Bayerische Voralpen

Benediktenwand (1801 m) von Jachenau-Petern

Benediktenwand
Aufstieg 3:30 h Abstieg 2:45 h
3
1100 Höhenmeter
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Bilder (58) Gipfelbuch (19)
Karte GPS-Track

Jachenau-Petern (730 m) - Langenecksattel (1168 m) - Bichler Alm (1437 m) - Benediktenwand (1801 m)

Charakter: Insgesamt anspruchsvolle Bergwanderung. Beim Zustieg von Jachenau-Petern zur Bichler Alm handelt es sich um eine leichte Bergwanderung über breite Forstwege. Von der Bichler Alm erreicht man über einen steileren Wiesenpfad den Fuß der Südwand. Von dort führt der steile, teils luftige und an einer Stelle mit einem Drahtseil gesicherte Altweibersteig zum Gipfel der Benediktenwand hinauf. Im Steig ist auf Steinschlag zu achten. Für den Anstieg von der Bichler Alm zur Benediktenwand sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich.

Anfahrt: Autobahn München - Salzburg bis zur Ausfahrt Holzkirchen. Über die B 13 nach Bad Tölz fahren und dort der Ausschilderung Richtung Lenggries folgen. Kurz nach Lenggries links Richtung Jachenau abbiegen. Am Weiler Tannern vorbei fahren und nach der sanften Linkskurve den Abzweig nach Orth und zum Ortererhof links liegen lassen. Sobald man eine kleine Kapelle passiert (rechter Hand), biegt man bei der nächsten Gelegenheit nach rechts in einen breiten Forstweg ein und stellt am kostenpflichtigen Wanderparkplatz Jachenau-Petern das Auto ab (2 Euro Parkgebühr, Stand 2015).

Mit Bus & Bahn: Von München Hauptbahnhof mit der Bayerischen Oberlandbahn nach Lenggries. Von dort mit der RVO-Bus-Linie 9595 zur Haltestelle Jachenau-Petern. Am Wochenende fährt der Bus nur einmal am Vormittag und einmal am Nachmittag (Fahrplan und Buchung). Mit dem Bayern-Ticket fahren bis zu 5 Personen für 23 Euro + 5 Euro je Mitfahrer nach Jachenau-Petern.

Karte: Kompasskarte 182 - Isarwinkel (1:50 000)


Der Anstieg von Jachenau-Petern über den Langenecksattel und die Bichler Alm gehört zu den anspruchsvolleren Routen, die hinauf zum Gipfel der Benediktenwand führen. Der Zustieg zur Bichler Alm ist langgezogen aber unschwierig und erfolgt über breite Forstwege. Auch der Wiesenpfad, der einen von der Bichler Alm zum Fuße der Südwand bringt, wartet mit keinen besonderen Schwierigkeiten auf. Der finale steinschlaggefährdete und an manchen Stellen luftige Altweibersteig durch die schrofige Südwand verlangt schließlich den trittsicheren und schwindelfreien Geher. Der südseitige und sonnenverwöhnte Anstieg ist bereits früh im Jahr und bis in den späten Herbst hinein machbar. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, kann einen der alternativen Abstiege hinunter nach Benediktbeuern oder Lenggries wählen und kommt so bei beiden Abstiegsvarianten noch an einer bewirtschafteten Hütte vorbei.

Aufstieg: Vom Wanderparkplatz Jachenau-Petern (730 m) folgen wir dem flachen und breiten Forstweg in nordwestlicher Richtung. Wir überqueren den Reichenaubach und kommen nach einer Gehzeit von gut fünf Minuten zu einer Weggabelung. Hier schlagen wir den rechten (oberen) Weg ein (Wegweiser „Bichler Alm, Benediktenwand“). Nun wandern wir durch lichten Wald steil bergauf. Nach weiteren knapp zehn Minuten ignorieren wir den Karrenweg, der rechts von unserem Forstweg wegführt. Wir bleiben linkshaltend auf der breiten Forststraße und wandern in mehreren Serpentinen durch schattigen Bergwald weiter bergauf. Nach einer Gehzeit von einer knappen Stunde zieht sich der Wald etwas zurück und wir erreichen den Langenecksattel (1168 m).

