Bayerische Voralpen

Benediktenwand (1801 m), Achselköpfe (1709 m) vom Brauneck

Benediktenwand
Aufstieg 3:00 h Abstieg 2:30 h
3
900 Höhenmeter
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Bilder (87) Gipfelbuch (4)
Karte GPS-Track

Brauneckbahn-Bergstation (1520 m) - Brauneck (1555 m) - Latschenkopf (1712 m) - Achselköpfe (1709 m) - Rotöhrsattel (1615 m) - Benediktenwand (1801 m)

Charakter: Insgesamt anspruchsvolle Bergwanderung. Bis zum Latschenkopf handelt es sich um eine leichte Wanderung, die nur an wenigen Stellen etwas Trittsicherheit verlangt. Der Übergang vom Latschenkopf über die Achselköpfe zur Benediktenwand wartet mit einigen teils drahtseilgesicherten Felspassagen auf. Die Felsen sind durch die häufige Begehung teilweise speckig und rutschig. Für die Überschreitung sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig.

Anfahrt: Autobahn München - Salzburg, Ausfahrt Holzkirchen. Über Holzkirchen nach Bad Tölz und weiter Richtung Lenggries. Bei der Ausfahrt Lenggries nach links die Landstraße verlassen. An der nächsten Möglichkeit gleich wieder rechts abbiegen und über die Isarbrücke fahren. Am Kreisverkehr links abbiegen, kurz der Wegscheider Straße folgen und schließlich rechts zur Brauneckbahn in die Bergbahnstraße einbiegen. Am großen Parkplatz bei der Talstation der Brauneckbahn das Auto abstellen und mit der Seilbahn zur Bergstation hinauf fahren (Berg- und Talfahrt 18 Euro pro Person, Stand 2012).

Mit der Bahn: Von München Hauptbahnhof mit der Bayerischen Oberlandbahn bis Lenggries. Von dort mit der RVO Bus-Linie 9595 (Fahrplan und Buchung) oder zu Fuß in knapp 30 Minuten zur Talstation der Brauneckbahn.

Geo-Koordinaten des Ausgangspunkts:
47.676139, 11.554925 (in Google Maps öffnen)

Passende Wanderkarte bei Amazon.de:
Kompasskarte 182 - Isarwinkel (1:50 000)

Auch unter Zuhilfenahme der Brauneckbahn verkommt der Anstiegsweg zur Benediktenwand nicht zu einer Spritztour. Die Überschreitung vom Brauneck über den Latschenkopf und die Achselköpfe nimmt immerhin drei Stunden in Anspruch. Durch die zahlreichen Gegenanstiege stehen nach der Rückkehr zur Bergstation 900 bewältigte Höhenmeter auf der Habenseite. Doch am Brauneck heißt es erst einmal Augen zu und durch, um dem Trubel an der Bergstation zu entkommen. Spätestens nach dem Latschenkopf wird es ruhiger und an den schrofigen Achselköpfen sind die trittsicheren Berggeher unter sich. Wer nach dem Gipfelsturm nicht zurück zum Brauneck möchte, der kann alternativ über das Längental direkt nach Lenggries absteigen.

Aufstieg: Nach dem Verlassen der Bergstation der Brauneckbahn wenden wir uns nach wenigen Metern nach rechts und folgen der Ausschilderung Richtung Brauneck. Über einen komfortablen Weg wandern wir auf das Brauneck-Gipfelhaus zu, passieren dieses auf seiner rechten Seite und spazieren hinauf zum großen Gipfelkreuz des Brauneck. Bereits nach zehn Minuten haben wir unseren ersten Gipfel erreicht. Nach einem ersten Genuss des schönen Panoramas folgen wir vom Brauneck-Gipfel dem breiten Bergrücken in westlicher Richtung und steuern auf den bereits sichtbaren Latschenkopf zu.

Der grasige Kamm leitet uns leicht abwärts und führt links an einem Felsköpferl vorbei. Sobald wir das Köpferl hinter uns gelassen haben, nimmt die Steigung des Weges langsam wieder zu und bringt uns zu einem Aufschwung. Ein teilweise steiniger Weg leitet uns steil durch lichten Wald aufwärts. Über einen grasigen Kammverlauf peilen wir schließlich die Einsattelung zwischen dem Latschenkopf und dem Vorderen Kirchstein an. Nach einem steileren Anstieg erreichen wir nach einer Gehzeit von gut 50 Minuten den Sattel. Wer dem Kirchstein einen Besuch abstatten möchte, wendet sich hier nach rechts und steigt in drei Minuten zum Gipfelkreuz empor.

