einigen Kehren zum großen Holzkreuz der Hochplatte hinauf (2 ¾ Stunden ab der Kenzenhütte). Nun genießen wir den wunderbaren Ausblick über die Ammergauer Bergwelt zu den Lechtaler Alpen, zu den Allgäuer Bergen, zum Alpenvorland mit dem Forggensee und zum Wettersteingebirge.

Abstieg: Für den Abstieg über das Fensterl überschreiten wir den Gipfel der Hochplatte und folgen dem schmalen Gratverlauf südwestwärts auf einen Grataufschwung zu. Nach einem kurzen Abstieg und Gegenanstieg kraxeln wir linkshaltend über eine Stufe hinweg. Nun steigen wir leicht links vom Grat bleibend entlang einer Drahtseilsicherung bergab, queren an einer Felswand vorbei und klettern hinterhalb wieder zum Gipfelgrat hinauf. Nach der Kletterstelle gehen wir rechts von einem Felsriegel bleibend zum nächsten Grataufschwung und kraxeln durch eine felsige Rinne über diesen hinweg. Nun haben wir die luftigsten Passagen hinter uns gelassen und folgen dem breiteren Rücken hinunter zum Fensterl, das mit den beiden natürlichen Felsenfenstern die Einsattelung zwischen Hochplatte und Krähe markiert.

Am Sattel halten wir uns scharf rechts und folgen der Drahtseilsicherung durch das rechte Felsenfenster hindurch (Wegweiser „Kenzensattel, Geiselsteinsattel, Kenzenhütte“). Nach dem Naturtunnel steigen wir über Schrofen einige Meter bergab und queren im Anschluss unangenehme plattige und nasse Felsen (Drahtseilsicherung). Danach leitet uns ein steiniger Weg über Schotter hinab an den Fuß der Nordostwand der Krähe. Dort treffen wir auf einen Wegweiser und halten uns schräg rechts Richtung Kenzenhütte. Über Schotter und blockiges Gelände steigen wir in eine Senke hinab. In der Senke treffen wir wiederum auf einen Wegweiser und gehen geradeaus weiter Richtung Kenzensattel, Kenzenkopf und Kenzenhütte. Nun peilen wir einen kleine Erhebung an und queren in einem Gegenanstieg links an diesem Buckel vorbei. Während des Quergangs genießen wir den schönen Blick hinüber zur imposanten Felsgestalt des Geiselsteins.

Kurz darauf treffen wir nochmals auf eine Verzweigung und gehen geradeaus weiter Richtung Kenzenhütte. In einem kurzen Abstieg wandern wir in den Talboden hinunter und erkennen nun vor uns bereits den Kenzensattel. In einem Gegenanstieg von 70 Höhenmetern steigen wir zum Kenzensattel hinauf. Hier könnte man linkshaltend in einem Abstecher von 15 Minuten noch den Kenzenkopf besteigen. Wir verlassen den Sattel in östlicher Richtung und folgen dem schottrigen Weg zügig bergab. Durch licht bewaldetes Terrain gelangen wir schließlich zu einer Holzbrücke, die über den Kenzenbach führt. Wir überqueren den Bachlauf, spazieren über eine Wiese und erreichen einen mit einem Geländer gesicherten Weg, der uns hinunter in ein Waldstück bringt. Dort treffen wir auf den Forstweg, den wir vom Aufstieg her kennen. Wir biegen linkshaltend in den Forstweg ein und kehren zurück zur Kenzenhütte.

Alternative Aufstiegsroute zur Hochplatte:
Von der Ammerwaldalm an der Planseestraße (zur Tourbeschreibung).

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit:

Kenzenhütte (1294 m), privat, Tel. +49 (0)8368/390. Geöffnet von Anfang Mai bis Mitte Oktober.

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
1294 m - 1805 m + 1:45 1:45 Abzweig oberhalb des Weitalpjochs
1805 m - 2082 m + 1:00 2:45 Hochplatte
2082 m - 1916 m + 0:30 3:15 Fensterl
1916 m - 1650 m + 1:15 4:30 Kenzensattel
1650 m - 1294 m + 0:45 5:15 Kenzenhütte

Autor: Didi Hackl
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