Entenlochkalmm wird das Durchbruchstal der Tiroler Ache genannt. Von Kössen kommend bahnt sich die Großache in einer eindrucksvollen Schlucht ihren Weg nach Bayern. Auf der Westseite der Klamm verläuft der Schmugglerweg. Sein Name kommt nicht von Ungefähr: Diente diese Route zur Bronzezeit noch zum Transport von Mineralien, wurden nach dem Zweiten Weltkrieg vorallem Zigaretten und Alkohol über die Landesgrenze gebracht. Kurz vor der Grenze befindet sich auf Tiroler Gebiet der Wallfahrtskirche Maria Klobenstein. Wenige Meter unterhalb des Gotteshauses mit dem sagenumwobenen gespaltenen Felsblock liegt das Gasthaus Klobenstein. Der Schmugglerweg lässt sich sowohl von Kössen als auch vom bayerischen Ettenhausen erreichen. In den Wintermonaten ist der Weg durch die Klamm gesperrt.
Auf der Westseite der Großache erhebt sich die markante Felsbastion der Rudersburg (1434 m). Ausgangspunkt für eine Besteigung der Rudersburg ist der Kössener Ortsteil Staffen. Von dort kann man entweder den direkten Weg über die Naringalm oder die Variante über die Wetterfahne einschlagen. Letztere ist zwar etwas länger, aber deutlich reizvoller: Der Anteil an Forstwegen ist geringer und man kommt in den Genuss eines zweiten Gipfelerlebnisses. Ab Staffen dauert der Anstieg zur Rudersburg über die Wetterfahne etwa 3 Stunden. Im Gipfelbereich der Rudersburg ist am steilen und schrofigen Steig Trittsicherheit notwendig.
Die Wetterfahne (1284 m) selbst ist auch als alleiniges Gipfelziel sehr lohnend. Der Ausblick vom Wiesengipfel steht dem an der Rudersburg in nichts nach. Herrlich ist die Aussicht über Kössen zu den Hohen Tauern und nach Südwesten auf das Kaisergebirge. Von der Wetterfahne kann man auf einem kleinen Pfad direkt zur Naringalm absteigen. Dieser quert allerdings abschüssige Wiesenhänge und ist bei Eis und Schnee nicht zu empfehlen. Zur Weidesaison werden bei Schönwetter an der Naringalm Getränke und Brotzeiten serviert.
Östlich der Großache liegt auf der Grenze zwischen Bayern und Tirol der Taubensee (1138 m). Vom hoch gelegenen Parkplatz Mühlberg bei Kössen ist der wunderschöne Bergsee über die Taubenseehütte in 1 ¼ Stunden erreichbar. Sehr reizvoll ist ab Mühlberg auch der Anstieg über die Stoibenmöseralm und die Überschreitung des Sonnwendköpfls (1279 m). Vom kleinen felsigen Gipfel mit dem Pittenharter Kreuz lässt sich ein herrlicher Ausblick auf das Kaisergebirge genießen, bevor es hinunter zum Taubensee geht (2 ½ Stunden ab Mühlberg).
Folgt man der Straße von Kössen über Schwendt nach Süden, gelangt man in Griesenau zum Eingang ins Kaiserbachtal. Durch den Taleinschnitt führt eine mautpflichtige Straße, die an der Griesner Alm endet. Die Alm ist Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen und auch anspruchsvolle Bergtouren im Kaisergebirge.
Auf der Nordseite des Kaiserbachtals erhebt sich ein langgezogener Bergrücken, der sich vom Feldberg (1809 m) bis zum Stripsenkopf (1813 m) erstreckt. Die Überschreitung beider Gipfel dauert knapp 5 ½ Stunden. Auf den steilen, südseitigen Anstieg zum Feldberg folgt der aussichtsreiche Übergang zum Stripsenkopf. Begleitet wird man durchgehend von herrlichen Blicken auf die schroffen Nordwände des Wilden Kaisers. Am Stripsenkopf selbst ist dann auf den schrofigen Steigen Trittsicherheit gefragt. Der Abstieg zur Griesner Alm erfolgt vom Stripsenkopf über das Stripsenjochhaus.
Anspruchsvolle Gipfelziele im Wilden Kaiser sind der Mitterkaiser (2007 m) und das Lärchegg (2123 m), die über die unbewirtschaftete Fritz-Pflaum-Hütte erreicht werden können. Bei diesen Touren sind absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Kletterfertigkeit gefragt. Das gilt auch für den Aufstieg zum Ellmauer Tor (1981 m). Von der Griesner Alm geht es über den teils drahtseilgesicherten Eggersteig durch die Steinerne Rinne zur Scharte hinauf.
Noch anspruchsvoller als der Eggersteig selbst ist der Weiterweg vom Ellmauer Tor zur Hinteren Karlspitze (2281 m). Hier müssen Klettereien bis zum 2. Schwierigkeitsgrad im ausgesetzten und kaum markierten Gelände bewältigt werden. Die Karlspitzen erfordern den erfahrenen Berggeher, der sich im weglosen Terrain wohlfühlt. Leichter, aber ebenfalls nicht zu unterschätzen, ist der knapp 45-minütige Anstieg vom Ellmauer Tor zur Hinteren Goinger Halt (2192 m).
Anfahrt: Über die Autobahn München - Innsbruck zur Ausfahrt Oberaudorf. Nach der Ausfahrt rechts abbiegen und nach der Landesgrenze der B172 über Niederndorf, Sebi und Durchholzen und Walchsee nach Kössen folgen.
Mit der Bahn: Mit dem Meridian von München Hauptbahnhof über Rosenheim nach Kufstein (Fahrplan und Buchung). Vom Bahnhof in Kufstein mit dem Bus 4030 nach Kössen (zur Fahrplanauskunft).
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