Der direkte Weg zum Latschenkopf wird eingeschlagen, indem man sich am Sattel nach links wendet. Über den sanften grasigen Bergrücken wandern wir innerhalb von gut fünf Minuten zum Gipfelkreuz hinauf. Am Latschenkopf stehend überblicken wir den weiteren Weg, der uns über die der Benediktenwand vorgelagerten Achselköpfe führen wird. Wir überschreiten den Latschenkopf und folgen einem steinigen Weg durch eine Latschengasse steil abwärts. Nach einem ersten steileren Abstieg erreichen wir zwischen zwei Felsblöcken einen Spalt, durch den wir uns hindurch zwängen.

Im Anschluss lehnt sich das Gelände wieder zurück und 10 Minuten nach dem Verlassen des Latschenkopfs stehen wir am Probstalmsattel. Am Sattel halten wir uns leicht links und schlagen den Weg zur Benediktenwand über die Achselköpfe ein. Nun leitet uns der Pfad in leichtem Auf und Ab zwischen den Latschen hindurch auf die erste Erhebung der Achselköpfe zu. Eine kurze Leiter hilft uns über eine erste Felsstufe hinweg. Über einen schrofigen Pfad mit teils recht abgespeckten Felsen steigen wir zum ersten Achselkopf empor. Vom höchsten Punkt geht es wiederum über rutschige Felsen und entlang einer Drahtseilsicherung in eine grasige Einsattelung hinunter.

Vom Sattel kraxeln wir durch eine schrofige Rinne und entlang von Drahtseilsicherungen hinauf zum nächsten Achselkopf. Wir überschreiten auch diese Erhebung und steigen hinterhalb zu einem Grateinschnitt hinunter. Nach dieser kurzen steinigen Steilstufe wandern wir über einen sanften gras- und latschenbewachsenen Rücken weiter zum letzten Gipfelaufbau der Achselköpfe. Über schrofige Stufen erklimmen wir zügig das kleine Gipfelplateau des letzten Achselkopfs. Auch dieser Gipfel wird von uns überschritten. Hinterhalb steigen wir steil über Drahtseilsicherungen in eine Senke hinunter. In der Senke treffen wir auf einen Abzweig, den wir später für den Abstieg nutzen werden.

Die Verzweigung lassen wir noch rechts liegen und wandern geradeaus durch eine Latschengasse zum Rotöhrsattel hinauf, den wir nach einer Gesamtgehzeit von 2 ¼ Stunden erreichen. Am Sattel treffen wir auf den Weg, der von der Tutzinger Hütte herauf führt. Am Sattel wenden wir uns nach links auf die Felswände zu. Entlang der Drahtseilsicherungen überwinden wir in leichter Kraxelei einige Felsstufen und erreichen einen schrofigen Pfad, der sich seinen Weg durch dichtes Latschengewächs bahnt. Nach einer kleinen Senke gelangen wir zu einer felsigen Rampe, über die uns wiederum ein Drahtseil hinweg hilft.

Im Anschluss wandern wir über ein kurzes Flachstück und kommen im Anschluss nach einem kurzen Abstieg und einem Gegenanstieg zu einer schrofigen Rinne, die uns zum Kammverlauf hinauf bringt. Am Kamm angelangt wandern wir zwischen den Latschen hindurch in westlicher Richtung auf den Gipfel der Benediktenwand zu. Nach einer Gehzeit von insgesamt drei Stunden erreichen wir schließlich das Notbiwak und das Gipfelkreuz der Benediktenwand. Vom höchsten Punkt genießen wir die herrliche unverstellte Aussicht nach Süden zum Rofan und zum Karwendel. In westlicher Richtung blicken wir über den Walchensee bis zum Wettersteingebirge mit der Zugspitze.

Abstieg: Entlang des Aufstiegswegs kehren wir zurück zum Rotöhrsattel. Von dort steigen wir nach rechts in die Senke hinunter, bis wir unterhalb der Achselköpfe auf einen Abzweig treffen. Wir wählen nun nicht mehr den Weg über die Achselköpfe, sondern biegen links ab (Wegweiser "Brauneck, Längental, Arzbach, Lenggries"). Von hier steigen wir die nächste knappe halbe Stunde in die Senke unterhalb der Achselköpfe hinab, bis wir an einer Felswand wiederum auf eine Verzweigung treffen. Hier spazieren wir geradeaus weiter (gelber Wegweiser "Brauneck") und wandern in einem Gegenanstieg von 150 Höhenmetern hinauf zum Probstalmsattel.

