Hohe Tauern

Großvenediger (3666 m)

Großvenediger
Aufstieg 7:30 h Abstieg 5:30 h
2
1977 Höhenmeter
Tourbeschreibung Druckversion
Bilder (28) Gipfelbuch (5)
Karte

Innergschlöß (1689 m) - Alte Prager Hütte (2489 m) - Neue Prager Hütte (2796 m) - Großvenediger (3666 m)

Charakter: Technisch einfache Hochtour über einen spaltenreichen Gletscher, Seilpartner notwendig, Spaltensturzgefahr! Der scharfe Grat zum Gipfelkreuz erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

Besondere Ausrüstung: Komplette Gletscherausrüstung

Anfahrt: Inntalautobahn (Innsbruck - München), Ausfahrt Kufstein Nord, immer Richtung Felbertauern, durch Kitzbühel hindurch und über den Pass Thurn, nach dem Tauerntunnel rechts zum Matreier Tauernhaus abbiegen, hier parken (gebührenpflichtig). Von hier nach Innergschlöß mit dem Taxi (4,50 Euro pro Person), alternativ zu Fuß (ca. 1 Stunde)

Karte: Kompasskarte 38 - Venedigergruppe, Oberpinzgau (1:50 000)

Hüttenzustieg: Von Innergschlöß wandern wir zuerst über einen breiten Fahrweg der Gletscherwelt des Venedigers entgegen. Nach kurzer Zeit verlassen wir die breite und bequeme Fahrbahn, und gewinnen über einen steilen Pfad, der sich einen Grashang emporschlängelt, die ersten Höhenmetern. Nach ca. 3 Stunden erreichen wir so die Alte Prager Hütte. Die 1872 erbaute Hütte bietet derzeit keine Übernachtungsmöglichkeit, dennoch erwarten einen hier vor herrlicher Kulisse einige kulinarische Genüsse. Unter uns liegt nun der Ausläufer des Schlatenkees. Die Schuttmoräne vermittelt einen Eindruck, wie hoch der Gletscherstand vor Jahren noch gewesen sein muss. In einer weiteren Stunde erreichen wir die fast schon luxoriöse Neue Prager Hütte, die ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten bietet. Von der Hütte erblickt man den schneebedeckten Gupf des Kleinvenedigers.

Gipfelaufstieg: Von der Hütte steigen wir zuerst über Schutt und Platten einige Höhenmeter ab, bevor über einen steileren Hang und über Schneefelder den Anseilplatz auf knapp 3000 m erreichen. Der Wechsel auf den Gletscher ist hier unproblematisch, allerdings befinden wir uns sofort in sehr spaltenreichem Gelände. Nach einem steileren Stück lehnt sich der Gletscher wieder etwas zurück, beim nächsten Aufschwung gilt es einige große Spalten weiträumig zu umgehen.

Nun erkennen wir erstmals den Gipfel des Großvenedigers. Über das nun relativ flache Schlatenkees streben wir dem Gipfel entgegen, bevor wir über die Ostflanke den Gipfelgrat und den südlichen Vorgipfel des Venedigers erreichen.

Nun trennen uns nur noch wenige Meter vom Gipfelkreuz. Um dieses zu erreichen muss man allerdings dem nun immer schärfer werdenenden Grat weiterfolgen, der an seiner engsten Stelle halsbrecherisch in zwei steil abfallende Eiswände mündet. Da das Kreuz nicht an einer höheren Stelle steht, bleibt es jedem selbst überlassen, die letzten Schritte dorthin zu wagen, oder lieber doch nicht.

Alles in allem ist die Tour auf den Großvenediger eine eher leichte Hochtour, allerdings sollte der teilweise spaltenreiche Gletscher keinesfalls unterschätzt werden. Der Verbindungsgrat zum Gipfelkreuz erfordert absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

Abstieg: Wie Aufstieg.

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit:
Neue Prager Hütte (2796 m), DAV Sektion Oberland, Tel. +43 (0) 4875 / 88 40, geöffnet von Mitte März bis Mitte Mai und von Pfingsten bis Ende September

Einkehrmöglichkeit:
Alte Prager Hütte (2489 m), DAV Sektion Oberland, Tel. +43 (0) 664 / 42 28 500, geöffnet von Anfang Juli bis Ende September

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
1689 m - 2489 m + 3:00 3:00 Alte Prager Hütte
2489 m - 2798 m + 1:00 4:00 Neue Prager Hütte
2798 m - 3666 m + 3:30 7:30 Großvenediger
3666 m - 2798 m + 2:30 10:00 Neue Prager Hütte
2798 m - 1689 m + 3:00 13:00 Innergschlöß

Autor: Didi Hackl
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