Am Langenecksattel treffen wir auf eine Mehrfachverzweigung. Wir gehen geradeaus an einer Sitzbank vorbei und wählen an der folgenden Weggabelung den rechten Forstweg (Wegweiser „Benediktenwand, Tutzinger Hütte“). Dieser leitet uns im Anschluss sanft in das Schwarzenbachtal hinunter. Dabei verlieren wir insgesamt 25 Höhenmeter. Nach dem kurzen Abstieg leitet uns der Weg an der kleinen Hütte der Ortereralm vorbei und im Anschluss in mäßiger Steigung wieder bergauf. Eine halbe Stunde nach Aufbruch am Langenecksattel gelangen wir zu einer Verzweigung. Hier ignorieren wir den Abzweig nach links zur Tutzinger Hütte und zur Tanneralm und gehen geradeaus weiter (Wegweiser „Bichler Alm, Benediktenwand“).

Kurz darauf vollzieht unser Weg zwei scharfe Rechtskurven und wir erreichen im Anschluss eine weitere Kreuzung. Nun biegen wir scharf links ab (Wegweiser „Bichler Alm, Benediktenwand“) und wandern über einen schottrigen Forstweg wieder deutlich steiler bergauf. Dabei genießen wir die ersten schönen Ausblicke Richtung Rofangebirge, zum Karwendel und auf das Wettersteingebirge. Nach einer weiteren knappen halben Stunde erreichen wir schließlich die Bichler Alm (1437 m). Wir gehen an den Gebäuden der Alm vorbei und erreichen einen Schilderbaum. Dort halten wir unsere Grundrichtung bei (Wegweiser „Benediktenwand, Tutzinger Hütte“) und folgen einem Pfad weiter bergauf, der uns kurz darauf in einem großzügigen Linksbogen über eine mit kleinen Felsblöcken übersäte Wiese auf die Südwand der Benediktenwand zu führt.

Schließlich erreichen wir einen licht bewaldeten Rücken, über den wir in westlicher Richtung auf einen Gratausläufer zusteuern. Kurz darauf wendet sich der Weg nach schräg rechts (Nordwesten) und leitet uns über einen schottrigen Pfad in Serpentinen steil zum Gratausläufer hinauf. Wir queren linkshaltend an einigen Schrofen vorbei, steigen im Anschluss nochmal kurz bergauf und queren dann nach links durch ein kurzes schattiges Waldstück. Nach den Bäumen geht es in Serpentinen über einen schottrigen Weg hinauf zu einer schrofigen Rampe, über die wir den roten Markierungen folgend hinweg steigen. Nach weiteren Kehren gelangen wir zu einem mittels Drahtseil gesicherten Quergang. Nach der Querung wendet sich der Weg nach scharf links.

Über einen luftigen Pfad steigen wir steil zu einer Baumgruppe hinauf. Nach den Bäumen dreht der Weg nach rechts (Norden) und bringt uns über Schrofen bergauf zu einem Latschenfeld. Dort passieren wir einen Kessel an seiner rechten Seite. Nach der Mulde wendet sich der Pfad nach links (Westen) und führt uns zwischen den Latschen hindurch. Zu guter Letzt vollzieht der Weg nochmals einen Rechtsknick und leitet uns in nördlicher Richtung vorbei am Gipfelbiwak zum großen Gipfelkreuz der Benediktenwand (1801 m) hinauf. Über das Alpenvorland blicken wir in nördlicher Richtung zum Starnberger See und im Süden über das Karwendel bis zu den Hohen Tauern. Ein Stück weiter westlich schauen wir über den Walchensee zur Zugspitze.

Abstieg: Wie Aufstieg. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, kann über die Tutzinger Hütte (geöffnet von Anfang Mai bis Anfang November) hinunter nach Benediktbeuern (ca. 3 ½ Stunden) oder über den Rotöhrsattel und die Hintere Längentalalm (von Juni bis Oktober bewirtschaftet) nach Lenggries (insgesamt 3 ½ bis 4 Stunden) wandern. So hat man noch eine Möglichkeit zur Einkehr und ist auch nicht auf den unregelmäßig und am Wochenende selten fahrenden Bus angewiesen.

Alternative Aufstiege zur Benediktenwand:
Einkehrmöglichkeit: Auf der beschriebenen Aufstiegsroute über die Bichler Alm gibt es keine Einkehrmöglichkeit.

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
800 m - 1168 m + 1:00 1:00 Langecksattel
1168 m - 1473 m + 1:30 2:30 Bichler Alm
1473 m - 1801 m + 1:00 3:30 Benediktenwand
1801 m - 1473 m + 0:45 4:15 Bichler Alm
1473 m - 800 m + 2:00 6:30 Jachenau-Petern

Autor: Didi Hackl
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