Am Probstalmsattel wenden wir uns nach links. Wir wählen aber nicht den Weg der zum Latschenkopf hinauf führt, sondern schlagen den Weg ein, der rechts am Latschenkopf vorbei zieht (Wegweiser "Idealhang Stiealm, Brauneckbahn Bergstation, Großer Höhenweg"). Wir queren den Hang unterhalb des Latschenkopfs über einen teilweise schlechten und ausgespülten Weg. Nach einem Quergang von gut zehn Minuten erreichen wir einen Schlepplift. Hier folgen wir dem Lift hinab zur Stiealm. Von der Alm spazieren wir über einen breiten Fahrweg vorbei an einer privaten Berghütte und der Strasseralm bis zur Quengeralm. Nach einem kurzen Gegenanstieg zweigt auf Höhe der Quengeralm nach rechts schmaler Weg ab (gelber Wegweiser "Brauneckbahn"). Der Weg führt uns in einem moderatem Anstieg zuerst durch bewaldetes Terrain und später über freies Gelände zurück zur Bergstation der Brauneckbahn.

Alternative Abstiegswege:

  • Sehr empfehlenswert ist der direkte Abstieg über die Längentalalm nach Lenggries (insgesamt 3 ½ bis 4 Stunden). Vorteile: Man benötigt nur eine Karte für eine Bergfahrt mit der Brauneckbahn (10 Euro statt 18 Euro für Berg- und Talfahrt, Stand 2012) und spart sich die Gegenanstiege beim Rückweg. Wegbeschreibung: Von der Benediktenwand geht es entlang des Aufstiegswegs zurück zum Rotöhrsattel. Am Rotöhrsattel biegt man rechts ab (Wegweiser "Brauneck, Lägental, Arzbach"). Nach fünf Minuten wird eine Verzweigung erreicht und man biegt hier links ab Richtung Brauneck/Längental. Nach einem Abstieg von gut 15 Minuten erreicht man in der Senke einen weiteren Schilderbaum. Hier geht es nach links und man folgt der Ausschilderung Richtung Lenggries. Über die Probstalm (1376 m) und einen kleinen Wasserfall führt ein steiniger Weg hinunter ins Längental, wo man auf einen breiten Forstweg trifft. Über diesen spaziert man weiter zur Hinteren Längentalalm (1035 m, bewirtschaftet von Juni bis Anfang Oktober). Von der Alm führt der Fahrweg weiter talauswärts. Nach zehn Minuten zweigt vor einer Brücke nach rechts der Weg Richtung Lenggries (gelber Wegweiser) ab. Entlang der Ausschilderungen "Brauneck-Bergbahn/Lenggries" folgt man dem Weg zurück zum Ausgangspunkt (1 ½ Stunden ab Längentalalm).
  • Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, der kann den Abstieg über die Tutzinger Hütte zum Bahnhof in Benediktbeuern wählen (insgesamt 3 ½ Stunden). Wegbeschreibung: Man überschreitet den Gipfel der Benediktenwand in westliche Richtung. Der Weg folgt einige Zeit dem Kammverlauf und führt im Anschluss in südlicher Richtung abwärts, bis man auf eine Verzweigung trifft. Hier biegt man rechts ab und folgt der Ausschilderung Richtung Tutzinger Hütte. Nach insgesamt einer Stunde ist die Tutzinger Hütte (1327 m, geöffnet von Anfang Mai bis Anfang November, Übernachtung möglich) erreicht. Von der Hütte geht es durch das Lainbachtal innerhalb von zwei Stunden hinunter nach Benediktbeuern. Über den Mariabrunnweg, die Dorf- und Bahnhofstraße spaziert man in knapp 30 Minuten zum Bahnhof.

Alternative Anstiegswege zur Benediktenwand:
Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten:
  • Brauneck-Gipfelhaus (1540 m), DAV Sektion Alpiner Ski-Club, Tel. +49 (0)8042/8786, ganzjährig geöffnet.
  • Stiealm (1520 m), privat, Tel. +49 (0)8042/2336, ganzjährig geöffnet außer zu den Revisionszeiten der Brauneckbahn (nach Ostern und im November).
  • Quengeralm (1420 m), privat, Tel. +49 (0)8042/5079205, ganzjährig geöffnet außer zu den Revisionszeiten der Brauneckbahn (nach Ostern und im November), zur Sommersaison ist am Dienstag Ruhetag.

  Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
1520 m - 1555 m + 0:10 0:10 Brauneck
1555 m - 1712 m + 0:50 1:00 Latschenkopf
1712 m - 1709 m + 1:00 2:00 Achselköpfe
1709 m - 1615 m + 0:15 2:15 Rotöhrsattel
1615 m - 1801 m + 0:45 3:00 Benediktenwand
1801 m - 1615 m + 0:30 3:30 Rotöhrsattel
1615 m - 1450 m + 0:25 3:55 Senke zw. Rotöhrsattel und Probstalmsattel
1450 m - 1598 m + 0:35 4:30 Probstalmsattel
1598 m - 1420 m + 0:40 5:10 Quengeralm
1420 m - 1520 m + 0:20 5:30 Bergstation Brauneckbahn

Autor: Didi Hackl
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